Zeitzeugen berichten

Dr. Otto Barbarino Ministerialdirektor (Finanzministerium)

Themen

Wiederaufbau und Wirtschaftswunder

Zeiträume

Bayern in der Bundesrepublik (1949 - 1989)

Signatur
zz-0373.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Otto Barbarino von der Haushaltskonsolidierung, dem wirtschaftlichen Aufschwung und der Vollbeschäftigung in Bayern in den 1950er- und 1960er-Jahren.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview mit Dr. Otto Barbarino, aufgzeichnet am 5.2.1997 in Burghausen.

Biogramm

1904 in Burghausen geboren, alte Kaufmannsfamilie, 1925-1929 Studium der Staatswissenschaften in München und Wien, Promotion, während des Zweiten Weltkriegs Referent in einer Forschungsstelle der Wehrwirtschaft, 1945 Rückkehr nach Burghausen, 1946 Regierungsrat im Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, 1947 Generalreferent für den bayerischen Staatshaushalt, verantwortlich für Flüchtlingsproduktivkredite, 1950 Gründung der Bayerischen Landesanstalt für Aufbaufinanzierung (LfA), bis 1960 Sanierung von Messerschmitt und BMW, 1958 Ministerialdirektor im Finanzministerium, 1999 verstorben.

GND: 116050489

Inhalte

Herkunft und akademische Ausbildung: Vorfahren aus Friaul, im 19. Jahrhundert Kaufleute in Burghausen, sieben Kinder, Bruder fiel 1914 in Frankreich, Volksschule in Burghausen, Jesuitengymnasium, Lektüre der Bücher von Adam Smith und Joseph Schumpeter, 1924-1929 Studium der Staatswissenschaften in München und Wien, österreichische Nationalökonomie, "Grenznutzenschule", Prof. Zwiedenick-Südenhorst, Promotion "summa cum laude", Ernst Wagemann in Berlin, Konjunktur-Forschungsinstitut, Berechnung des Sozialprodukts, 1932 Heirat, Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933, Magengeschwüre, 1938 Geburt der Tochter, 1941 Forschungsstelle für Wehrwirtschaft im preußischen Staatsministerium, Währungskontrolle und Kontrolle der öffentlichen Finanzen in den besetzten Gebieten, Griechenland, zweimal in Athen, Rückkehr im Februar 1943 - Kriegseinsatz, Landesschütze, Straußberg, Fürstenwalde, Weißrussland östlich von Wilna (Vilnius), Marschbefehl nach Marburg an der Lahn, Ernennung zum Militärverwaltungsrat im Range eines Majors, Smolensk, Tschernigow, Neschin, Flucht vor der Roten Armee nach Kiew, Versetzung nach Riva am Gardasee, Genua Kommandantur 1007, Oberst von Massow, Republik von Saló, Bernasconi, Anschlag auf von Deutschen besuchtes Kino, Exekutionen, Luftangriff auf Genua, am 1.5.1945 in italienische Kriegsgefangenschaft geraten, Florenz, Livorno, Verona, Bad Aibling, 3.9.1945 Heimkehr - Beruflicher Einstieg in München, Kontakt über Doktorvater Zwiedenick, Ministerialdirektor Kraus, Februar 1946 Eintritt ins Finanzministerium, Kommunaler Finanzausgleich, gemeinsamer deutscher Finanzrat in Frankfurt, Prof. Terhalle, Wahlsieg der CSU - Generalreferent des Haushalts 1950, Haushalt 1948, Problem der Heimatvertriebenen, Fritz Schäffer Finanzminister, Bund übernahm Einnahmen der Länder, Einkommenssteueranteil, Dotationssytem, schlechter Kreditmarkt Anfang der 1950er-Jahre, Abhilfe durch kurzfristige Kredite, Steuergutscheine, Anleihen, Sanierung des Kapitalmarkts, Kapitalmarktförderungsgesetz - Integration der Heimatvertriebenen, Flüchtlingslager, sozialer Wohnungsbau, Bürgschaften für Produktivkredite, Dr. Peter - die Arbeit der Landesanstalt für Aufbaufinanzierung (LfA), Förderung der Gablonzer Glas- und Schmuckwarenindustrie, Monas, Ansiedlung von Flüchtlingsbetrieben - Entwicklung der Messerschmitt AG zum MBB-Konzern (Messerschmitt-Bölckow-Blom), Fertighausbau, Messerschmitt-Kabinenroller, Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß, Beteiligungen, Flick, Bürli, Strohmeier, Gründung MBB - Sanierung von BMW, Vorstand nach dem Krieg untergetaucht, Probleme der Firmenstruktur der 1950er-Jahre, Aktienaufkäufer Krages, Familie Quandt, Aktionärsversammlung Mathern, drohender Verkauf an Daimler-Benz abgewendet, Herbert Quandt, Übernahme der Firma Glas, Goggomobil - die Rettung des bayerischen Chemiedreiecks: Wacker, Hoechst, Werk Gendorf, Direktor von Gendorf, Verbindung zu Dr. Mattei über Hjalmar Schacht, ENI, Pipelinebau, Mai 1959, Raffinerie in Ingolstadt, zweite Pipeline "Tal" mit Abzweigung nach Burghausen, Firma Marathon - Ministerialdirektor, die haushaltspolitischen Veränderungen 1948 bis 1972.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
2:30 h
Aufnahmedatum:
05.02.1997
Sprache:
deutsch