Zeitzeugen berichten

Dr. Kurt Held Jurist

Themen

Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee 1948

Zeiträume

Nachkriegszeit (1945 - 1949)

Signatur
zz-0578.02
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Jahr
1948

Im hier gezeigten Ausschnitt spricht Dr. Kurt Held über die Problematik des Misstrauensvotums in der Weimarer Republik und über die Erstellung des Abschlussberichts des Verfassungskonvents auf Herrenchiemsee und dessen Verwendung als Beratungsgrundlage im Parlamentarischen Rat.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Thematisches Zeitzeugeninterview mit Dr. Kurt Held, geführt am 25.03.1998, über die Tätigkeit des Verfassungskonvents auf Herrenchiemsee 1948.

Biogramm

1908 in Stuttgart geboren, 1927 bis 1931 Jurastudium in Tübingen und Leipzig, 1931 Staatsanwalt in Rottweil, 1935 Assessor, 1939-45 Soldat im Zweiten Weltkrieg, amerikanische Kriegsgefangenschaft, seit April 1946 Mitarbeiter im Justizministerium von Württemberg-Baden unter Justizminister Dr. Josef Beyerle, Teilnahme am Verfassungskonvent in Herrenchiemsee 1948, Unterausschuss II (Zuständigkeitsfragen auf dem Gebiet der Gesetzgebung), 1978 Pensionierung, 2000 verstorben.

GND: 1012786986

Inhalte

Verfassungskonvent von Herrenchiemsee: Sachverständigenausschuss für Verfassungsfragen, Frankfurter Dokument 1, Vorbereitung des Parlamentarischen Rats, Richtlinien in den Frankfurter Dokumenten festgelegt, Zeitdruck führte zu konzentriertem Arbeiten, juristisch und verwaltungsrechtlich qualifizierte Mitglieder, Delegation von Württemberg-Baden: Justizminister Dr. Josef Bayerle, Otto Küster: Rechtsanwalt und Amt für Wiedergutmachung, Held: abgeordneter Landgerichtsrat zur Abteilung öffentliches Recht - Kriegszerstörungen in Stuttgart, Fahrt über Land, Dörfer intakt - Insel Herrenchiemsee: "Bild des Friedens", gute bayerische Hausmannskost, Festlegung der Unterausschüsse, 11./12.08.1948 Aussprache des Plenums, drei Unterausschüsse eingesetzt, Unterausschuss I: Grundsatzfragen (Beyerle), Unterausschuss II: Zuständigkeitsfragen auf dem Gebiet der Gesetzgebung (Spitta), Unterausschuss III: Organisationsfragen: Aufbau, Gestaltung und Funktion der Bundesorgane (Zürcher), Ziele: UA I: Grundsatzfragen, Grundrechte, Würde des Menschen, Freiheitsrechte, UA II: Gesetzgebungsbefugnisse des Bundes, ausschließliche und konkurrierende Gesetzgebung, Rahmengesetzgebung, UA III: Aufteilung der Rechtssprechung, Bundesgerichte - Fahrt von Stuttgart nach Herrenchiemsee: Kriegszerstörungen in Stuttgart, Justizministerium in Villa am Berg verlagert, beengte Verhältnisse, Tätigkeit im Justizministerium in der Abteilung öffentliches Recht, Küster, Dr. Josef Beyerle, Fahrt mit altem Mercedes, Autobahn Ulm-München-Chiemsee, Ankunft im Schloss Herrenschiemsee, Begrüßung durch Vertreter der Bayerischen Staatsregierung, Dr. Anton Pfeiffer Leiter des Konvents, Unterbringung in altem Forsthaus, Mitgliedschaft im Unterausschuss II, Tagesablauf: Beginn zwischen 8 und 9 Uhr, Frühstück im Alten Kloster, zu Beginn: zweitägige Generaldebatte, Festlegung der Grundsätze, Vorlage für den Parlamentarischen Rat, Alliierte Initiative: Frankfurter Dokumente, provisorische Verfassung, Verweigerung der Ostzone, keine direkte Einwirkung der Alliierten, keine Einflussnahme der Parteivertreter, Hauptinitiative lag bei den Ministerpräsidenten der Länder, Föderalismus, Länderrechte, Berichte der Delegationsleiter an die Staatskanzleien, Persönlichkeiten: Dr. Josef Beyerle, Carlo Schmid, Dr. Otto Küster, Einsatz für das Konstruktive Misstrauensvotum (Erfindung des Herrenchiemseer Konvents): Artikel 67 GG, Weimarer Verfassung, Weiterexistenz des Deutschen Reichs, bayerischer Verfassungsentwurf, nach dem Ende der 14-tägigen Gesamtsitzung Einsetzung einer Redaktionskommission, Vorschläge in Zusammenhang bringen und Bericht zusammen stellen, einleitender Bericht, darstellender Teil, artikulierter Teil - Bedeutung des Verfassungsentwurfs für den Parlamentarischen Rat, Grundlage für die Beratung des Grundgesetzes, Verabschiedung GG am 23. Mai 1949, Juristen mit politischer Erfahrung, Weimarer Generation, Konstruktives Misstrauensvotum, Verhindern einer negativen Mehrheit, föderalistische Tradition der Süddeutschen setzte sich durch, Isolierung auf der Insel sollte für ungestörtes Arbeiten sorgen, in Stuttgart: Bericht des Ministers an die Abteilungsleiter, Verfassungsgebung lief über Bonn, Anlass des Verfassungskonvents: Frankfurter Dokumente, demokratische Verfassung auf föderalistischer Grundlage, Verfassungsentwurf, Begriff "Grundgesetz": provisorischer Charakter der Staatsgründung, Frage des Volksentscheids, Mehrheit der Länder, Ministerpräsidenten, Bedeutung der Aufgabe, sorgfältige Arbeitsweise, Küster, Gegnerschaft zum NS-Staat, Kriegszeit, Einstufung als "Mitläufer", Justizministerium von Württemberg-Baden, Abteilung "Wiedergutmachung", Volkacher Bund, Atmosphäre in Herrenchiemsee, Frauen der Teilnehmer zum Teil in der Nähe einquartiert, Lösung der wesentlichen Fragen: Finanzen, Wiedererkennungswert des Entwurfs im GG, Persönlichkeiten: Pfeiffer, Carlo Schmid, Beyerle, Staatssekretär Brill aus Hessen, Minister Süsterhenn aus Rheinland-Pfalz, Danckwerts aus Nordrhein-Westfalen, Dr. Kordt, Dr. Drexelius, Dr. Spitta, Dr. Schwalber, Staatssekretär Kollmann, Staatssekretär Ringelmann, Bedeutung des Unterausschusses I.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
1:00 h
Aufnahmedatum:
25.03.1998
Sprache:
deutsch