Zeitzeugen berichten

Natur und Umweltschutz Michael Haug // Dipl.-Ing. für Landschaftspflege und Landschaftsgestaltung; langjähriger Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald

Signatur: zz-2058.02
Copyright: Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Michael Haug, aufgenommen am 31.10.2020 in Grafenau, über seine Ausbildung und sein Studium, die Planung und Entstehung des 1970 gegründeten Nationalparks Bayerischer Wald, seine Mitwirkung daran ab 1969, den hohen Stellenwert der touristischen Erschließung des Gebiets, die Debatten um die Holznutzung, die Definition des Nationalparks als Naturschutzgebiet sowie seine Erweiterung in den 1990er-Jahren, die Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen, Naturschutzorganisationen und den Kommunen sowie über die Veränderungen in der Region seit dem Fall des Eisernen Vorhangs und infolge des Klimawandels.

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Michael Haug über die fortgesetzte Holznutzung auf dem Gebiet des Nationalparks Bayerischer Wald entgegen internationalen Standards, den hohen Stellenwert der touristischen Erschließung des Nationalparks sowie über die Erklärung desselben zum Schutzgebiet ohne Holznutzung, die 1992 nach zunehmender Kritik erfolgte.

Biogramm

Michael Haug wurde 1940 in Karlsruhe geboren. Von 1963 bis 1966 besuchte er die Ingenieurschule für Gartenbau und absolvierte eine Ausbildung zum Gartenbau-Ingenieur für Gartengestaltung. Nach Beendigung dieser Ausbildung hatte er die Berechtigung, auch an der Hochschule zu studieren und schloss dann von 1966 bis 1969 ein Zweitstudium an der Technischen Universität München-Weihenstephan im Bereich Landschaftspflege an. Schon als Student war er Ende der 1960er-Jahre über Prof. Wolfgang Haber an den Vorstudien zur Gründung des Nationalparks Bayerischer Wald beteiligt. Michael Haug war dann ab 1970 einer der ersten Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung. Er begleitete die Entwicklung des Nationalparks bis zu seiner Pensionierung und ist seit 1973 im lokalen Naturschutz engagiert.
GND:

Inhalt

Geboren 1940 – Ausbildung zum Gartenbauingenieur für Gartengestaltung von 1963 bis 1966 – Studium an der Technischen Universität München-Weihenstephan von 1966 bis 1969 – Abschluss als Diplom-Gärtner bzw. Diplom-Ingenieur für Landespflege und Landschaftsgestaltung – Engagement in der evangelischen Studentengemeinde – Studentenrevolte der 68er – Pläne zur Gründung des Nationalparks Bayerischer Wald ab den 1930er-Jahren – Befürworter und Gegner einer Nationalparkgründung in Deutschland – Konzipierung des Nationalparks durch Prof. Wolfgang Haber – Beteiligung an der Entstehung des Nationalparks ab 1969 als Student unter Leitung von Prof. Wolfgang Haber – Aufgaben als Mitarbeiter in der Verwaltung des Nationalparks ab dessen Gründung 1970 – Fortsetzung der Holznutzung auf dem Gebiet des Nationalparks in den Anfangsjahren – Hoher Stellenwert der touristischen Erschließung – Konkrete Definition als Naturschutzgebiet ohne Holznutzung erst ab 1992 – Langwieriger Prozess bis zur Einstellung der Holznutzung – Erhalt und Ansiedlung seltener und ausgerotteter Tierarten – Vorgehensweise nach dem Windwurf infolge eines Gewittersturms 1983 – Bedeutung der Stürme "Vivian" und "Wiebke" für die Entwicklung des Nationalparks ab 1990 – Naturschutzstrategie des Prozessschutzes – Beobachtung und Erforschung von Auswirkungen des Klimawandels im Nationalpark Bayerischer Wald – Verschiedene Zonen des Nationalparks – Vielfalt an Lebensraumtypen – Betreuung von zum Teil sehr qualifizierten Besuchergruppen – Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen – Vergrößerung des Nationalparks 1997 – Stellenwert der Umweltbildung – Aufgaben der Nationalparkwacht – Zusammenarbeit mit den Gemeinden vor Ort – Unterstützung durch den Bund Naturschutz – Engagement im lokalen Naturschutz seit 1973 – Zunehmender Einsatz für den Umweltschutz aus der Gesellschaft heraus – Forderungen nach mehr geschützten Flächen von Seiten der Umweltverbände und der Fachwissenschaft – Naturschutzprojekt „Das Grüne Band“ entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs – Veränderung des Arbeitsmarktes und der Wirtschaftsstruktur in der Grenzregion seit dem Fall des Eisernen Vorhangs – Standortvorteile des Bayerischen Waldes gegenüber den Ballungszentren – Bedeutung des Tourismus – Ansiedlung von Hightech-Firmen seit den 1990er-Jahren – Berufspendlerwesen in den 1970er-Jahren – Saisonarbeitslosigkeit – Zukünftige Gefahren und Probleme infolge des Klimawandels.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview
Dauer:
1:30 h
Aufnahmedatum:
31. Okt 2020
Sprache:
deutsch