Zeitzeugen berichten

Josef Karfreitag Amtsleiter (Ordnungsamt Dillingen)

Themen

Alltag in der Nachkriegszeit

Flucht und Vertreibung

Zeiträume

Nachkriegszeit (1945 - 1949)

Signatur
zz-0703.02
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Jahr
1948

Im hier gezeigten Ausschnitt beschreibt Josef Karfreitag die Schwierigkeiten für Flüchtlinge und Heimatvertriebene, nach der Währungsreform 1948 bis zur Ansiedlung großer Firmen in Dillingen eine Anstellung zu finden.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Josef Karfreitag, geführt am 14.01.2000 in Dillingen, über seine Kindheit, Jugend und Ausbildung in Dillingen, seine Kriegserlebnisse, die Verantwortung für die Unterbringung der Heimatvertriebenen als Leiter des Dillinger Ordnungsamts sowie die Veränderungen der Arbeitsmarkt- und Sozialstrukturen seit den 1960er-Jahren.

Biogramm

Josef Karfreitag wurde 1919 in Dillingen geboren. Nach der Schulzeit begann er 1935 seinen Dienst als Inspizient bei der Stadt Dillingen. Er machte im Dezember 1939 seine Prüfung für den gehobenen Verwaltungsdienst nicht-technischer Art und wurde 1942 ins Beamtenverhältnis übernommen. Noch während seines Kriegseinsatzes im Zweiten Weltkrieg 1939-1945 heiratete er und kehrte nach kurzer britischer Kriegsgefangenschaft in Schleswig-Holstein Ende Juli 1945 in seine Heimatstadt zurück. Bereits am 1.9.1945 übernahm er dort die Leitung des Ordnungsamts und war für die Unterbringung der Heimatvertriebenen zuständig. Durch sein ausgleichendes Verhalten kam es bei den Einquartierungen zu keinen größeren Konflikten zwischen den Flüchtlingen und den Wohnungseigentümern.1962 wurde die `Wohnungszwangswirtschaft´ aufgelöst. Im Jahr 1980 wurde Josef Karfreitag pensioniert.

Inhalte

Kindheit in Dillingen – Inspizient bei der Stadt Dillingen 1935 – Volkszählung 1939 – Prüfung für gehobenen Verwaltungsdienst Dezember 1939 – Beamtenverhältnis 1942 – Zweiter Weltkrieg: Soldat 1939-1945, Evakuierte aus den bomardierten Gebieten im Westen und Norden – Hochzeit 1944 – britische Kriegsgefangenschaft in Schleswig-Holstein 1945 – Einmarsch der US-Armee am 22.04.1945 – Heimkehr nach Dillingen im Juli 1945 – amerikanische Militärregierung – vier bis sechs Wochen Heimkehrerurlaub – 01.09.1945: Leiter des Ordnungsamtes – Verhältnis zur Besatzungsmacht – Wohnungszwangswirtschaft, „Entnazifizierung“ des Wohnraums – Unterbringungsprobleme – Bestechungsversuche – Verhältnis zum Flüchtlingskommissar – Zuzugsgenehmigung – Unterbringung der Heimatvertriebenen – Wohnungskommission 1947 – Schwarz- und Tauschhandel – Währungsreform 20.06.1948 – Reichsarbeits-/Flüchtlingslager Buddenbach - Displaced Persons-Lager, Repatriierung – United Nations Relief and Rehabilitation Administration (UNRRA), International Refugee Organization (IRO) – Bundesvermögensverwaltung (BVV) – Kolpingswerk, Baugenossenschaft Dillingen – Ausgleichsamt: Aufbaudarlehen – Bayerische Staatsregierung – Wohnungsbau: Landwirtschaftliche Nebenerwerbssiedlungen, Kleinsiedlungen – Lastenausgleich – Landesanstalt für Aufbaufinanzierung (LfA) – Beendigung der Wohnraumzwangsbewirtschaftung 1962 – Firmenansiedelung: Firma Bosch – Vollbeschäftigung – Gebietsreform 1972 – Veränderungen der Bevölkerungsstruktur – Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) – Integration – Pensionierung 1980, Dr. Paul, Flüchtlingskommissar.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
1:30 h
Aufnahmedatum:
14.01.2000
Sprache:
deutsch