Zeitzeugen berichten

Ulrich Brendel Leiter Informationszentrum "Haus der Berge" und stellvertretender Leiter der Nationalparkverwaltung Berchtesgaden

Themen

Nationalparks in Bayern

Zeiträume

Bayern im vereinten Deutschland (1990 - 2020)

Signatur
zz-1700.03
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Jahr
2016

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Ulrich Brendel über die Mitarbeiterzahlen und die Tätigkeitsbereiche und Berufssparten der Mitarbeiter des Nationalparks Berchtesgaden.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Ulrich Brendel, aufgenommen am 12.05.2016 in Berchtesgaden, über die Geschichte des Nationalparks Berchtesgaden, die Alleinstellungsmerkmale des Nationalparks, die Tätigkeitsbereiche, das Informationszentrum „Haus der Berge“, die Ziele des Nationalparks, die verschiedenen Lebensräume, die Tier- und Pflanzenvielfalt, die Partner des Nationalparks, die Projekte und Forschungsergebnisse, den Tourismus und die zukünftigen Herausforderungen im Nationalparkgebiet.

Biogramm

Ulrich Brendel wurde 1964 geboren, absolvierte ein Studium der Biologie, und war ab 1992 freier Mitarbeiter an einem Forschungsprojekt des Nationalparks Berchtesgaden. Der Steinadler-Experte übernahm 2005 die Stelle des Sachgebietsleiters, war ab 2006 Projektleiter und wurde 2013 Leiter des Informationszentrums „Haus der Berge“. Seit 2015 ist Ulrich Brendel stellvertretender Leiter der Nationalparkverwaltung Berchtesgaden.

Inhalte

Geboren 1964 – Geschichte des Nationalparks Berchtesgaden – Erste Bestrebungen 1910: Pflanzenschonbezirk rund um den Königsee – Festlegung: ausschließlich Elektroboote auf dem Königsee – Gründung des Naturschutzgebietes 1921 – Gründung des Nationalparks 1978 – Alleinstellungsmerkmale des Nationalparks: Kern- und Pufferzone der Biosphärenregion Berchtesgadener Land; „Vertikale“ von über 2000 Metern (vom Grund des Königssees zur Spitze des Watzmann) – Ausstellung „Längste Vertikale“ – Unterschiedliche Lebensräume/Landschaftstypen des Nationalparks – Probleme der Gründungsphase: Darstellung „als Verhinderer im Tourismus“ – Heute: anerkannter Partner im Tourismus – Anfängliche Befürchtungen der Almbauern – Lebensraum Almweiden – Mitarbeiterzahlen – Tätigkeitsbereiche und Berufssparten der Mitarbeiter des Nationalparks – Bedeutung des Informationszentrums „Haus der Berge“ im Nationalpark Berchtesgaden – Konzept und Ziele des Nationalparks – „Prozessschutz“ (Schutz dynamischer Prozesse der Natur) – Borkenkäferbekämpfungszone zum Schutz von Privatwaldgebieten – Freilandlabor – Erholung und Umweltbildung – Pflegezone: Eingriffe in die Natur zur Unterstützung – 2017: 75 Prozent Kernzone und 25 Prozent Pflegezone – „Natur einfach sich selbst entwickeln lassen“ – Herausforderungen für die Natur: Klimawandel – Reaktionen von Hochgebirgsökosystemen auf Klimawandel – Konkrete Veränderungen durch Klimawandel in den letzten Jahrzehnten – Rückgang des Blaueis-Gletschers – Dramatik des Klimawandels – Vier große Lebensräume im Nationalpark: Wasser, Wald, Almweide und Fels – Besonderheiten des Nationalparks: Säugetiere und Pflanzen – Enzianarten, Edelweiß – Pflanzengemeinschaften: z.B.: Wimbachgrieß, Kurzrasen-Gesellschaften – Große Populationen: Raufußhühner, Auerwild, Birkwild, Birkhühner, Auerhühner – Steinadler-Schutzprojekt seit 1994 – Stichwort „Kooperativer Naturschutz“ – Schlüsselarten: Steinadler und Raufußhühner – Keine geplante Wiederansiedlung von Wolf und anderen Wildtieren – Rückkehr des Bibers und des Fischotters – Bedeutung des Alpenplans von 1972 – Nationalpark als Teil eines größeren Ökosystems – Austausch über Grenzen hinweg – Rolle der Internationalen Alpenschutzkommission CIPRA (Commission Internationale pour la Protection des Alpes) und des Netzwerks Alpiner Schutzgebiete ALPARC – Zusammenarbeit mit dem Deutschen Alpenverein – Touristische Nutzung des Nationalparks – Besucherzahlen – Wandel im Tourismus – Wegenetz (vielfach barrierefrei) im Nationalpark – Touristische Nutzung des Nationalparks: Wandern, Paragliding, Gleitschirm- und Drachenfliegen, Mountainbiking, Schifffahrt – Gebot: Einhaltung der Regeln des Schutzgebietes – Ansprüche und Ziele der Nationalparkbesucher – Watzmann als berühmtester Berg Deutschlands – „Kombination aus Naturerlebnis und kulturellem Erlebnis“ – Gestalteter Kulturraum mit minimalen Urwaldrelikten – Informationspunkte im Nationalpark – Eröffnung Nationalparkzentrum „Haus der Berge“ 2013: „Flaggschiff“ der Umweltbildung/Umweltkommunikation – Thema „Prozessschutz“ – Kleinere Infogebäude: „Satelliten des Mutterschiffs“ – Erweckung des „Forschergens“ der Nationalparkbesucher – Unterschiede zwischen Natur und Zoo – Zusammenarbeit mit Partnern in der Region – Tourismus, Enzianbrennerei Grassl, Wirtschaftsförderungsgesellschaft, Kletterorganisationen, Deutscher Alpenverein etc. – Herausforderungen für die Alpen als Lebensraum in der Zukunft – Entvölkerung der Alpen – Weniger High-end-Metropolen wie Ischgl oder Sölden, mehr Wildnis – Kooperationen mit anderen Nationalparks – Kooperation mit Nationalpark Yosemite (USA) seit 2015 – Gemeinsamkeiten der Nationalparks Berchtesgaden und Yosemite – Assoziationen der Besucher mit dem Titel „Ranger“ – Aufgaben der „Nationalpark-Ranger“ (Nationalparkdienst) – Steinadler als Familienattraktion – Keine Wölfe, Bären und Luchse aus gutem Grund – Lange Tradition der Höhlenforschung im Nationalpark – Ergebnisse der Höhlenforschung: z.B.: Nachweis der Ansiedlung von Steinböcken vor etwa 1.300 Jahren (keine Erstansiedlung im Nationalsozialismus durch Reichsjägermeister Göring, sondern Wiederansiedlung) – Forschungen zu Höhlenschmetterlingen – Vernetzung mit Forschungseinrichtungen und langfristige Gemeinschaftsprojekte – Persönliches Bild von Bayern – Verbindung zwischen Kulturlandschaft und Naturlandschaft – Bierkultur in Bayern – Chiemgau – Infrastruktur – Wohlfühlambiente und Sicherheit – Verbesserungsvorschläge/Wünsche: mehr politische Vielfalt in Bayern, weniger „typisch bayerische Sturheit“, Beibehaltung der offenen Grenzen in Europa als größte Errungenschaft der letzten Jahrzehnte – Meinung zum Umgang mit Flüchtlingen und Asylbewerbern heute.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview
Dauer:
1:30 h
Aufnahmedatum:
12.05.2016
Sprache:
deutsch