Zeitzeugen berichten

Paul Breitner 1970-1983 Fußballprofi (FC Bayern München und Real Madrid)

Themen

München

Zeiträume

Bayern im vereinten Deutschland (1990 - 2020)

Signatur
zz-1873.03
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Jahr
2018

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Paul Breitner über die Gefahren des weiteren Zuzugs nach München, die fehlenden Visionen für die Zukunft der Stadt sowie über den Wandel des Charakters von München.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Paul Breitner, aufgenommen am 16.08.2018 in Münster-Egmating, über den Beginn seiner Karriere als Fußballer, seine Zeit beim FC Bayern München, die Weltmeisterschaft 1974 und den Gewinn des Weltmeistertitels, seinen Wechsel zu Real Madrid, sein öffentliches Auftreten, den FC Bayern München als Marke, die Marke Bayern, die Wahrnehmung Bayerns in der Welt, den Mythos Bayern sowie über die Entwicklung Bayerns seit 1986.

Biogramm

Paul Breitner wurde 1951 in Kolbermoor geboren und besuchte das Chiemgau-Gymnasium in Traunstein. 1968 gelangte er in den Kader der DFB-Jugendnationalmannschaft. 1970 schloss er das Gymnasium mit dem Abitur ab und begann anschließend ein Studium (Pädagogik, Psychologie, Soziologie) an der Pädagogischen Hochschule in München-Pasing mit dem Berufsziel Sonderschullehrer. Im März 1970 übernahm DFB-Jugendtrainer Udo Lattek das Traineramt beim FC Bayern München und brachte u.a. seinen ehemaligen Schützling Paul Breitner in die Bundesliga. Der 18-jährige Breitner unterschrieb einen Profivertrag und brach daraufhin sein Studium ab. Udo Lattek machte ihn sofort zum Stammspieler und funktionierte ihn vom Stürmer erfolgreich zum linken Außenverteidiger um. Nach der gewonnenen Weltmeisterschaft 1974 wechselte Breitner zu Real Madrid. Im Sommer 1978 kehrte Breitner zum FC Bayern zurück. In der Saison 1979/80 wurde Paul Breitner unter dem neuen Trainer Pál Csernai Mannschaftskapitän. 1980 gewannen die Bayern ihre erste Meisterschaft seit sechs Jahren und verteidigten den Titel ein Jahr später. Nach der Saison wählten die Sportjournalisten Breitner zum Fußballer des Jahres. Im Halbfinale bei der WM 1982 gegen Frankreich, der „Nacht von Sevilla“, bewies Breitner im Elfmeterschießen Nervenstärke, so dass er schließlich zum zweiten Mal in seiner Laufbahn ein WM-Finale erreichte. Das WM-Finale am 11.07.1982 war Breitners letztes Länderspiel. Nach 48 Einsätzen (10 Tore) erklärte er seinen Rücktritt.

GND: 118514911

Inhalte

Geboren 1951 – Kindheit in Kolbermoor – Schullaufbahn in Freilassing und Traunstein – Beginn der Fußballerkarriere beim FC Bayern München 1970 – Wechsel zwischen verschiedenen Positionen auf dem Spielfeld – Neuinterpretation der Position des Verteidigers – Umbruchssituation des FC Bayern zu Beginn der 1970er-Jahre – Wahrnehmung der Weltmeisterschaft 1974 – Gedanken während der Ausführung des Strafstoßes zum Spielstand von 1:1 während des WM-Finales 1974 – Charakterisierung der deutschen Nationalmannschaft von 1972 bis 1974 – Wechsel zu Real Madrid 1974 – Rückkehr zum FC Bayern München 1978 – Ende der sportlichen und finanziellen Krise des FC Bayern 1979 – Neuausrichtung des Vereins im Verbund mit Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge – Übernahme der Managerposition des FC Bayerns durch Uli Hoeneß 1979 – Bedeutende Aspekte im Vorfeld eines wichtigen Spiels – Verhältnis zu den Schiedsrichtern – Prägende Charakterzüge – Auftreten in der Öffentlichkeit – Äußerungen von politischen Meinungen – Veränderung des Bilds des Fußballs während der letzten Jahrzehnte – Der Fußball als Spiegelbild der Gesellschaft – Zweckmäßige Ausrichtung bei der Zusammenstellung von professionellen Fußballmannschaften – Der Fußballsportler als Marke – Zunehmende Etablierung des Fußballers als Marke mit der Einführung des Privatfernsehens – Aufgaben als Markenbotschafter des FC Bayern München – Wachsende Bedeutung des FC Bayern München als Marke in der ganzen Welt – Funktion des FC Bayern als Markenbotschafter Bayerns – Die "Marke Bayern" – Beitrag des bayerischen Wandels vom Agrar- zum Industriestaat zur Bildung der Marke Bayern – Gefahr des Verschwindens einer traditionellen bayerischen Lebensweise – Bedrohung der kulturellen Identität Bayerns – Bedeutung des Dialektes in Bayern – Weltweite Wahrnehmung Bayerns – Fokussierung der Außendarstellung Bayerns auf Oberbayern – Der Mythos Bayern – Integration von Migranten in Bayern – Entsolidarisierungstendenzen innerhalb der deutschen Gesellschaft – Bedeutung des Ehrenamtes in Bayern – Entwicklung Bayerns seit 1986 – Stellenwert der Landwirtschaft innerhalb der bayerischen Identität – Probleme von Volksentscheiden und Volksbegehren – Steigende Bedrohung vieler Menschen durch Altersarmut – Wünsche für die Zukunft Bayerns.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview
Dauer:
1:30 h
Aufnahmedatum:
16.08.2018
Sprache:
deutsch