Zeitzeugen berichten

Max Huber Gastwirt

Themen

Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee 1948

Zeiträume

Nachkriegszeit (1945 - 1949)

Signatur
zz-0300.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Jahr
1948

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Max Huber (Wirtssohn beim Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee 1948) über die schwierigen Arbeitsbedingungen der Journalisten: Es gab nur zwei Telefonanschlüsse im Haus. Die Journalisten versuchten anfangs, das Personal zu bestechen, um besseren Zugang zu den Fernsprechverbindungen zu erhalten.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Thematisches Zeitzeugeninterview mit Max Huber, geführt am 14.02.1998, über den Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee 1948.

Biogramm

1923 geboren, Sohn des Pächters der Gaststätte im Alten Schloss auf Herrenchiemsee, Beteiligung an Organisation und Ablauf des Verfassungskonvents im August 1948.

Inhalte

Altes Schloss auf Herrenchiemsee, Einquartierung von Amerikanern, Betreten der Insel nur für Mitarbeiter des Hotels, prominente Gäste vor dem Krieg, Vater: seit 1909 Pächter der staatlichen Verwaltung, Personal war entlassen, keine Touristen mehr nach Währungsreform 1948, Verfassungskonvent war Glücksfall für den Vater, Kriegsheimkehr 1947, Quartiere beschafft für Sekretärinnen, Landtagsstenographen, die Staatsminister, Konferenzteilnehmer, zum Teil im Haus, zum Teil im Alten Schloss und in Privatquartieren untergebracht, Toiletten auf dem Gang, bescheidene Unterbringung, Sekretärinnen auf der Fraueninsel untergebracht, Reporter mussten sich selbst Quartiere suchen, Breitbrunn, Gstad, Politiker teils in Begleitung der Ehefrauen, Carlo Schmid, Zimmernummer sieben: Sitzungssaal, König Ludwig, Kommissionen, Versorgung mit Lebensmitteln, Metzger in Prien, Gärtner, Brauerei Stein, Hofbräuhaus München, Leiter des Konvents Anton Pfeiffer, Tagesablauf der Konferenzteilnehmer: Treffpunkt um 9 Uhr, Sitzungen, 17 Uhr Pressekonferenz mit Pfeiffer, Mittagessen, Nachmittagskaffee, Abendessen, Bierstube reines Tagungsbüro bis Mitternacht, Betrieb bei Tag und Nacht, Schinkenbrote und Wurstbrote für die Konferenzteilnehmer, 35 bis 40 Mitarbeiter, Konferenzteilnehmer: Carlo Schmid, Süsterhenn, Baade, friedlicher Eindruck von Herrenchiemsee nach dem Krieg, in Prien: UNRRA, Transportverkehr zur Insel, kleines Schiffchen, Polizeiboote, Nachtspaziergänge Carlo Schmids, nur zwei Telefonanschlüsse auf der Insel, Journalisten boten Geld, um telefonieren zu können, Journalisten mit Booten zum Telefonieren gefahren, Verdächtigungen wegen originalen Wortlauts in der Presse, Sekretärin war schuld, zehn Polizisten auf der Insel, Versuch der Priener Bayernpartei, ein Haberfeldtreiben zu veranstalten, wurde von der Polizei unterbunden, vorgezogener Seglerball, Ende des Konvents ohne Aufhebens, Frau von Professor Baade während des Kriegs in den USA: Überraschung über Seglerball, Kosten des Konvents 22.000 D-Mark, Telefonrechnung ebenfalls 22.000 D-Mark, Riesengeschäft, Touristen während des Konvents, Kontroverse über Bierlieferung, Stein an der Traun, München, Essensstandard, Bierstube und Nebenzimmer: Arbeitsräume für Konferenz, Landtagsstenographen diktierten den Sekretärinnen die Sitzungsprotokolle, Ortsbeschreibung des Hotels, Konvent fuhr für einen Tag nach München, "Schwarzwälder", Vermittlung von Blitzgesprächen, Lieferanten, Hauptverantwortung beim Vater, Stammgäste des Vaters, Vater: im Ersten Weltkrieg bei der Marine, während der NS-Zeit Kraft durch Freude-Hotel (KDF), Ruhpolding, nach dem Krieg Touropa, Vater: seit 1933 NSDAP-Mitglied, Gemeinderat auf Frauenchiemsee, Berater von Prof. Norkauer, Bau der Autobahnraststätte am Chiemsee, Münchner Gauleiter Adolf Wagner deponierte Wertgegenstände im Neuen Schloss.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
1:00 h
Aufnahmedatum:
14.02.1998
Sprache:
deutsch