Zeitzeugen berichten

Dr. Stefanie von Werz Unternehmensberaterin

Themen

Opposition und Widerstand gegen das NS-Regime

Zeiträume

NS-Diktatur und Zweiter Weltkrieg (1933 - 1945)

Signatur
zz-1527.03
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Jahr
1945

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Stefanie von Werz über das Scheitern des Aufstands der Freiheitsaktion Bayern und die anschließende Verfolgung der Teilnehmer durch das NS-Regime.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Thematisches Zeitzeugeninterview mit Dr. Stefanie von Werz, aufgenommen am 13.12.2013 in Entraching, über ihre Herkunft, die Tätigkeit der Widerstandsgruppe Freiheitsaktion Bayern, das Kriegsende 1945 und ihr Bild von Bayern.

Biogramm

Stefanie von Werz, 1948 geboren, ist die Tochter des Mediziners Dr. Robert von Werz und Ebba Ottow, die sich 1943 auf dem Staatsgut Hirschau bei Marzling nahe Freising kennengelernt haben. Ihre Mutter war schon früh von sehr negativen Erlebnissen im „Dritten Reich“ geprägt worden und unterstützte daher ganz entschieden die Aktivitäten Ihres Mannes in der Widerstandsgruppe Freiheitsaktion Bayern, die von Hauptmann Rupprecht Gerngross geleitet wurde. Diese hatte u.a. zum Ziel, die Alliierten durch die Besetzung des Rundfunksenders in München-Freimann am 28.04.1945 sowie Festnahmen bedeutender Nationalsozialisten sinnloses Blutvergießen am Ende des Krieges zu verhindern. Dr. Robert von Werz hat ein Tagebuch hinterlassen, in dem er seine Erlebnisse in der Widerstandsgruppe bis zum Aufstand beschreibt. Dr. Stefanie von Werz hat Psychologie und Ethnologie studiert und war viele Jahre in der Verlagsbranche tätig bevor sie sich 2004 mit einer Unternehmensberatungsfirma selbständig machte.

Inhalte

Mutter 1919 in Stettin geboren – Familie der Mutter sehr früh gegen den Nationalsozialismus eingestellt – Enthebung ihres Vaters aus seinem Amt als Chefredakteur bei den Augsburger Neuesten Nachrichten aufgrund eines Leitartikels gegen die Nationalsozialisten – Mutter verließ die Schule mit siebzehn Jahren weil der Direktor ein Nationalsozialist war – Annahme einer Stelle beim Generalkommando der deutschen Generäle – Tod des Bruders der Großmutter in Verbindung mit den Nationalsozialisten – frühe Gegnerschaft der Mutter zu den Nationalsozialisten – Abschuss des Verlobten der Mutter als Flieger – durch Untergasser Kontakt zum Widerstand – schon ab 1943 Bemühungen um aktiven Widerstand – Mutter als treibende Kraft für den Widerstand in der Familie – Vater 1901 in Sarajewo geboren – Einbürgerung nach Deutschland – Ablehnung einer Professur wegen Ablehnung des Nationalsozialismus – wissenschaftliche Arbeit im Ausland – Rückkehr nach Deutschland 1936 – Arbeit bei der Luftfahrtmedizin – Motiv der Eltern für den Widerstand war das massenhafte Sterben aufzuhalten – Freiheitsaktion Bayern als Gruppierung von Widerstandsgruppen – Ziel Kontakt zu den Alliierten aufzunehmen – viele Überlebende aus alten Widerstandsgruppen – Bedrohung durch Spitzel – anonymisiertes Tagebuch der Eltern – Hauptmann Gerngross als Führer – andere Personen ebenso wichtig – Versuche Zugang zu Funksendern zu bekommen – Aufstand am 28.04.1945 – Scheitern des Aufstands – Tagelanges Verstecken der Beteiligten – Befreiung durch die Amerikaner – Heirat der Eltern kurz nach Kriegsende – schlechte Meinung vieler Teilnehmer der Widerstandsaktionen gegen Gerngross – Selbstdarstellung und Verdrängung der anderen Teilnehmer – Karrieren der Beteiligten des Aufstandes – Ziel der Freiheitsaktion Bayern das Töten zu beenden – Verhinderung einer weiteren Bombardierung Münchens durch Signale an die Alliierten – Selbstdarstellung von Gerngross lässt andere Teilnehmer in Vergessenheit geraten – Vorkämpfer des Widerstands haben tiefe Verwurzlung in alten Widerstandsgruppen wie der Stauffenberg-Gruppe – Stolz auf die Eltern – Bild von Bayern

Daten

Art:
Thematisches Zeitzeugeninterview
Dauer:
0:45 h
Aufnahmedatum:
13.12.2013
Sprache:
deutsch