Zeitzeugen berichten

Peter Weber Maschinenbauingenieur; Kind geflüchteter Rumäniendeutscher

Themen

Flucht, Vertreibung und Integration

Signatur
zz-1980.04
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Peter Weber über seine Reise in die rumänische Heimat seiner Familie, das Verhältnis zur Herkunft seiner Eltern, die in der rumänischen Bevölkerung kursierenden Gerüchte über die Lebensumstände in der Bundesrepublik Deutschland sowie über seine Wahrnehmung der politischen Verhältnisse in Rumänien.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Peter Weber, aufgenommen am 06.10.2019 in München, über die Flucht seiner Familie nach Bayern am Ende des Zweiten Weltkriegs, seine Kindheit auf einem Bauernhof in Niederbayern, die Integration seiner Familie in die bayerische Gesellschaft, seine Besuche in Rumänien, Recherchen über die Familiengeschichte, die Kriegserlebnisse seines Vaters sowie über sein persönliches Verhältnis zur alten Heimat der Familie im Banat.

Biogramm

Peter Weber wurde 1949 geboren und erlebte seine Kindheit in Niederbayern. Seine Familie war im September 1944 aus dem rumänischen Banat nach Niederbayern geflüchtet, wo sie sich in Bonbruck bei Vilsbiburg niederließ. Unter schwierigsten Bedingungen gelang es der Familie, sich wieder eine neue Existenz aufzubauen. 1958 konnte ein eigenes Haus in München bezogen werden und Peter Weber sowie sein Bruder Hans, der mit der Familie geflüchtet war, absolvierten eine Hochschulausbildung. Peter Weber studierte Maschinenbau und war bis zur Rente im Bereich Forschung und Entwicklung in der Automobilindustrie tätig. Im Ruhestand begann er die Familiengeschichte zu recherchieren und reiste dafür auch öfters in die frühere Heimat seiner Eltern.

Inhalte

Geboren 1949 – Auswanderung der Vorfahren ins Banat während des 18. Jahrhunderts – Flucht der Familie aus der Banater Heimat nach Niederbayern 1944 – Kindheit auf einem Bauernhof in Gassau – Umzug nach Vilsbiburg 1953 – Schulzeit – Gespräche der Erwachsenen über die alte Heimat – Kontakte zu den im Banat verbliebenen Familienangehörigen – Besuch des Dorfes Gertianosch im Banat 1962 – Reaktion der einheimischen Niederbayern auf die geflüchteten Rumäniendeutschen – Unterstützung der Eltern im Alltag als Übersetzer – Berufliche Perspektiven des Vaters in Bayern – Tätigkeit des Vaters bei einer Baufirma in München – Umzug nach München 1958 – Erwerb eines Eigenheimes für die Familie – Finanzierung des Hauses – Situation der Großeltern in Bayern – Stellung innerhalb der Familie als jüngstes, in Bayern geborenes Kind – Verhältnis zum älteren Bruder – Gespräche über den Krieg und die alte Heimat innerhalb der Familie – Erzählungen des Vaters von seinen Erlebnissen während des Zweiten Weltkriegs – Rekonstruktion des Weges des Vaters durch den Krieg – Persönliches Verhältnis zur alten Heimat der Familie – Eindrücke während des Besuchs in Gertianosch 1962 – Desinformation der rumänischen Bevölkerung über das Leben in der Bundesrepublik Deutschland – Politische Verhältnisse in Rumänien während der 1960er-Jahre – Engagement des Vaters in der Landsmannschaft – Recherche über das Schicksal der Banater Schwaben – Erneuter Besuch in Gertianosch 2017 – Wunsch, der in der Heimat verbliebenen Verwandten, ebenfalls auszusiedeln – Bittgesuche an rumänische Behörden und deutsche Politiker um Ausreisegenehmigungen für die Verwandten – Anstoß für die Recherche der eigenen Familiengeschichte – Geschichte der Deutschen im Banat – Teilnahme an Versammlungen der Landsmannschaft als Kind – Umzug nach München – Konfrontation mit der Herkunft im Alltag – Mangelnde öffentliche Aufklärung über das Schicksal der Banater Schwaben – Sehnsucht der Eltern nach der alten Heimat – Initiative des Großvaters zur Flucht aus Rumänien – Integrationsprozess der Eltern – Persönliches Verhältnis zur Geschichte der heimatvertriebenen Rumäniendeutschen.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview
Dauer:
1 h
Aufnahmedatum:
06.10.2019
Sprache:
deutsch