Zeitzeugen berichten

Wolfgang Nowak Dipl. Betriebswirt (FH), Widerstandsaktivist gegen die WAA Wackersdorf

Themen

WAA Wackersdorf

Zeiträume

Bayern in der Bundesrepublik (1949 - 1989)

Signatur
zz-1547.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Jahr
1984

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Wolfgang Nowak über die Sonntagsspaziergänge als Teil des Widerstands gegen die WAA Wackersdorf und die Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Thematisches Zeitzeugeninterview mit Wolfgang Nowak, aufgenommen am 16.03.2014 in Schwandorf, über sein Engagement gegen die WAA Wackersdorf, unterschiedliche Formen des Widerstands, die Polizeieinsätze, juristische Auseinandersetzungen und die Oberpfälzer Mentalität.

Biogramm

Wolfgang Nowak wurde 1950 geboren und absolvierte eine Ausbildung als Industriekaufmann. Er war acht Jahre beim Bundesgrenzschutz tätig, studierte dann BWL mit dem Abschluss Betriebswirt (FH) und wechselte später als Buchhalter in den Öffentlichen Dienst. Wolfgang Nowak engagierte sich seit 1981 gegen Kernkraftwerke in Deutschland. Als im gleichen Jahr Pläne zur Errichtung der Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf bekannt wurden, gründete er zusammen mit anderen eine Bürgerinitiative gegen die Errichtung der Anlage. Die BI Schwandorf wurde in den folgenden Jahren eine zentrale Anlaufstelle für die Widerstandsbewegung gegen die WAA.

Inhalte

Geboren 1950 – 1981 noch Zustimmung zur Atomkraft und Kernenergie – Fortschritt als Hauptgrund – Bedenken durch gesundheitliche Risiken der WAA – Auslaufen des Braunkohleabbaus – Furcht vor Arbeitslosigkeit – Engagement in der Bürgerinitiative ab 1981 – Tätigkeit als Kassier – erster Erörterungstermin zur Teilerrichtungsgenehmigung 1984 – reine Formsache – zweiter Erörterungstermin 1988 – Teilerrichtungsgenehmigung und Genehmigung zur Rodung 1985 – Demonstrationen – Bauplatzbesetzungen – erstes Hüttendorf und Räumung – Errichtung des zweiten Hüttendorfes – zunehmend auch auswärtige Demonstranten – Diskussionen über Sachbeschädigungen und Gewalt – Sonntagsspaziergänge mit Andacht – Scherze und Aktionen wie Langlaufen am Zaun – Konfrontationen mit der Polizei – Überthematisierung der Gewalt in der Presse – Großdemonstrationen zu Ostern und Pfingsten 1986 – Einsatz von Wasserwerfern und CN/CS-Gas – Eskalation der Lage durch Festnahmen – Brand von Polizeifahrzeugen – Gasgranaten von Hubschraubern – Todesfall – Falschdarstellungen in der Presse – Massenanzeigen durch die Polizei – Vermummungsverbot – Betreibergesellschaft DWK – Spenden an Fußballvereine und die Stadt Wackersdorf – Protest gegen die WAA führt zu harten Konflikten innerhalb von Familien – WAAhnsinn-Festival 1986 in Burglengenfeld – 100.000 Besucher – Gerichtsentscheidung – Polizeiaufgebot – juristische Auseinandersetzung – Aufhebung der Teilerrichtungsgenehmigung – Geldprobleme – Fehler der Staatsregierung – Gewalt – Einsatz der Berliner Spezialeinheit der Polizei – wahllose Prügelattacken – Verletzungen – schlechtes Bild in der Presse – Baustopp durch den Verwaltungsgerichtshof 1988 – Tod von Franz Josef Strauß 1988 – Ende der Bauarbeiten 1989 – Verlegung der WAA nach Frankreich (La Hague) – Unterstützung des Widerstands in Gorleben – Begründung einer Widerstandskultur – christlich motivierter Widerstand – Haltung der Amtskirche – Treffen mit dem Regensburger Bischof Manfred Müller – Auftreten des Staates – Druck auf Lehrer und Beamte – Gesetzesänderungen – Arroganz der Macht – persönliche Entwicklung durch den Widerstand – Misstrauen gegenüber dem Staat.

Daten

Art:
Thematisches Zeitzeugeninterview
Dauer:
1:00 h
Aufnahmedatum:
16.03.2014
Sprache:
deutsch