Zeitzeugen berichten

Prof. Dr. Friedrich Prinz Heimatvertriebener, Historiker, Universitätsprofessor

Themen

Flucht und Vertreibung

Integration

Sprachen und Dialekte in Bayern

Zeiträume

Bayern in der Bundesrepublik (1949 - 1989)

Signatur
zz-0639.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)

Prof. Dr. Friedrich Prinz berichtet im hier gezeigten Ausschnitt, wie ihm sein Dialekt die Integration in Bayern nach dem Zweiten Weltkrieg erleichterte.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Prof. Dr. Friedrich Prinz, geführt am 16.08.2000, über seine Herkunft aus dem Sudetenland, die Flucht nach Bayern 1946, die Integrationsschwierigkeiten im katholischen Passau, seine Studentenzeit in Passau und Bonn, seine Karriere als Wissenschaftler und die historische Rolle Bayerns in Deutschland.

Biogramm

Friedrich Prinz wurde 1928 in Tetschen/Elbe geboren und 1946 mit seiner Familie nach Bayern vertrieben. In Passau besuchte er das Gymnasium und begann ein Studium der Germanistik, Geschichte und Anglistik, das er in Bonn beendete. Von 1965 bis 1976 war er Professor für Landesgeschichte an der Universität Saarbrücken, von 1976 bis 1995 Professor für Vergleichende Landesgeschichte an der Universität München. Friedrich Prinz verfasste zahlreiche Arbeiten für Rundfunk und Fernsehen, u.a. als Autor einer 13teiligen BR-Fernsehserie zur Geschichte Bayerns, und erhielt zahlreiche Kulturpreise. Prof. Dr. Friedrich Prinz verstarb 2003 in Deisenhofen bei München.
GND: 118885979

Inhalte

Vater: Sozialdemokrat, Naturschutzbeauftragter für den Regierungsbezirk Aussig/Sudetenland – Prägungen durch die böhmische Landschaft, Bibliothek des Vaters – Verhältnis Deutsche-Tschechen – Republikschutzgesetz der Regierung Beneš 1936 – 12.03.1938 Anschluss Österreichs – Besetzung des Sudetenlandes 1938 – Sudetendeutsche Jugendbewegung – Hitlerjugend (HJ) – Zweiter Weltkrieg: Volkssturm und Kriegseinsatz als Flak-Soldat an der Westfront – Zwangsarbeit: tschechisches Internierungslager bis 1946 – Beschlagnahmung des Hauses – Vertreibung, Rollkommandos, im Oktober 1946 nach Bayern – amerikanische Besatzungszeitung: „Neue Zeitung“ – Neue Heimat Bayern: Probleme der Integration – Leben im Flüchtlingslager – Englische Fräulein in Simbach am Inn – Schulbesuch: Gymnasium in Passau – Konfession: Katholizismus in Passau und Simbach am Inn – Club der jungen Autoren: Hörfunksendung beim Bayerischen Rundfunk – Nachkriegsliteratur – Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse 1945/46 – Bayerisches Flüchtlingsgesetz 1947 – Währungsreform am 20.06.1948 – Alltag in der Nachkriegszeit – 1949 Studium: Germanistik/Geschichte/Anglistik in Passau und Bonn – Promotion in Bonn – Studentisches Leben – Kalter Krieg: Hysterie – Reeducation und Entnazifizierung – Education officers: OMGUS-Akten (Office of Military Government for Germany, US) – Wissenschaftliche Laufbahn: wissenschaftliches Selbstverständnis – Politische Hintergründe der Vertreibung – Wissenschaftliche Methode – Historische Rolle Bayerns: Bundesdeutsche Staatlichkeit, Integration der Vertriebenen, Wichtige beschriebene Personen (Auswahl): Thomas Mann – Hermann Hesse – Ernest Hemingway – William Faulkner – Alfred Döblin – Ernst Jünger – Adolf Hitler – Erich Kästner – Dr. Otto Barbarino – Reinhard Raffalt – Alfred Loritz – Günter Grass – Prof. Mayer-Pfannholzer – Paul Wilpert – Nikolaus von Kues – Gerhard Eis – Theodor Litt – Erich Rothacker – Richard Reitzner – J.W. Stalin – Eduard Beneš – Thomas Masaryk – Konrad Henlein –Wenzl Jaksch – Edmund Stoiber.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
2:00 h
Aufnahmedatum:
16.08.2000
Sprache:
deutsch