Zeitzeugen berichten

Ruth Paulig Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen)

Themen

Parteien und Politiker

Umwelt- und Naturschutz

Zeiträume

Bayern in der Bundesrepublik (1949 - 1989)

Signatur
zz-1370.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Jahr
1986

Im hier gezeigten Ausschnitt erläutert Ruth Paulig das breite Themenspektrum, das die Grünen nach ihrem Einzug in den Landtag bearbeiteten.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview mit Ruth Paulig, geführt am 16.12.2010 in Herrsching, über die Gründungsgeschichte der Grünen, die Oppositionspolitik der Grünen im Bayerischen Landtag seit 1986, die Veränderungen im Selbstverständnis der Abgeordneten und die wichtigsten politischen Erfolge der Grünen.

Biogramm

Ruth Paulig wurde 1949 in Seefeld geboren. Nach dem Abitur 1968 studierte sie Biologie an der LMU München sowie Kunsterziehung an der Akademie der Bildenden Künste in München. Ab 1974 war Ruth Paulig als wissenschaftliche Angestellte an der LMU tätig und später auch als Kunsterzieherin an Gymnasien in München, Germering und Gilching. Zusammen mit Petra Kelly und Gert Bastian zählt Frau Paulig zu den Gründungsmitgliedern der Grünen. 1986 wurde sie in den Bayerischen Landtag gewählt, dem sie bis 2008 angehörte. Dort war sie Stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz sowie umweltpolitische Sprecherin ihrer Fraktion. Von 1996 bis 1998 war Ruth Paulig bayerische Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen und von 1998 bis 2000 Vositzende der Landtagsfraktion der Grünen. 2009 war sie an der Gründung des Vereins "Promoting Africa" beteiligt, der humanitäre Projekte in Afrika unterstützt. 2001 erhielt sie den Bayerischen Verdienstorden.

GND: 134030982

Inhalte

Aufgewachsen in Schlagenhofen am Wörthsee – Volksschule – Elsa-Brandström-Gymnasium in Pasing – 1968 Abitur – Studium der Kunsterziehung an der Kunstakademie und der Biologie an der Universität München – Diskussionszirkel: Gesellschaftstheorien, marxistische Wirtschaftstheorien – Diplom in Biologie und Anstellung als Wissenschaftliche Assistentin im Bereich Mikrobiologie – Fortsetzung des Kunststudiums – Arbeit in beiden Bereichen – 1977 Teilnahme an den Gründungsgesprächen der Grünen – Kandidatur bei der Kommunalwahl und Landtagswahl 1978 – August Haußleiter – Herbert Gruhl – CDU – CSU – Bündnis aus AUD und „Grüne Aktion Zukunft“ – Namensfindung – Einfluss vieler Gruppierungen: Bund Naturschutz, Eine-Welt-Bewegung – Anti-Atom-Bewegung, engagierte Frauen – „Grenzen des Wachstums“ – Carl Amery – gebildetes Bürgertum als Basis der Grünen – Projekt Großflughafen München – Zulauf aus der Kunstszene: Joseph Beuys – Abspaltung von der ÖDP wegen der Abtreibungs-Debatte – 1980 Kandidatur für den Bundestag – Grundprinzipien der Politik: basisdemokratisch, sozial, ökologisch, gewaltfrei – Rotationsprinzip – Europaparlament – Petra Kelly – Gert Bastian – Franz Joseph Strauß – Themen: Planung der Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf, Tschernobyl – Armin Weiß – Max Streibl – Verweigerung der Anerkennung durch die CSU – Hans Schuierer (SPD) – Einzug in den Bayerischen Landtag 1986 – Themen im Landtag: Atomenergie, Chemie-Politik, Aufarbeitung der militärischen Altlasten, Stahlindustrie/Maxhütte, Waldsterben, saubere Luft, Verkehrspolitik, Agrarpolitik, Klimaschutz – Christian Magerl – Arbeitsweise der Grünen-Fraktion – Verhältnis zwischen Landesverband und Fraktion – effektive Oppositionsarbeit – Ausschluss von Ausschüssen – Hartmut Bäumer – Eleonore Romberg – Aktion „Filz“ – Peter Gauweiler – Aktionen und die Reaktionen der anderen Parteien – Edmund Stoiber – Alois Glück – 1970 Gründung des Umweltministeriums – Verhältnis zur Presse – Christine Scheel – Margarete Bause – Veränderung im Auftreten der Abgeordneten – Verhältnis zur SPD geprägt durch Konkurrenz – erfolgloser Versuch der Kopie der grünen Politik durch SPD und CSU – Verhältnis zu den Gewerkschaften – Verhältnis zur Wirtschaft – keine größere Steigerung der Wählerschaft – FDP – Grüne als „Premium-Opposition“ – 1996 bis 1998 Landesvorsitzende – 1998 Spitzenkandidatin – Joschka Fischer – Konflikte innerhalb der Fraktion – Balance zwischen Politik, Arbeit und Familienleben – BSE-Debatte – freiwilliger Rücktritt als Fraktionsvorsitzende – Andrea Fischer – Barbara Stamm – Cem Özdemir – Themen: Hochwasserschutz, Feinstaubbelastung, Klimaschutz, Artenschutz, Schutz des Alpenraumes – Umweltausschuss – Petitionen – Atomausstiegsgesetz: interne Debatten mit den grünen Regierungsvertretern – Jürgen Trittin – Erneuerbare-Energien-Gesetz – Meinung zur Wiedervereinigung 1989/90 – Helmut Kohl – Daniel Cohn-Bendit – Jens Reich – Fusion mit dem ostdeutschen „Bündnis 90“ – Debatten um den Kosovo-Einsatz – Hans-Günter Schramm – Joschka Fischer: prägend für die Grünen – Jutta Ditfurth – Auseinandersetzungen zwischen Realos und Fundis – Positionierung im Parteienspektrum – Koalitionen – größte politische Erfolge: Atomausstieg, Verhinderung der WAA in Wackersdorf, Ausbau der erneuerbaren Energien, Klimaschutz, Artenschutz – „Stuttgart 21“ – Reinhard Bütikofer – Claudia Roth – Verein „Promoting Africa“ – Veränderung der Grünen-Partei durch den Generationenwechsel – Gründe für die niedrige Mitgliederzahl – Legalisierung weicher Drogen – Ruth Paulig als „Hexe“ im Parlament – Petra Kelly – Otto Schily – Jürgen Trittin – Jutta Ditfurth – Hartmut Bäumer – Daniel Cohn-Bendit – Verhältnis der Grünen zu den USA – Verhältnis zur SPD und CDU/CSU.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
02:00 h
Aufnahmedatum:
16.12.2010
Sprache:
deutsch