Zeitzeugen berichten

Markus Wasmeier Skirennfahrer; Olympia-Teilnehmer 1994 in Lillehammer (Gold im Super-G, Gold im Riesenslalom); Museumsbetreiber

Themen

Ski Alpin

Zeiträume

Bayern in der Bundesrepublik (1949 - 1989)

Signatur
zz-1718.03
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Jahr
1987

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Markus Wasmeier über seinen Sturz beim Weltcup-Rennen im Super-G in Furano in Japan, der einen Wirbelbruch zur Folge hatte.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Markus Wasmeier, aufgenommen am 04.06.2016 in Schliersee/Neuhaus, über seine elterliche Prägung, seine Schulzeit, seine Sportlerkarriere, seine Motivation, die Skiweltmeisterschaft 1985 in Bormio, die Weltmeisterschaft 1987 in Japan und den Wirbelsäulenbruch, die Olympischen Spiele 1988 in Calgary, die Enttäuschungen im Profi-Sport, den Umgang mit den Medien und den Fans, die Veränderungen der Abfahrtstechnik und Pistenpräparierung im Laufe der Zeit, die Saison 1992/93, die Olympischen Spiele in Lillehammer 1994, das Karriere-Ende, die 20 Jahre als Ski-Experte für die ARD und den Aufbau des Markus Wasmeier Bauernhof- und Wintersportmuseums in Schliersee.

Biogramm

Markus Wasmeier, geb. am 09.09.1963 in Schliersee, fuhr Rennen in sämtlichen Alpinen Ski-Disziplinen, wobei seine Stärken in der Abfahrt und vor allem im Super-G lagen. Seine größten Erfolge feierte er aber im Riesenslalom; in dieser Disziplin gewann er zwar kein einziges Weltcuprennen, wurde aber 1985 Weltmeister und 1994 Olympiasieger. Eine weitere olympische Goldmedaille kam ebenfalls 1994 im Super-G hinzu sowie 1987 eine WM-Bronzemedaille. Im Weltcup gewann er neun Rennen sowie die Super-G-Disziplinenwertung in der Saison 1985/86. Wasmeier wurde im Dezember 1994 als erster männlicher Skirennläufer überhaupt zum deutschen Sportler des Jahres gewählt. Er ist Träger des Silbernen Lorbeerblattes. Nach Beendigung seiner aktiven Karriere war er für die ARD als Ski-Experte tätig. In dieser Funktion analysierte er Rennen bei Olympischen Spielen, Weltmeisterschaften und im Weltcup, außerdem stellte er den Zuschauern mit Handkamera-Fahrten jeweils die Pisten vor. Seit November 2000 gehört Wasmeier dem Sportbeirat des Deutschen Skiverbandes an. 2007 eröffnete Wasmeier das Markus Wasmeier Bauernhof- und Wintersportmuseum in Schliersee. Mit Hilfe von Sponsoren ließ er drei historische Bauernhäuser, die vom Verfall bedroht waren, abtragen und in Schliersee wieder aufbauen. Im Juli desselben Jahres erhielt er den Bayerischen Sportpreis in der Kategorie „Hochleistungssportler Plus“, im Juli 2007 wurde er von Ministerpräsident Edmund Stoiber mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet. 2011 erhielt er den Bayerischen Poetentaler. Wasmeier ist Ehrenbürger seiner Heimatgemeinde Schliersee.

