Zeitzeugen berichten

Olympia 1972 Ingeborg Wörndle // Stadionsprecherin bei den Olympischen Spielen 1972

Signatur: zz-1339.01
Copyright: Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)

Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview mit Ingeborg Wörndle, geführt am 14.12.2009 in Garmisch-Partenkirchen, über ihr Leben und die Arbeit als Stadionsprecherin.

Im hier gezeigten Ausschnitt schildert Ingeborg Wörndle die Vorbereitung zu ihrer Aufgabe als Kommentatorin für die Wettkämpfe im Ringen bei den Olympischen Spielen 1972 in München.

Biogramm

Ingeborg Wörndle wurde 1916 in Berlin geboren und entschloss sich nach ihrem Abitur 1934 und einem Sprachstudium in Perugia, bei den Olympischen Spielen 1936 in Garmisch-Partenkirchen als Dolmetscherin zu arbeiten. Nach dem Krieg wurde sie Sportdirektorin im Recreation Center in Garmisch. Aufgrund ihrer Sprachkenntnisse und ihrer schnellen Auffassungsgabe war sie als Kommentatorin bei vielen Olympischen Spielen tätig, so auch bei den Sommerspielen in München 1972. Dank ihrer markanten Stimme erhielt sie von amerikanischen Kollegen den Spitznamen "The Voice". Nach ihrer Pensionierung arbeitete Ingeborg Wörndle ehrenamtlich im Seniorenheim. 2010 erhielt sie die Ehrenbürgerwürde in Garmisch-Partenkirchen. 2011 verstarb Ingeborg Wörndle in Garmisch-Partenkirchen.
GND:

Inhalt

Geboren und aufgewachsen in Berlin – Tod des Vaters im Ersten Weltkrieg – 1934 Abitur – erster Kontakt mit dem Süden Europas durch eine Skireise in die Dolomiten – im Alter von 15 Jahren deutsche Jugendmeisterin im Langlauf – Wunsch nach der Teilnahme an den Olympischen Spielen – Reise nach Garmisch-Partenkirchen – 1934 erfolglose Bewerbung als Langläuferin beim Olympischen Komitee, da keine nordischen Disziplinen für Frauen vorgesehen waren – Hans von Tschammer und Osten – Erlernen der italienischen Sprache als Bedingung für eine Einstellung im Management – Anstellung als Au-Pair in Italien – Studium in Florenz und Perugia – Universitá per Stranieri – 1935/36 Diplom – 1936 Anstellung als Dolmetscherin für die Olympischen Winterspiele in Garmisch – Assistentin des Pressechefs Herrn von Menten – Ansagen nur bei Eislaufwettkämpfen, sonst Mitteilung der Ergebnisse und Platzierungen auf Holzgestellen mit Tafeln – „Paternoster-Autobus“ – Robert Ley – Stimmung bei den Spielen 1936 – Ritter von Halt – Baron Peter von Le Fort – Tätigkeit bei den Olympischen Sommerspielen in Berlin 1936 – nach dem Krieg Beginn der Tätigkeit als Stadionsprecherin nach amerikanischem Vorbild – olympische Sprachen: Englisch, Französisch, Sprache des Gastgeberlandes – 1956 Stadionsprecherin bei den Olympischen Spielen in Cortina d´Ampezzo – Anstellung beim Recreation Center der U.S. Army in Garmisch – 1946 Rückkehr des Ehemannes aus russischer Kriegsgefangenschaft – Toni Seiler – 1964 Olympische Winterspiele in Innsbruck – Transport mit dem Hubschrauber des Bundespräsidenten – Aneignung des Fachwissens mithilfe von Unterlagen des Olympischen Komitees – Sommerspiele 1960 in Rom: Korrespondentin für den Bayerischen Rundfunk – Josef Kirmaier – Winterspiele 1968 in Grenoble: Tätigkeit als Stadionsprecherin bei den Bob-Wettbewerben – 1968 Korrespondentin bei den Sommerspielen in Mexiko – Anreise mit Zug, Flugzeug und Bus – getrennte Mannschaften der BRD und DDR – 1971 Krebserkrankung – Stadionsprecherin 1972 in München für die Disziplin Ringen – Aneignung des Fachwissens in einer Ringerschule in Kleinostheim – Gewichtheben – Generalprobe im März 1972 – Olympisches Dorf – moderne Choreografie der Eröffnungsfeier – Kurt Edelhagen – Willi Daume: Motto der "heiteren Spiele" – Ablauf der Kommentierung beim Ringen – Vorgaben für die Kommentierung – Freistil, griechisch-römischer Stil – Russen, Türken, Japaner, Israeli – Beispiel einer Kommentierung – neutrale Kommentierung: Fakten, Namen, Platzierungen, keine privaten Details – Atmosphäre beim Ringen – herausragende Sportler: Heide Rosendahl, Ulrike Meyfarth, Mark Spitz – Geiselnahme während der Olympischen Spiele in München – Avery Brundage – Trauerfeier – Willy Daume: Chef des Organisationskomitees – Olympische Spiele als Show – Joachim Fuchsberger – Olympiabauten: Zeltdach – Schlussfeier – Sportfunktionäre – Doping: 1972 kein Thema – keine großen Unterschiede zwischen den Spielen damals und heute – zunehmende Kommerzialisierung der Olympischen Spiele – früher: Ehre und Preis als wichtigster Faktor – fröhliche, jugendliche, frische, saubere Spiele – Maskottchen: Waldi – 1976 Sprecherin bei den Winterspielen in Innsbruck – Franz Klammer – Rosi Mittermaier – 1988 Kommentatorin bei den Paralympics in Österreich – Königin von Schweden – Birger Ruud – Matthias Claudius – heute ehrenamtliche Tätigkeit im Klinikum als Lotsin und im Seniorenheim – moderne Moderation als „Quatscherei am Mikrofon“ empfunden – Moderation von Rodelwettbewerben – Kommentatorin bei der Weltmeisterschaft der Ärzte und Medizin – 1965 Ruhestand – keine Fernsehkarriere wegen den Kindern – Fazit für die Spiele 1972: zu lockere Sicherheitsvorkehrungen – Auszeichnungen: Bundesverdienstkreuz, Ehrenring der Stadt Garmisch-Partenkirchen – Sport als ideelle Sache – Moderationsstil: stets sachlich und faktennah – Karl Erb – Ausschluss der rhodesischen Mannschaft wegen der Apartheidspolitik – Harry Valerién – Robert Lembke – Blacky Fuchsberger – Oskar Klose – Eberhard Stanjek.  

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
2:00 h
Aufnahmedatum:
14. Dez 2009
Sprache:
deutsch