Zeitzeugen berichten

Peter Heigl Historiker, Atomkraftgegner

Themen

WAA Wackersdorf

Zeiträume

Bayern in der Bundesrepublik (1949 - 1989)

Signatur
zz-1486.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Jahr
1985

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Peter Heigl über seine Einstellung zur Atomkraft, sein Engagement in der Regensburger Bürgerinitiative und die vielen Facetten des Widerstands gegen die WAA in Wackersdorf.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Peter Heigl, aufgenommen am 13.07.2013 in Regensburg, über sein Verhältnis zur Atomkraft, den Widerstand gegen die WAA in Wackersdorf und die Haltung der Bevölkerung in der Oberpfalz.

Biogramm

Peter Heigl wurde 1952 geboren und besuchte das humanistische Gymnasium in Regensburg. Seit Abschluss seines Studiums der Geschichte an der Universität Regensburg und an der University of Colorado/USA 1985 arbeitet er als freiberuflicher Historiker sowie als Dozent in der Erwachsenenbildung. Als Atomkraftgegner hat sich Peter Heigl ab Mitte der 1980er-Jahre an den Widerstandsaktionen gegen die Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf beteiligt.

GND: 115524460

Inhalte

Geboren 1952 bei Regensburg – politisch aktiv in der Alternativ- und ökologischen Bewegung – Gründungsmitglied des Verkehrsclub Deutschland – Friedensbewegung in den 1970er-Jahren – Widerstand zog sich durch alle Bevölkerungsschichten – Hüttendorf in Wackersdorf 1985 – 1600 Festnahmen bei der Räumung des zweiten Hüttendorfes Anfang 1986 – Nähe zur WAA, Angst vor Verseuchung – massiver Polizeieinsatz – Behinderung bei der Einreise von österreichischen Demonstranten – Straßensperren – Versuche der Einschüchterung durch Hausdurchsuchungen – Entdemokratisierung durch neue Gesetze – zunehmend intensiver Widerstand über drei Jahre hinweg – Großveranstaltungen, zum Beispiel an Ostern 1986 – Respekt unter den Mitgliedern der verschiedenen Widerstandsgruppen – Einsatz von Reizgas – Distanzierung von Gewalt – Beschädigung des Absperrzauns und von Polizeiautos – Reaktorkatastrophe in Tschernobyl 1986 – große Angst vor Verseuchung – Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen – Engagement der konservativen Oberpfälzer Bevölkerung – kein Einlenken der Staatsgewalt – Wurfsendungen der Betreibergesellschaft der WAA, Deutsche Gesellschaft für Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen (DWK) – Anti-WAA-Festival in Burglengenfeld 1986 – gute Stimmung – Aufhebung der Teilerrichtungsgenehmigung 1987 – brutale Berliner Polizisten – viele Verhaftungen, berufliche Nachteile – plötzliches Ende der Pläne 1989 – eventuell bevorstehende Wiedervereinigung als Grund – Misstrauen gegenüber staatlichen Angaben und Großprojekten – Einstellung der Regensburger Bürger – Engagement gegen Bayerwaldbrücke – Sanierung von Stadtvierteln und Wohnungsbau in Regensburg – Universität als Bereicherung für Regensburg – Roter-Punkt-Aktion der 68er – Erhalt der Stadt für die Zukunft.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview
Dauer:
1:10 h
Aufnahmedatum:
13.07.2013
Sprache:
deutsch