GND: 119184494

Inhalte

Geboren 1963 – Elterliche Prägung: „Liebe zum Sport“ – Schwierige Schulzeit – Berufswunsch: Restaurator – Vereinbarkeit von Sport und Berufsausbildung (Malerlehre) – Sportförderung bei der Bundeswehr – Anfangsschwierigkeiten in der professionellen Sportkarriere – Körperliche Verfassung als Jugendlicher – Vorgaben des Deutschen Skiverbands (DSV) – Erste sportliche Erfolge: Deutsche Schülermeisterschaft, Aufnahme in C-Nationalmannschaft – Spezialisierung auf Speed-Disziplinen – FIS-Punktesystem (Fédération Internationale de Ski, FIS) – Erstes Weltcup-Abfahrtsrennen Saison 1982/83 – „Die ganz Großen“ – Beginn der Weltcupkarriere 1984/85, Zweiter Platz im Riesenslalom von Sestriere – Innere Motivation: Wettkampf im Training – Anekdote vom fast verpassten Start und Sieg beim Riesenslalom bei der Skiweltmeisterschaft 1985 in Bormio – Medienrummel und Reaktion der Mutter auf den Sieg: „Jetzt haben wir den Dreck im Schachterl“ – Versehentliches Abspielen der DDR-Hymne bei der Siegerehrung (Skiweltmeisterschaft 1985) – Reaktionen auf die DDR-Hymne – Sieger-Interview beim ZDF in bayerischer Mundart – Karriere nach dem Weltmeistertitel 1985 – Höchstform 1986/87 – Verletzung 1987 – Bronze-Medaille beim Super-G 1987 trotz Sturz – Sturz beim Super-G in Furano in Japan – Erster Gedanke nach dem Sturz – Versorgung in Japan – Verletzung: Wirbelbruch – Trainingsalltag – Reisealltag – Regeneration nach Wirbelbruch in Neuseeland auf eigene Kosten – Enttäuschung bei den Olympischen Spielen in Calgary 1988 – Größte Lehrzeit – Fehlende Menschlichkeit im Profi-Sport – Mediendruck – Umgang mit den Medien nach dem Leitspruch: „Man sieht sich immer zweimal im Leben.“ – Ehrgeiz bis zum letzten Rennen – Leitspruch: „Selten ein Schaden, wo es nicht auch einen Nutzen hat.“ – Schwere Saison 1991 – Sieg im Super-G in Kanada 1991 – Veränderungen der Abfahrtstechnik im Lauf der Zeit – Veränderung der Pistenpräparation – Veränderungen der Umstände bei der Abfahrt – Veränderungen in der Schuh- und Skitechnik – Probleme durch Firmenwechsel vor der Olympiade in Val-d'Isère 1992 (Albertville) – Erfolgreichster Servicemann des alpinen Skisports in der Geschichte: Edi Unterberger – Siegesschancen in Abhängigkeit vom Skimaterial – Trainingsunfall: Bänderriss in der Schulter beim Fußball vor Super-G bei Olympia 1992 – Voraussetzungen in der Profi-Sportkarriere – Renntraining zum Saisonbeginn 1992/93 mit den Österreichern in St. Vigil in Südtirol – Zusammenstoß mit Servicemann beim Renntraining – Schwere Verletzungen eine Woche vor Saisonbeginn 1992/93 – Gequälte Saison 1992/93 – „Ich habe nicht eine Sekunde an Aufgeben gedacht.“ – Olympische Spiele in Lillehammer 1994 – Mit geliehenem Ski in den Riesenslalom vor der Olympiade in Crans-Montana: Ski schonen für Lillehammer – Medienreaktion auf erstes Rennen in Lillehammer (Platz 38): „Wasi, warum lächelst du?“ – Kein Platz im ‚Deutschen Haus‘ in Norwegen für Sportler der hinteren Ränge – Demütigung der Sportler bis heute (Beispiel: Olympische Spiele in Sotschi 2014) – Tag des ersten Goldmedaillengewinns bei den Olympischen Spielen in Lillehammer 1994 – Training in Schweden während der Olympischen Spiele in Lillehammer 1994 – Favorit Freddy Nyberg für Schweden – Freund Jan Einar Thorsen für Norwegen – Tag des zweiten Goldmedaillengewinns bei den Olympischen Spielen in Lillehammer 1994 – „Krimi“: Knapper Sieg – Mitfühlen mit engem Freund Jan Einar Thorsen (Viertplatzierter) – Schweizer Urs Kälin (Zweitplatzierter) – Gefühl beim Goldmedaillengewinn – Sturz beim Weltcup-Rennen in Aspen/USA 1994 – „Zurück auf den Boden der Tatsachen.“ – Erste Zweifel – Gründe für die Beendigung der Karriere nach Lillehammer mit 31 Jahren – Familienplanung – Erster Olympiasieger mit über 30 Jahren – „Die richtige Entscheidung“ – Höhen und Tiefen im Umgang mit den Medien und den Fans – Respektloses Verhalten von Fans – Der Name Wasmeier als Marke – Aufschwung des Wintersports in Deutschland durch Wasmeier – Marke Boris Becker für den Tennissport (ehemaliger deutscher Tennisspieler, Olympiasieger) – Vergleich Skisport und Tennissport – Schmerzlicher Abschied von der Skisportfamilie – „Keine abgesperrte Piste mehr“ nach Karriereende – Einführung der „Kamerafahrt“ – 20 Jahre als Ski-Experte für die ARD – Kindheitserfahrungen mit Freilichtmuseen – Kauf eines Hauses durch den Vater – Ab- und Wiederaufbau des Hauses – Entstehung der Idee zum Markus Wasmeier Bauernhof- und Wintersportmuseum in Schliersee – Vereinsgründung 1997 – Viel Gegenwind für das Museumsprojekt – Geldnöte beim Museumsprojekt – Verkauf des Talismans „Uller“ (Schutzpatron der Wintersportler) als Baustein – Finanzierung des ersten Gebäudes (Riederhof) durch „Uller“-Verkaufsaktion – Eigeninitiative beim Museumsprojekt – Die Museumsgründer – Rückhalt der Familie – Erstnennung mancher Häuser im 13. Jahrhundert – Baubeginn 1999 – Anerkennung für das Museum – Beobachtung der Museumsbesucher – Erlebnisfaktor Freilichtmuseum – Bedürfnisse der Museumsbesucher – Anspruch an das Museum – Heimatbegriff – Schleichender Verlust der bayerischen Sprache – Vorbild Schweiz bezüglich der Schulbildung in Mundart – Vielseitigkeit der Dialekte in Bayern – Appell zum Erhalt der Dialekte – Assoziationen mit Bayern im Ausland – Schockierende Bayern-Inszenierungen im Ausland – Resümee zur Sportlerkarriere: „Vom sensiblen Schüler zum selbstbewussten Mann“ – Sport als „beste Lebensschule“ – Persönliches Bild von Bayern – Eigenschaften der Bayern – „Neid ist das größte Übel.“ – Verbesserungsvorschläge – Meinung zum Umgang mit Flüchtlingen und Asylbewerbern heute.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview
Dauer:
1:30 h
Aufnahmedatum:
04.06.2016
Sprache:
deutsch