Zeitzeugen berichten

Alexander Witt Pilot; Zahntechniker; aus Russland stammender Bundesbürger

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Migration

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zz-1982.01
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Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Alexander Witt über seine Beweggründe, aus der Sowjetunion nach Deutschland auszusiedeln, das Bild von Deutschland in den sowjetischen Medien, die Benachteiligung der Deutschstämmigen innerhalb der sowjetischen Gesellschaft sowie über die "Bewegung zur Wiederherstellung der Wolgadeutschen Republik".

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Alexander Witt, aufgenommen am 05.10.2019 in München, über seine Kindheit und Jugend als Sohn einer russlanddeutschen Familie in Kasachstan, die Vorurteile gegenüber den Deutschstämmigen in der Sowjetunion, seine Ausbildung zum Piloten, die Ziele der "Bewegung zur Widerherstellung der Wolgadeutschen Republik", den Entschluss nach Deutschland auszuwandern, den Prozess der Integration in die deutsche Gesellschaft, seine Umschulung zum Zahntechniker, die Kontakte zu Einheimischen sowie über die Bedeutung der Großfamilie und der Arbeit für eine gelingende Integration.

Biogramm

Alexander Witt wurde 1958 geboren und wuchs in Kasachstan auf. Er absolvierte dort eine Ausbildung als Pilot und war in der Sowjetunion bis zu seiner Aussiedlung in der zivilen Luftfahrt tätig. 1992 siedelte er zusammen mit seiner Familie nach Deutschland aus und kam zuerst in Sulzbach-Rosenberg unter. Aufgrund des damaligen Überangebots an Piloten musste Alexander Witt in Weiden eine Umschulung zum Zahntechniker absolvieren. Seine Frau konnte bei der Firma Witt in Weiden eine Anstellung finden.

Inhalte

Geboren 1958 – Kindheit in der deutschen Gemeinde Schonkukul in Nordkasachstan – Gründung des Dorfes durch den Urgroßvater 1911 – Topografie des Dorfes – Umzug der Familie nach Südkasachstan 1965 – Schwierigkeiten bei der Kommunikation in der neuen russischsprachigen Schule – Diskriminierungen während der Schulzeit aufgrund seiner deutschen Herkunft – Verhältnis der Deutschen zu den Russen innerhalb des Dorfes – Zunehmender Verlust der deutschen Sprachkenntnisse – Wunsch, Pilot zu werden – Aufnahmeprüfung an einer Hochschule für Piloten in der Ukraine – Ausbildung zum Piloten an der Flughochschule – Tätigkeit bei einem Betrieb in Dschambul 1979 – Aufstieg zum Kapitän eines Flugzeugs – Beweggründe für die Aussiedlung in die Bundesrepublik – Berichterstattung über die Verhältnisse in Deutschland in den sowjetischen Medien – Politische Veränderungen während der Zeit der Perestroika – Eintritt in die "Gesellschaft der Wiedergeburt der Russlanddeutschen" 1989 – Politische Bewegung zur Wiederherstellung der Wolgadeutschen Republik – Scheitern der Bewegung – Entschluss zur Aussiedlung 1991 – Hinauszögern der Aussiedlung bis zum Eintritt in die Rente – Aufnahmeverfahren in Deutschland – Flug von Moskau nach Hannover 1992 – Teilnahme an Sprachkursen – Aufnahme in einem Wohnheim - Vergebliche Versuche, in Deutschland als Pilot Arbeit zu finden – Umschulung zum Zahntechniker – Atmosphäre innerhalb des Wohnheims – Langwierige Suche nach einer ersten Anstellung – Umzug nach Weiden i.d.Opf. in eine eigene Wohnung – Tätigkeit der Ehefrau bei der Firma Witt in Weiden – Versuch, Ausreiseanträge für die ganze Großfamilie zu erwirken – Wirtschaftliche Unterschiede zwischen Deutschland und der UdSSR – Kontakte zu einheimischen Familien – Reservierte Haltung mancher Einheimischen gegenüber den ausgesiedelten Russlanddeutschen – Integrationsprozess der Kinder in die neuen Lebensumstände – Weitergabe der russischen Sprache an die Kinder – Bedeutung der Großfamilie nach der Umsiedlung – Vorurteile der Deutschen gegenüber den Russlanddeutschen – Besonderer Fleiß der Russlanddeutschen – Selbstwahrnehmung als Deutscher – Hohe Integrationsbereitschaft der Russlanddeutschen – Enttäuschung über die verweigerte Wiederherstellung der Wolgadeutschen Republik – fehlerhafte Berichterstattung über Schicksal und Hoffnungen der Russlanddeutschen – Mangelnde Wertschätzung gegenüber den Russlanddeutschen – Verbundenheit mit der russischen Kultur – Motivation der Russlanddeutschen für die Aussiedlung – Interesse der Kinder an der früheren Heimat – Bedeutung der Arbeit als integrationsfördernder Faktor – Bild von Deutschland vor der Umsiedlung – Mangelhafte Unterstützung der Russlanddeutschen von der deutschen Politik – Umgang der Deutschen mit der Zeit des Nationalsozialismus – Verwurzelung in der neuen Heimat – Begegnung mit der Mentalität der Oberpfälzer – Besondere Aspekte der bayerischen Tradition – Mentale Unterschiede zwischen den frühen russlanddeutschen Aussiedlern und den sogenannten Spätaussiedlern – Mangelndes Nationalbewusstsein unter den Deutschen.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview
Dauer:
1,5 h
Aufnahmedatum:
05.10.2019
Sprache:
deutsch