Zeitzeugen berichten

Dr. Theo Waigel Politiker (CSU), 1988-1999 CSU-Vorsitzender, 1989-1998 Bundesfinanzminister

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Politik

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Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Dr. Theo Waigel über die Einrichtung einer Doppelspitze innerhalb der CSU nach dem Tod von Franz Josef Strauß 1988, seine Kandidatur als Parteivorsitzender sowie über die Zusammenarbeit mit Ministerpräsident Max Streibl.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Dr. Theo Waigel, aufgenommen am 28.08.2017 in Seeg, über seine berufliche Ausbildung, seinen Eintritt in die CSU, sein Verhältnis zu Franz Josef Strauß, die Entwicklungen innerhalb der CSU seit den 1960er-Jahren, seine Wahl zum CSU-Vorsitzenden, das Erleben der deutschen Wiedervereinigung 1989/90, den Umgang mit der Wirtschaft der DDR, die Einrichtung der europäischen Währungsunion, die Rolle Bayerns in Deutschland und der Welt sowie über sein persönliches Bild von Bayern.

Biogramm

Theo Waigel wurde am 22.4.1939 in Oberrohr bei Krumbach geboren und studierte von1959-1963 Rechts- und Staatswissenschaften in Würzburg und München. 1967 promovierte er mit der Arbeit "Die verfassungsmäßige Ordnung der deutschen, insbesondere der bayerischen Landwirtschaft". Von 1969-1970 war er persönlicher Referent des Staatssekretärs im Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und von 1970-1972 persönlicher Referent des Bayerischen Staatsministers für Wirtschaft- und Verkehr.   Bereits 1957 trat Waigel in die Junge Union ein und 1960 in die CSU. Von 1961-1970 war er Kreisvorsitzender der Jungen Union Krumbach und von1966-1972 Mitglied des Kreistags Krumbach. In den Jahren 1971 bis 1975 hatte er das Amt des Landesvorsitzenden der Jungen Union Bayern inne und war Mitglied des CSU-Landesvorstands. Von 1972-2002 war er Mitglied des Deutschen Bundestags und in den Jahren 1973-1988 Vorsitzender der CSU-Grundsatzkommission. 1988 wurde er zum Parteivorsitzenden der CSU gewählt und wurde 1989 in das Amt des Bundesministers für Finanzen berufen, das er bis 1998 innehatte. In dieser Funktion hat er wesentlich den Vertrag von Maastricht mitgestaltet und für die Bundesrepublik Deutschland unterzeichnet. 1999 trat er als Parteivorsitzender zugunsten von Edmund Stoiber zurück. Seit 2009 ist Theo Waigel Ehrenvorsitzender der CSU.
GND: 118818716

Inhalte

Geboren 1939 – Erleben des Endes des Zweiten Weltkriegs 1945 – Aufnahme eines aus dem Sudetenland vertriebenen Ehepaars im Elternhaus – Besuch der Oberschule Krumbach – Abitur 1959 – Tätigkeit als Staatsanwalt nach Abschluss eines Jurastudiums – 1969 Wechsel in das Finanzministerium – 1960 Eintritt in die CSU – Politische Ziele und Visionen – Politische Lehrväter – 1982 Wahl zum Landesgruppenvorsitzenden – Verhältnis zu Franz Josef Strauß – Politisches Zusammenwirken von Alfons Goppel und Franz Josef Strauß – Etablierung der CSU als Volkspartei – Zusammenführung verschiedener Traditionen und Sozialmilieus innerhalb der CSU – Einrichtung einer flächendeckenden Parteiorganisation – Position der CSU in Bonn und München – Erfahrungen in Regierung und Opposition – Verhältnis von Helmut Kohl und Franz Josef Strauß – Anspruch Kohls Bundeskanzler zu werden – Niederlage von Franz Josef Strauß gegen Helmut Schmidt bei der Bundestagswahl 1980 – Vermittlung zwischen Strauß und Kohl bei Streitfragen – Einrichten einer CSU-Doppelspitze nach dem Tod von Franz Josef Strauß – 1988 Wahl zum Parteivorsitzenden – Zusammenarbeit mit Max Streibl – 1989 Berufung zum Bundesfinanzminister – Langsamer Zerfall der UdSSR und der DDR – Erleben des 09. November 1989 – Freude über die deutsche Wiedervereinigung 1990 – Beziehungen der CSU zu den politisch Verantwortlichen in der DDR – Gründe der schnellen Einführung der D-Mark in der ehemaligen DDR 1990 – Fehler im Umgang mit der DDR-Wirtschaft – Verhandlungen für den deutsch-deutschen Einigungsvertrag – Verhalten Michail Gorbatschows während der Verhandlungen – Bedeutung des Vertrags von Maastricht 1992 – Motive für die Einführung einer europäischen Währungsunion – Verhandlungsprozesse zur Schaffung des Vertrags von Maastricht – Kriterien der Währungsunion – Bedenken der deutschen Bevölkerung gegenüber der Einführung des Euro – Notwendigkeit einer abgestimmten Wirtschaftspolitik innerhalb der europäischen Währungsunion – 2004 und 2007 Ost-Erweiterungen der Europäischen Union – Inhalte des finanzpolitischen Konzepts der „neuen Symmetrie“ – 1998 Rücktritt als Parteivorsitzender der CSU – Persönliches Verhältnis zu Edmund Stoiber – Unterschiede des politischen Betriebs zwischen Berlin und Bonn – Rolle der bayerischen Landesvertretung – Rolle Bayerns in Deutschland und der Welt – Persönliche Bedeutung des Glaubens – Persönliches Bild von Bayern: Beschreibung der bayerischen Mentalität – Persönliche Meinung zur Flüchtlingspolitik der Bundesrepublik Deutschland seit 2015.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview
Dauer:
2,5 h
Aufnahmedatum:
28.08.2017
Sprache:
deutsch