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Haus der Bayerischen Geschichte - Zeitzeugen berichten

Thema > J├╝disches Leben > Dr. Herbert Loebl
Emigrant

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Beschreibung

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Herbert Loebl vom gespannten Klima in der Schule zur Zeit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten.


Signatur: zz-0485.01
Copyright: Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)

Biogramm

18.4.1923 in Bamberg geboren, Familie erfolgreicher j├╝discher Gesch├Ąftsleute, 5.12.1938 nach England emigriert, Besuch der Dover Grammar School in Kent, im Zweiten Weltkrieg auf der Isle of Man interniert, anschlie├čend Studium der Elektrotechnik am King's College in Newcastle, zun├Ąchst Angestellter in einem Ingenieurb├╝ro, 1951 Gr├╝ndung einer eigenen Firma (Joyce, Loebl & Co.), Entwicklung und Herstellung von wissenschaftlichen Pr├Ązisionsinstrumenten (u.a. Joyce-Loebl optical microdensitometer), nach dem Verkauf der Firma an einen US-Investor Vorstandsvorsitzender, 1973 Verleihung des britischen Verdienstordens, 1973 Gr├╝ndung der Unternehmensberatung Enterprise North, Vermittler zwischen Forschung, Wirtschaft und Regierung, Forschungs- und Lehrt├Ątigkeit an der Newcastle University, 1985 Promotion, 2003 Ehrendoktorw├╝rde, 1999 Publikation "Juden in Bamberg", 28.1.2013 in Newcastle verstorben.

F├╝r die freundliche ├ťbermittlung von Informationen danken wir Herrn Dr. Stephan von Minden, Deisenhofen.

