Zeitzeugen berichten

Wirtschaft in Bayern Annemarie Kainz // Verkaufsleiterin (Glasmanufaktur Eisch)

Signatur: zz-1367.01
Copyright: Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)

Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview mit Annemarie Kainz, geführt am 19.09.2010 in Frauenau, über die Geschichte und die Unternehmenskultur der Glasmanufaktur Eisch, den Erfolg spezieller Produktserien und ihre Tätigkeit als Vertriebsleiterin.

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Annemarie Kainz wie ihr Vater, der Mustermacher Valentin Eisch, sich gemeinsam mit seinem jüngsten Sohn Alfons mit einer eigenen Glashütte selbstständig machte.

Biogramm

Annemarie Kainz wurde 1936 als Annemarie Eisch in Frauenau geboren und erlebte nach dem Krieg den Neuanfang der Glashütte Eisch. Nach ihrer Heirat und einem Aufenthalt in Luxemburg arbeitete Annemarie Kainz als Vertriebsleiterin im Familienbetrieb mit. Im Rahmen dieser Tätigkeit präsentierte sie die Produkte der Firma Eisch auf den wichtigen Messen in Deutschland.
GND:

Inhalt

Geboren 1936 – Grundschule in Frauenau – Oberrealschule in Deggendorf – Internat in Niedernburg – Abitur – Studium der Betriebswirtschaft – Heirat – Europaschule in Luxemburg – Haus in Zwiesel – Mitarbeit im Familienbetrieb: Vertretung für Niederbayern und die Oberpfalz – Erich Eisch – Unikat – „Poesie im Glas“: Ausstellung in Freiburg bei der Firma Schafferer – Messe: große Nachfrage – bester Glasmacher: Herr Pscheidl – ab 1979 Handmalerei – Erwin und Gretl Eisch – Gravuren: Herr Schneider – Vertrieb über große Fachgeschäfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz – Verkaufsveranstaltungen mit großer Show – regionale Bekanntheit durch das Haus Schreiner in Regensburg – Galerist Hans Hermann – spezielle Rohglasformen als Vorlage – Gespür für das Verkaufspotenzial eines Artikels – lange Entwicklungsphase für die normalen Sortimente – Schliffe: Alfons Eisch – Entscheidung für oder gegen die Produktion bestimmter Serien je nach Resonanz der Kunden auf der Messe – Vertrieb über Vertreter – große Vertreterbesprechung – Julia Eichinger: neue Messemuster – Miteinbeziehung der Angestellten – gutes Verhältnis zu den Mitbewerbern – Ansprechpartnerin für Unikate: „Frau Poesie“ – „Poesie im Glas“ als Novum auf dem Markt – eigene Werkstelle im Betrieb für die Unikate – großer Erfolg – ursprünglich nur Verkauf geschliffener Gläser, später jedoch Trend hin zum glatten Glas – „Sensis-Glas“ – Vertrieb nicht über Kaufhäuser und Großhandel – Rückgang des Fachhandels: Vertrieb auch über Weinhändler und Hotels sowie im Ausland – ein Programm für alle Kunden, jedoch Eingehen auf spezielle Einzelwünsche von Großkunden – Erwin Eisch – Familienbetrieb als Vorteil – Valentin Eisch: Angestellter in der Hütte des Kommerzienrat Gistl – nach Beginn der Selbstständigkeit kein Verkauf von Rohglas an Valentin Eisch durch die Glashütten auf Betreiben des Kommerzienrat Gistl – Kauf des Rohglases bei einer Hütte mit finanziellen Schwierigkeiten – sechs Kinder, handwerkliches Können und Wissen als einziges Startkapital – Mutter als treibende Kraft – Internat: kein direktes Miterleben des schwierigen Anfangs des familiären Betriebs – Mustermachen – Messen: „Ambiente“ und „Tendenzen“ – ursprünglich nur Glasveredelungswerkstätte, später auch Hütte – glatte Gläser minderwertig und vergleichbar – Entwicklung der neuen Gläser im Atelier – Vorstellung neuer Muster auf der Vertreterbesprechung – früher Mitspracherecht der Vertreter, heute Entscheidungen durch die Geschäftsleitung – Auszeichnungen vom Fachverband – Hüttenführungen – Tausch von amerikanischen Zigaretten gegen Rohglas – Serie „Porta“ – Ludwigsthal.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
01:30 h
Aufnahmedatum:
19. Sep 2010
Sprache:
deutsch