Zeitzeugen berichten

Vertreibung und Integration Jakob Schadt // Heimatvertriebener, Zimmerer

Signatur: zz-0651.01
Copyright: Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)

Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview mit Jakob Schadt, geführt am 18.03.2000, über die Machtübernahme der Partisanen in der Batschka, die Internierung im Lager Palanka, die Flucht nach Österreich und die Situation im Auffanglager sowie das Leben nach dem Zweiten Weltkrieg.

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Jakob Schadt darüber, wie er sich die Erinnerungen an seine alte Heimat Batschka beibehalten möchte und wo sich für ihn die neue Heimat befindet.

Biogramm

Jakob Schadt wurde 1930 in Bulkes in der damals jugoslawischen Batschka geboren. Während des Zweiten Weltkriegs erlebte er dort die Grenzveränderungen zu Ungarn, wurde 1944 nach der Machtübernahme durch die Partisanen ins Lager Palanka deportiert und war 28 Monate interniert. Schließlich gelang ihm über Ungarn die Flucht nach Österreich. Von dort konnte er ins bayerische Auffanglager Piding flüchten. 1948 bekam er über seinen Onkel die Zuzugsgenehmigung nach Würzburg. Hier traf er wieder mit seinem Vater zusammen, der 1949 aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrte. Über die Kontakte beim Fußballspielen ergaben sich erste Arbeitsmöglichkeiten, ehe er eine Zimmererlehre absolvierte. 1955 heiratete er eine Einheimische. 2018 ist Jakob Schadt in Würzburg verstorben.
GND:

Inhalt

Gründung Schwäbisch-Deutscher Kulturbund (SDKB) 1920/Deutsche Volkspartei – Vater: Zimmerer – Jugendzeit in Bulkes/Batschka – Zweiter Weltkrieg: Veränderungen während der Kriegszeit/Grenzverschiebung und Zugehörigkeit zu Ungarn 1941 – Jungzugführer bei der Hitlerjugend (HJ) – Kinderlandverschickung aus Hagen nach Bulkes – Deutsches Volksblatt – Situation gegen Kriegsende: nahende russische Front – Kontrolle der Gemeinde durch  Partisanen – Deportation ins Internierungs-/Arbeitslager Palanka – Situation im Lager – Auflösung der Gemeinde Bulkes 17.4.1945 – Entlassung aus dem Lager: Knecht in Petrovac – Internierungslager Gakovo – Flucht nach Österreich – Situation im Flüchtlingslager: Flüchtlingsgruppen – Rotes Kreuz – Flucht nach Deutschland/Flüchtlingslager Piding – Währungsreform 20.6.1948 – Zuzugsgenehmigung – Ankunft in Würzburg 1948 – Neuer Freundeskreis – Ausbildung zum Zimmerer – Rückkehr des Vaters – Wohnung und Arbeitssuche – Verhältnis zu Einheimischen: Freizeit/Vereinsleben – Heimattreffen – Eßgewohnheiten – Heiratsverhalten/Konfession – Lastenausgleich – Verhältnis zur alten Heimat – Hochzeit 1955, Josip Broz Tito.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
3:00 h
Aufnahmedatum:
18. Mär 2000
Sprache:
deutsch