Inhalt

Gro├čvater Hugo Loebl, 1881 nach Bamberg gekommen, Kaufmann f├╝r Textilwaren, dann technische Artikel, 1906 Gr├╝ndung einer Gro├čhandlung, Fabrik, Haus der Familie in der Luitpoldstra├če (heute: Bahnhofstra├če), neue Fabrik im Industriegebiet, Lichtenheider Stra├če, 1938 Zwangsverkauf "Arisierung", Exportgesch├Ąft, Erweiterung der Fabrik 1937, falsche Sicherheit aufgrund der weiterlaufenden Gesch├Ąfte, 1923 geboren, Kindergarten, 1932 Auslandsreise in die Schweiz, 1929 bis 1933 Volksschule: Martinsschule, von 31 Sch├╝lern 12/13 j├╝dische Kinder, Wunsch des Vaters L. soll Ingenieur werden, Antisemitismus der Lehrer seit den 1920ern, daher kein Besuch der Oberrealschule m├Âglich, Besuch des neuen humanistischen Gymnasiums, liberale Schule, Protestanten, Juden, Katholiken, Frauen, Oberstudiendirektor Dr. Sch├Ąfer, Rede vor Abiturienten 1940 oder 41, moralische Prinzipien, am n├Ąchsten Tag abgesetzt, nach dem Krieg von Amerikanern wieder eingesetzt, Freund versucht Ideen der Nazis zu rechtfertigen, nach 1934 Teilnahme an Wandertagen verboten, Bank mit Aufschrift "f├╝r Juden verboten", Nazi-Lehrer, Oberstudienrat Stockmann, Musiklehrer, Parteiuniform, bittet nach dem Krieg Fred Lessing um "Persilschein", Griechischlehrer spricht ├╝ber Leiden der Sudetendeutschen, unangenehm nationalistisch, nie antisemitisch, "Rassenkunde" im Biologieunterricht, Schulausschluss f├╝r Juden im Sommer 1938, Klassenleiter, Bekanntmachung des Erziehungsministeriums ├╝ber Muttersprache zur Vermeidung von Fremdw├Ârtern, vom Boykott j├╝discher Gesch├Ąfte am 1.4.1933 Familienbetrieb nicht betroffen, Auswirkungen der "N├╝rnberger Gesetze" 1935, K├Âchin Babette Messingschlager musste gehen, Antrag auf Ausnahmegenehmigung abgelehnt, als Ersatz f├╝r K├Âchin Herrn Sulzbacher eingestellt, kleines Motorrad, Vater: Soldat im Ersten Weltkrieg, 40% kriegsbesch├Ądigt, Arierparagraph im Deutschen Alpenverein 1933, lokale Vereine, April 1938 Lehre als Werkzeugmacher in der elektrotechnischen Firma der Eltern, Vetter Willi, 10.11.1938 brennende Synagoge, Treuhandfond in Hamburg um Gelder zu Erziehungszwecken im Ausland zu erhalten, g├╝ltiger Pass aber keine Auswanderungspapiere 6.12.1938, Reichspogromnacht, Beratung zwischen Vater und Onkel was zu tun sei, mit Orden am Mantel von der Polizei abgeholt, am selben Tag wieder frei gelassen, Kriminaloberkommissar von Bamberg Betzold, Entschluss zur Flucht nach England als einzige M├Âglichkeit, Bedingung dort eine Firma zu er├Âffnen, im┬áUrlaub in der Schweiz 1937 englischen Rechtsanwalt mit Beziehungen kennen gelernt, Ausreise 5.12.1938 mit dem Zug nach K├Âln, Br├╝ssel, Ostende, Dover, in Aachen aus dem Zug gezerrt, Stempel J im Ausweis, Durchsuchung, Abnahme des Zigarettenetuis, Uhr, am Bahnhof eingesperrt, Weiterreise, in Br├╝ssel Freund des Vaters, Ankunft in Dover, Privatschule, Tanzabend, seltsames Essen: Cornflakes, Mittelschule in Dover, im Januar kommt Vetter, im M├Ąrz ├Ąltere Schwester, Englischunterricht, Eltern und j├╝ngere Schwester kommen im Mai, kein Geld mehr f├╝r Schule, Eltern gehen nach London, Umzug nach Newcastle, bis 1937 erhielten Vater und Mutter noch P├Ąsse f├╝r Gesch├Ąftsreise ins europ├Ąische Ausland, F├Ârderung der Exportindustrie, Zwangsverkauf an Firma Lindner, Handelsname Hulorit, Geld auf Sperrkonten einbezahlt, nach dem Krieg Verhandlungen ├╝ber Wiedergutmachung, Vater bereits tot, Gr├╝nde f├╝r Nichtr├╝ckkehr, legale Auswanderung des Vaters, Problem ein Aufnahmeland zu finden, Problem Geld mit zu nehmen, Notwendigkeit einen Pass zu bekommen, unzureichendes Grundkapital in England, Gro├čmutter wanderte nicht aus, sp├Ąter von den Nazis ermordet, Mitarbeit in der Firma, zuerst als Lehrling dann als Mitarbeiter der Nachtschicht, Munition gedreht bis 1943, dann als Werkzeugmacher zu einer Flugzeugfirma in London, nach dem Krieg Studium, Sondergenehmigung f├╝r Soldaten und Kriegsarbeiter, 1940 Internierung auf der Isle Of Man, Verst├Ąndnis f├╝r Fl├╝chtlinge, Klassifizierung der Deutschen, Anerkennung als Fl├╝chtlinge, interessante Internierungszeit, Intellektuelle, Musiker, Wissenschaftler, Schriftsteller, Franz Reitzenstein, Aufbau einer Firma in Newcastle durch den Vater, nach dem Krieg Studium am King's College, University of Durham, Studium der Elektrotechnik, 1949 Diplom, Arbeit bei elektrotechnischer Firma, eigenes Unternehmen aufgebaut und sp├Ąter verkauft, 1958 Ausstellung von Ger├Ąten auf der Achema in Frankfurt, Frau hat die ganze Familie im Holocaust verloren, eigene Nachforschungen nach dem Verkauf der Firmen, Geschichte der┬áFamilie, Geschichte der Bamberger Juden, Bundesverdienstkreuz, Kinder leben in Israel, Vortrag an der Universit├Ąt Newcastle, "Kollektivschuld der Christen, nicht der Deutschen", kollektives Leiden der Juden, Kindheit: Faschingsfeiern, Papiermodelle, Basteln, Geburtstage, Kirchweih, "Beitr├Ąge zum Bamberger Volksblatt" von Christian Pfau, Stadtf├╝hrer mit zehn Jahren, normales Leben bis 1933, Glask├Ąsten des "St├╝rmer", HNO-Probleme, Sommer am Meer in Belgien und Holland, Auswandern nach 1937 war Flucht, im Urlaub von ausgewanderten Juden angep├Âbelt weil L. und Familie noch in Deutschland waren, Bedeutung von "Heimat", Dr. Karl-Heinz Mistele, Heimatgef├╝hl f├╝r Bamberg, Heimat in England, j├╝discher Beitrag zur deutschen Kultur nach dem Krieg, Umschwung zum Industriestaat im 19. Jahrhundert, Schattenseiten f├╝r die Juden verantwortlich gemacht wurden, Antisemitismus, Aufbau von Industrie, Entwicklung in Bamberg, Zwiebeltreter, F├╝rstbistum Bamberg, Hopfenindustrie, Eisenbahn, Israel als Fluchtort f├╝r die Juden, J├╝dische Gemeinde Bambergs: 1813 39 Familien, liberaler Rabbiner, deutsche Predigt, Zuwanderung traditionsgebundener Juden aus dem Umland, neue Synagoge 1910 fertig gestellt, gr├Â├čter Spender Bankier Emil Wassermann, orthodoxe Gemeinde entsteht 1911, Fl├╝chtlinge aus Galizien und dem Osten, russische Pogrome, liberale sehen Juden als Religionsgemeinschaft nicht als Volksgemeinschaft, Mehrheit nichtzionistisch, zionistische Vortr├Ąge im j├╝dischen Gemeindehaus verboten, Vater: traditionsgebunden, Jugendvereine, Jugendb├╝nde, j├╝dische Studentenverbindungen, Mitglied im Bund Deutsch-J├╝discher Jugend, zionistische Jugendverb├Ąnde Haluz, Vortr├Ąge, Gemeindewahl, liberale Schule, freundliches Verhalten gegen├╝ber Juden von bestimmten Personen, Adlige, Gemeindevorstand Justizrat Dr. Josef Werner, Thronfolger von Sachsen, von Eglofstein, von Lerchenfeld, Vetter Werner.┬á

Daten

Lebensgeschichtliches Interview

1:30 h

06.07.1997

deutsch


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