Zeitzeugen berichten

Hans Schwager Flüchtling, Theologe, Oberkirchenrat

Themen

Alltag in der Nachkriegszeit

Flucht und Vertreibung

Zeiträume

Nachkriegszeit (1945 - 1949)

Signatur
zz-0644.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Hans Schwager darüber, wie er als Flüchtlingskind durch Care-Pakete und andere Geschenke von Einheimischen versorgt wurde.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Hans Schwager, geführt am 19.05.2000, über die Jugendzeit in Schlesien, die Flucht nach Bayern, das Kriegsende und die Spannungen zwischen den Konfessionen.

Biogramm

Hans Schwager wurde 1934 in Rothwasser/Schlesien geboren und wuchs bis zum Tod des Vaters in einem evangelischen Pfarrhaus auf. 1945 flüchtete er mit seiner Familie nach Niederbayern und kam in einem Bauernhof unter. Hans Schwager besuchte die Grundschule in Rothwasser, dann die Konfirmandenanstalt Ortenburg und ab 1947 das Alte Gymnasium in Regensburg. Nach dem Abitur studierte er Theologie. Anschließend war er zunächst als Vikar in Bayreuth und Weiden tätig. Nach dem zweiten Examen wechselte Schwager in den Schuldienst und wirkte als Schulpfarrer in Münchberg, Erlangen und München. Ab 1983 war er Fachberater für evangelischen Religionsunterricht an Gymnasien in Bayern. 1988-1999 leitete er als Oberkirchenrat die Abteilung „Schule, Bildung und Medien“ im Landeskirchenamt der Evangelischen Landeskirche in Bayern. Er war zuständig für Fragen des Religionsunterrichts, der Erwachsenenbildung und der Medienpolitik. Schwerpunkte seiner Tätigkeit waren die Gründung der bayerischen Evangelischen Schulstiftung und das Engagement innerhalb der Schulstiftung der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD) mit Schulgründungen auch in den neuen Bundesländern. Zu seinen Aufgaben gehörte außerdem die Zusammenführung des früheren Katechetischen Amtes und des Instituts für Lehrerfortbildung zum Religionspädagogischen Zentrum in Heilsbronn. 2012 ist Hans Schwager in München verstorben.

Inhalte

Vater: evangelischer Pfarrer – Tod des Vaters – Jugendzeit in Rothwasser/Schlesien – Flucht vor der Roten Armee 14.02.1945 – Zugfahrt von Kohlfurt über Eger nach Eggenfelden Ankunft in Niederkirchen 19.02.1945 – Aufteilung der Familie – Einöd-Bauernhof: freundliche Aufnahme, gute Versorgung, Alltag – Arbeit als Kleinknecht, Freizeit – Konzentrationslager (KZ) Flossenbürg: Häftlinge, SS-Bewachung – Volksempfänger: Ende des Zweiten Weltkriegs am 08.05.1945 – Umzug nach Schönau: Mutter Hilfskatechetin, Bau eines Holzhauses – Bedeutung kirchlicher Bräuche – Konfessionen: praktische Ökumene, christliche Nächstenliebe, Spannungen – Problem: Hochzeit/Mischehe – Konfirmandenanstalt Ortenburg – Altes Gymnasium Regensburg: protestantisches Schülerheim Alumneum – Sprachsicherheit/Dialekt – Kleidung, Care-Paket, Lebensmittelkarten – Währungsreform 20.06.1948 – Lastenausgleich, Hausratsentschädigung – Schwester: Lehrerbildungsanstalt Bayreuth – Heimatgefühl: schlesische Mundart – Neubürgerbund – Charta der Vertriebenen 05.08.1950 – Studium – Einführung der christlichen Gemeinschaftsschule 1968 – bayerischer Staatsbeamter, Angestellter der bayerischen evangelischen Landeskirche – Besuch des Heimatdorfes Rothwasser 1990, Heinrich Böll – Paul Gerhardt.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
1:30 h
Aufnahmedatum:
19.05.2000
Sprache:
deutsch