Zeitzeugen berichten

Edeltraud Hoyer Schneiderin

Themen

Alltag in der Nachkriegszeit

Flucht und Vertreibung

Zeiträume

Nachkriegszeit (1945 - 1949)

Signatur
zz-1745.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Jahr
1945

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Edeltraud Hoyer über die Ankunft mit ihren Eltern im Flüchtlingslager Schwabach 1945, die dortigen Verhältnisse, sowie über ihre Weiterverteilung auf einen Bauernhof in Büchelberg.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Thematisches Zeitzeugeninterview mit Edeltraut Hoyer, aufgenommen am 03.01.2017 in Bubenreuth, über die Flucht mit ihren Eltern aus dem Sudetenland 1945, die organisierte Verteilung der Geflüchteten, das Verhältnis zwischen Einheimischen und Geflüchteten, das Entstehen einer Vertriebenensiedlung in Bubenreuth und die Arbeit des Vaters als Instrumentenbauer in den Framus-Werken.

Biogramm

Edeltraud Hoyer wurde am 29.10.1942 geboren und erlebte 1945 als Dreijährige zusammen mit ihren Eltern die Flucht aus dem Sudetenland nach Bayern. Nach kurzem Lageraufenthalt zog die Familie nach Bubenreuth, wo der Vater, der von Beruf Geigenbauer war, eine Anstellung bei den Framus-Werken fand. Edeltraud Hoyer erlebte als Jugendliche das distanzierte Verhältnis der Heimatvertriebenen zu den Einheimischen. Später absolvierte sie eine Ausbildung zur Schneiderin und übte diesen Beruf bis in die 1960er-Jahre aus und widmete sich dann der Erziehung der Kinder.

Inhalte

Geboren 1942 – Flucht mit den Eltern aus dem Sudetenland 1945 – Verteilung der Flüchtlinge – Einteilung in die Züge nach Bayern – Beschreibung einer Holzkiste mit persönlichen Gegenständen – Anfängliche Hoffnung auf Rückkehr – Ankunft im Sammellager Schwabach – Verhältnisse innerhalb des Lagers – Verteilung der Geflüchteten auf die Bauernhöfe in der Umgebung – Zuteilung nach Büchelberg – Sehr gutes Verhältnis zu den dortigen Einheimischen – Tätigkeit des Vaters als Geigenbaumeister in Bubenreuth – Einzug in ein Zweifamilienhaus 1951 – Finanzierung durch die Josephsstiftung – Anlegen einer Vertriebenensiedlung – Herkunft der übrigen Bewohner der Vertriebenensiedlung – Überwiegend andere Holzinstrumentenbauer innerhalb der Siedlung – Kontakt zur einheimischen Bevölkerung – Vorurteile der einheimischen Bevölkerung – Anfangs kein Zusammenhalt zwischen Geflüchteten und Einheimischen – Verschlossenheit gegenüber dem Fremden – Arbeit des Vaters in den Framus-Werken – Einschulung 1948/49 – Angenehme Schulzeit – Sehr gutes Verhältnis zu den einheimischen Kindern – Schneiderlehre – Bekanntheitsgrad der Framus-Werke – wenig Gesprächsbereitschaft der Eltern über die Vertreibung – Heimweh innerhalb der Familie – Treffen der Vertriebenen – Fortbestehen der Dialekte – Annäherung von Einheimischen und Vertriebenen durch die Kinder – Rolle der Arbeit im Prozess der Integration – Kauf des zunächst gemieteten Hauses durch den Vater – Feierabendgestaltung der Einheimischen und der Vertriebenen – Die Kirche als verbindendes Element – Besuch von Bundeskanzler Konrad Adenauer in Bubenreuth – Unterschiede in der Mode zwischen den 1960er-Jahren und der heutigen Zeit – Zeitgeist der 1960er-Jahre – Bedeutung der bei der Flucht mitgenommenen Holzkiste – Vernichtung persönlicher Erinnerungsgegenstände durch die Eltern vor der Flucht – Einmalige Rückkehr des Vaters in die alte Heimat – Keine psychischen Langzeitfolgen für die Eltern durch die Vertreibung – Persönliches Bild von Bayern – Persönliche Meinung zur Flüchtlingspolitik in der Bundesrepublik Deutschland seit 2015.

Daten

Art:
Thematisches Zeitzeugeninterview
Dauer:
0:45 h
Aufnahmedatum:
03.01.2017
Sprache:
deutsch