Zeitzeugen berichten

Rudi Sommer Finanzbeamter; Widerstandsaktivist gegen die WAA

Themen

WAA Wackersdorf

Zeiträume

Bayern in der Bundesrepublik (1949 - 1989)

Signatur
zz-1552.04
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Jahr
1986

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Rudi Sommer über den Widerstand, den er als Staatsbeamter gegen die WAA in Wackersdorf leistete, und mögliche negative Auswirkungen auf die eigene berufliche Karriere.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Thematisches Zeitzeugeninterview mit Rudi Sommer, aufgenommen am 15.03.2014 in Schwandorf, über sein Engagement gegen die WAA in Wackersdorf, die Auseinandersetzungen mit der Polizei, die Situation als Staatsbeamter im Widerstand und das Ende der WAA.

Biogramm

Rudi Sommer wurde 1956 geboren und war Beamter im Finanzamt Schwandorf. Schon als Kind und Heranwachsender interessierte er sich für die Themen Ökologie und Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen. Seit 1995 ist er für die Partei Die Grünen im Kreistag von Schwandorf tätig. Im Rahmen der Auseinandersetzungen um die Errichtung der WAA in Wackersdorf engagierte sich Rudi Sommer in der Widerstandsbewegung.

Inhalte

Geboren 1956 – ökologische Prägung durch Elternhaus – Freunde in der Bürgerinitiative – Gefahren durch radioaktive Schadstoffe – Mitglied bei den Grünen 1983 – erster Leserbrief zur WAA 1984 – Schriftführer für die Bürgerinitiative in Bruck – Öffentlichkeitsarbeit – Erörterungstermin zur Teilerrichtungsgenehmigung 1984 in Neunburg – Einwendungen – wissenschaftliche und juristische Argumente – kirchlicher Widerstand – Erteilung der Teilgenehmigung 1985 – Arroganz der Macht – Rodung im Taxöldner Forst – Ausweitung der Demonstrationen – Sonntagsspaziergänge als Protestform – Festnahme – Gerichtsverfahren – Freispruch – populistische Darstellungen in den Medien – Steigerung der Auseinandersetzungen mit der Polizei – Einsatz von CN/CS-Gas – Osterdemonstrationen 1986 – Provokationen durch die Polizei – unprofessionelle Methoden – Hausdurchsuchung – Rechtsbrüche – Verlust des Vertrauens in den Rechtsstaat – Reaktorunfall in Tschernobyl 1986 – Atomenergie unbeherrschbar – Tragen einer Gasmaske nach Tschernobyl als Protest – Tod von Ministerpräsident Franz Josef Strauß (CSU) 1988 als Wendepunkt – extreme Brutalität der Berliner Spezialeinheiten der Polizei 1987 – Aufrüstung durch Spezialzaun und Bannmeile – Widerstand als Staatsangestellter – Widerstand trotz möglicher Auswirkungen auf die Karriere – Spaltung von Familien – Prof. Armin Weiß als Kopf des wissenschaftlichen Widerstands – Erläuterung von falschen Rechnungen seitens der DWK – Landrat Hans Schuierer (SPD) als Aushängeschild des Widerstands – Wahlniederlagen der SPD – 1988 als Wendepunkt – Baustopp – Aus für die WAA 1989 – Entstehung von Ortsverbänden der Grünen aus dem Widerstand gegen die WAA – Gefahr für Rechtsstaat und Demokratie durch Auftreten des Staates – Verlust des Glaubens an die Politik – Politikverdrossenheit – direkte Demokratie durch Bürgerentscheide – Zweifel am Rechtsstaat – Widerstand von der Staatsregierung unterschätzt – persönliche Entwicklung – Misstrauen gegen Staat und Presse – politisches Engagement für die Umwelt – Bild von Bayern – Natur.

Daten

Art:
Thematisches Zeitzeugeninterview
Dauer:
0:50 h
Aufnahmedatum:
15.03.2014
Sprache:
deutsch