Zeitzeugen berichten

Andreas Schlagenhaufer Kath. Pfarrer, Widerstandsaktivist gegen die WAA Wackersdorf

Themen

WAA Wackersdorf

Zeiträume

Bayern in der Bundesrepublik (1949 - 1989)

Signatur
zz-1549.03
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Andreas Schlagenhaufer über seine infolge der Proteste gegen die WAA entstandenen Konflikte mit der Kirchenleitung (Bischof Manfred Müller von Regensburg) und die Bedeutung der eigenen Gewissensfreiheit.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Thematisches Zeitzeugeninterview mit Andreas Schlagenhaufer, aufgenommen am 16.03.2014 in Schwandorf, über sein Engagement gegen die WAA Wackersdorf, seine Arbeit in der Bürgerinitiative Schwandorf, Auseinandersetzungen mit der Polizei und das Ende der WAA.

Biogramm

Andreas Schlagenhaufer wurde 1941 geboren. Nach seinem Theologiestudium war er als katholischer Pfarrer und CSU-Mitglied zunächst vom positiven Nutzen der Kernenergie überzeugt. Als die Wiederaufarbeitungsanlage für abgebrannte Kernbrennstäbe nach Wackersdorf kommen sollte, änderte sich diese Einstellung und er begann, sich gegen die WAA zu engagieren. Als Pfarrer setzte er sich auch mit dem Regensburger Bischof Manfred Müller über die Haltung der Kirche zur WAA auseinander. Er trat der Bürgerinitiative Schwandorf gegen die WAA bei und formulierte seinen Protest zusammen mit anderen kritischen Pfarrern im „Arbeitskreis Theologie“.

Inhalte

Geboren 1941 – zunächst positive Einstellung zur Kernenergie – Waldsterben – saurer Regen – vermehrt Krankheiten – Abwiegelung durch die bayerische Staatsregierung – Eintritt in die CSU – konservative Einstellung – zwei Jahre nach Beginn der Auseinandersetzungen Teilnahme am Widerstand gegen die WAA – Engagement ab 1983 – Rodungsbeginn 1985 – Festnahme bei der Räumung des ersten Hüttendorfes 1985 – Äußerungen in Zeitungen – Räumung des zweiten Hüttendorfes 1986 – Polizeieinsatz – Hubschrauber – Hauptargumente gegen die WAA – Kamin zur Schadstoffverteilung – kein unschädlicher Grenzwert – Bekämpfung der Arbeitslosigkeit als Argument für die WAA – Engagement in der Bürgerinitiative – Dachverband – Strategiegespräche – Haltung der katholischen Amtskirche – Regensburger Bischof Manfred Müller mit positiver Haltung zur Kernenergie – Bitten um Mäßigung durch den Bischof – Sonntagsspaziergänge – Andacht am Franziskus-Marterl – Auseinandersetzungen mit der Polizei – Verbindung zwischen Gewalt und christlichem Widerstand – massive Auseinandersetzungen mit dem Bischof – Demonstrationen zu Ostern 1986 – 100.000 Teilnehmer – brennende Polizeiautos – Gaseinsatz – Verletzte – Versuche, den friedlichen Widerstand in Misskredit zu bringen – Deeskalationsversuche – Berichterstattung in regionalen Medien objektiver als in überregionalen – in vielen Medien offizielle Berichterstattung im Vordergrund – Initiativen der Betreibergesellschaft DWK – versuchte Einflussnahme durch Einladungen oder Anzeigen – Festival in Burglengenfeld 1986 – Arbeitskreis Theologie und Kernenergie – Engagement einzelner Priester – Teilnahme der normalen Bevölkerung an den Protesten – Gewalt gegen Personen und Sachen – Tschernobyl 1986 – Tod von Ministerpräisdent Franz Josef Strauß (CSU) 1988 – Abwendung der Wirtschaft von der WAA Wackersdorf – menschliche Veränderungen durch den Widerstand – Gefahr der Demokratie durch Auftreten des Staates – Spaltung von Familien – bayerische Widerstandskultur.

Daten

Art:
Thematisches Zeitzeugeninterview
Dauer:
0:45 h
Aufnahmedatum:
16.03.2014
Sprache:
deutsch