Im 11./12. Jahrhundert saß in diesem Gebiet ein Adelsgeschlecht „von Stein“ bzw. lateinisch de petra oder de lapide, das sich kurz nach 1200 in die beiden Linien von Lichtenstein und von Altenstein aufspaltete und offenbar um 1260 endgültig ausstarb. Allein schon der Burgname „Stein“ bzw. petra lässt vermuten, dass diese Herren von Stein hier ihre Stammburg hatten. Dass diese Mitte des 14. Jahrhunderts beim Ausbau der benachbarten Burg Lichtenstein zu einer Ganerbenburg dort dringend benötigtes Baumaterial lieferte, belegen in die Lichtensteiner Südburg vermauerte Handquader mit kleinen Schreckgesichtern des 11./12. Jahrhunderts.
Im 19. Jahrhundert erschloss man den Burgfelsen im Zuge der Wanderromantik. 1967 wurde der Burgfels in völliger Verkennung seiner Architektur von unbedarften Esoterikern zu einem minoischen (!) Kultplatz, später zu einem keltischen Heilfels und einer Sternwarte erklärt. Um diesen absurden Theorien zu begegnen, wurde der Teufelstein 1996 in den Burgenkundlichen Lehrpfad Haßberge integriert und ist nun Teil des Rennwegs.
Text: Joachim Zeune
Text: Joachim Zeune
Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 10.782800, 50.137900
Baugeschichte
Der wegen seiner Sage als Teufelstein oder Höllenstein bekannte Fels bildete den Kern einer großflächigen Burganlage, die sich durch archäologische Funde (Wellenrandhufeisen, Keramik) und Befunde (Wächtergesicht mit Nasalhelm, Handquader) dem 11./12. Jahrhundert zuweisen lässt. Auch das in den Fels eingeritzte Zwickmühlebrett stammt aus dieser Zeit. Von der Erschließung im 19. Jahrhundert zeugen Treppenstufen am Felsfuß (1a) und Verankerungen eines hölzernesn Geländers.
Text: Joachim Zeune
Text: Joachim Zeune
Baubestand
Der Fels verbirgt sich im dicht bewaldeten Südhang des Lichtensteiner Hochplateaus. Der hufeisenförmige Fels (372 m ü NN) ragt 6 bis 9 Meter hoch auf und war einst massiv bebaut, wie Abarbeitungen am Fels sowie herumliegende Kleinquader mit Mörtelspuren zeigen. Zum steil ansteigenden Hang (12) hin sicherte ein Halsgraben (11) den Fels. Der ursprünglich nach Süden geöffnete Fels wurde Abspitzungen (7 und 9) zufolge durch eine Mauer geschlossen. Der Zugang erfolgte von Südwesten her über eine Holzleiter auf einen etwa 2 Meter hohen Felsabsatz (10), von wo ein aus dem Fels gehauener, sehr schmaler Korridor mit Stufen (1b) zum Gipfelplateau (5, 8) führte. Nutenartige Ausnehmungen für Türrahmen (3a,b; 4a,b) zeigen, dass einst zwei hölzerne Zwischentüren diesen Korridor sicherten. Die unterste Tür (3a,b) schützte ein dem Ankömmling zugewandtes, in den Fels eingehauenes Wächtergesicht mit Spitzhelm (2). Hangabwärts erstreckte sich eine große Vorburg (13), jenseits der Straße sollen einst Spuren einer Siedlung sichtbar gewesen sein. Die wehrtechnischen Nachteile der Hanglage glich ein kleiner Turm auf einem vorgelagerten Fels aus (Widerlager!), neben dem sich weitere in den Fels eingehauene Treppenstufen (14) finden.
Seinen Namen „Teufelstein“ erhielt der Fels von einem in seine Oberfläche eingeritzten Zwickmühlebrett (6) und einem angeblich einst daneben sichtbaren Hufeisenabdruck. Der Sage nach spielte hier ein Lichtensteiner Ritter gegen den Teufel und gewann durch Raffinesse das Spiel, woraufhin der Teufel ihm die Burg errichten musste.
Text: Joachim Zeune
Text: Joachim Zeune