Zeitzeugen berichten

Dr. Walter Holzapfl Jurist, Ministerialdirigent (Wirtschaftsministerium)

Themen

Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee 1948

Zeiträume

Nachkriegszeit (1945 - 1949)

Signatur
zz-0501
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Jahr
1948

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Walter Holzapfl über Unterbringung und Arbeitsbedingungen der Teilnehmer des Verfassungskonvents auf Herrenchiemsee 1948.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Thematisches Zeitzeugeninterview mit Dr. Walter Holzapfl, aufgenommen am 13.10.1999 in München, über die Arbeit des Verfassungskonvents auf Herrenchiemsee 1948.

Biogramm

1923 geboren, Jurastudium, 1948 als Landtagsstenograph Protokollführer beim Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee, 1953 Promotion zum Dr. jur. (Dissertation: Die verfassungsrechtliche Stellung der parlamentarischen Untersuchungsausschüsse in Bayern unter besonderer Berücksichtigung der Parlamentspraxis seit 1946), seit 1951 im Bayerischen Wirtschaftsministerium tätig, zuletzt Ministerialdirigent, 1982 in Ruhestand.

Inhalte

Die Atmosphäre auf Herrenchiemsee: Landtagsstenograph, Protokollführung, einfach eingerichtete Räume, Unterausschüsse in anderen Räumen, Speisesaal des Hotels, „Insel der Seligen“, Währungsreform 1948, 14 Tage freie Kost und Logis, Unterbringung der Delegierten im Hotel, Hilfskräfte in Privatzimmern der Inselbewohner - Der allgemeine Ablauf des Verfassungskonvents: drei Unterausschüsse, Vollsitzungen, hohes Arbeitstempo bedingt durch Zeitdruck, zusammenfassende Wiedergabe der Sitzungen der Ausschüsse, wörtliche Wiedergabe der Vollsitzungen, lange Tage, nur ein freier Tag - Grundsatzfragen: Grundrechte, Bestehen des Deutschen Reichs, Bezüge zur Weimarer Verfassung von 1919, grundlegende Neugestaltung, sachliche Verhandlungen, Formulierungsfragen, Länder als Grundlage des neuen Staats, Scheitern der Münchner Ministerpräsidentenkonferenz 1947, daher nur Vertreter der Länder der Westzone beteiligt, Freiheitsrechte, Bundesstaat - Die bayerischen Verfassungsvorstellungen: föderalistische Ausrichtung, Prof. Hans Nawiasky, Richard Ringelmann, Dr. Otto Barbarino, Parteien - Starker Einfluss Bayerns: Delegierte, bayerischer Verfassungsentwurf, Gegenentwurf zum NS-Staat, Bezugnahme auf Verfassung der USA und der Schweiz - Die Bedeutung des Föderalismus: keiner wollte Zentralstaat, unterschiedliche Vorstellung über Intensität des Föderalismus - Die Rolle Prof. Carlo Schmids (SPD), Franz Heubl (CSU), Prof. Hermann Louis Brill (SPD), Prof. Baade, Tagesablauf, hervorragende Stimmung, hohe Motivation, konzentriertes Arbeiten durch die Abgeschiedenheit begünstigt - Persönlichkeiten auf dem Konvent: Anton Pfeiffer (CSU), Staatssekretär Josef Schwalber (CSU), Prof. Hans Nawiasky, Danckwerts, Glaube an das Provisorium, Grundsatzarbeit von Staatsrechtlern, Politik spielte kaum eine Rolle - Der Einfluss von außen: Abhängigkeit nicht spürbar, Vorgehen bei der Verfassungsgebung, Parlamentarischer Rat, SPD-Vorsitzender Kurt Schumacher: Zentralist - Bedeutung des Konvents für die Beratungen des Parlamentarischen Rats, Grundlage einer Verfassung für die drei Westzonen, Claus Leusser, Richard Ringelmann, Resonanz in der Presse.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
0:30 h
Aufnahmedatum:
13.10.1998
Sprache:
deutsch