Zeitzeugen berichten

Jewgenija Michajlowna Grigorjewa Zwangsarbeiterin

Themen

Zwangsarbeit

Zeiträume

NS-Diktatur und Zweiter Weltkrieg (1933 - 1945)

Signatur
zz-0498
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Jahr
1942

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Jewgenija Grigorjewa, wie sie nach ihrer Ankunft 1942 im KZ Dachau als Zwangsarbeiterin nach München eingeteilt wurde und dort zusammen mit anderen Mädchen aus der Ukraine 12 Stunden am Tag im Krankenhaus in Schwabing arbeiten musste.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Jewgenija Michajlowna Grigorjewa (Ukraine), der Schwester von Tamara Wassiltschenko, geführt am 11.10.1997, über den Kriegsausbruch, ihre Deportation nach Deutschland, ihre Erlebnisse als Zwangsarbeiterin im Krankenhaus München-Schwabing und ihre Rückkehr in die Heimat nach Kriegsende.

Biogramm

1922 geboren, 1942 nach dem deutschen Einmarsch in die Ukraine zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt, Einlieferung ins Konzentrationslager Dachau, anschließend Zwangsarbeit als Krankenpflegerin im Krankenhaus München-Schwabing, nach Ende des Zweiten Weltkriegs Übergabe an sowjetische Truppen und Rückkehr in die Ukraine.

Inhalte

1922 geboren, nach dem deutschen Einmarsch Rekrutierung von jungen Leuten zur Zwangsarbeit, Slawinsk, Donezker-Gebiet, 13.10.1942 in Güterwaggons verladen, Kriegsausbruch, Angst vor deutschen Soldaten, Erschießung von Juden, Deportation nach Deutschland, Situation beim Abtransport, Pässe abgenommen, ins KZ Dachau gebracht, dort zwei Wochen bis zur Einteilung, drei junge Frauen aus dem Ort zusammen ausgesucht, kleinen Koffer mit Kleidung mitgenommen, Abschied von den Eltern, Arbeit bei deutscher Frau in München, Krankenhaus München-Schwabing, Arbeitskittel, 12 Stunden, von 7 bis 19 Uhr, nach der Arbeit unter Bewachung, gegen Kriegsende Freigang - Situation beim Transport, überfüllte Waggons, an den großen Stationen ausgestiegen, Suppenküchen - schlecht Deutsch gesprochen, Gerüchte bei der Ankunft in Dachau, Unterbringung in München-Schwabing auf dem Dachboden, von Kollegen gut behandelt, Arbeit im Waschhaus, Küchenarbeit, Laub kehren, kein Kontakt zu Patienten, "Ost"-Aufnäher - Besuch in München, Krankenhaus besucht - Möglichkeit Briefe zu schreiben und zu empfangen, auch Schwester kam zu Zwangsarbeit nach München, 38 Frauen aus der Ukraine, Freundschaften unter den Arbeiterinnen, genügend Essen, menschliches Verhalten des deutschen Personals, Informationen über Kriegsverlauf von einer Deutschen, Kriegsgefangenenlager Moosach, Befreiung durch Amerikaner, Sammellager in Freimann für Russen und Ukrainer, drei Monate dauernde Heimkehr, Übergabe an russische Truppen, Verhör durch Sonderabteilung "osobyj otdel", Auswirkungen der Zwangsarbeit, Angst vor Bombenangriffen, 1947 Hungerkatastrophe, "Zeit heilt alle Wunden" - Kontakte zu Kriegsgefangenen, Briefkontakte, deutsche Soldaten weigerten sich Kriegsgefangene zu erschießen, ließen diese frei, Lager in Freimann: Einteilung in Gebietsgruppen zur Organisation der Heimkehr, Militärhospital mit deutschen Soldaten, Befreiung Münchens, Erinnerungen an den Krieg nicht vergessen - vor der Deportation, deutsche Soldaten ausquartiert, Ausgangssperre verletzt, deutscher Soldat holte sie aus dem Gefängnis.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
1:00 h
Aufnahmedatum:
11.10.1997
Sprache:
ukrainisch