Zeitzeugen berichten

Iwona Zavadska KZ-Überlebende, Zwangsarbeiterin

Themen

KZ Flossenbürg

Zwangsarbeit

Zeiträume

NS-Diktatur und Zweiter Weltkrieg (1933 - 1945)

Signatur
zz-0969
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Jahr
1944

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Iwona Zavadzka über die Zwangsarbeit und die schlechte Verpflegung im Außenlager des KZ Flossenbürg in Mittweida.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview mit Frau Iwona Zavadzka aufgenommen 1999 in Flossenbürg, über ihre Deportation nach dem Warschauer Aufstand, ihre Zeit als Zwangsarbeiterin im KZ-Außenlager Mittweida und ihre Befreiung.

Biogramm

Iwona Zavadzka wurde 1926 in Warschau geboren. Nach dem Warschauer Aufstand 1944 wurde sie von deutschen Soldaten festgenommen und in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert. Von dort wurde sie zusammen mit 500 anderen Frauen nach Mittweida gebracht, einem Außenlager des KZ Flossenbürg, wo sie in einer Kriegswaffenfabrik Zwangsarbeit verrichten musste. Nach der Evakuierung des Lagers und einem tagelangen Transport in Güterwaggons wurden Iwona Zavadzka und die anderen Häftlinge an der österreichisch-tschechischen Grenze von sowjetischen Soldaten befreit.

Inhalte

1926 in Warschau geboren, Gymnasium, heimlicher Unterricht während der Besatzung, beim Warschauer Aufstand 1944 ein Jahr vor dem Abitur, während des Aufstandes als Sanitäterin eingesetzt, Niederschlagung des Aufstandes, 02.09.1944 Restbevölkerung inhaftiert, zu Fuß nach Pruszkow gebracht, Selektion, nach Auschwitz-Birkenau deportiert - jüdischer Aufstand früher, bereits Ostern 1944, Schicksal der Warschauer Juden - 04.09.1944 ins KZ Auschwitz gebracht, "Scheren, Rasieren, Ausziehen, Wegnehmen", Quarantäne, nach Mittweida gebracht, Waffenfabrik, Flossenbürger Nummer erhalten, Oktober 1944, Transport, vier Baracken bei der Fabrik, Bakelitteile für Messerschmitt-Flugzeuge und U-Boote, Alltag in der Fabrik, 2 Schichten, Schläge durch Aufseherinnen, Ernährung, Sonntags den ganzen Tag Appell stehen, kaum Kleidung, kalter Winter, Fabrikant Lorenz, heute Alcatel, Meister, brutale SS-Aufseherinnen, Papier gestohlen um sich zu wärmen, Prügelstrafen, nach dem Lager Angst vor deutscher Sprache, erst während der Besatzung Deutsch gelernt, Animositäten der russischen Häftlinge gegenüber den polnischen, zu Polinnen gute Kontakte, Verbindung hat sich bis heute gehalten, Pakete, am 13.04.1945 gezwungen das Lager zu verlassen, offene Güterwaggons, Fahrt durch Tschechien, Prag, 08.05.1945 von Wlassow-Soldaten befreit, ergeben sich den Amerikanern, von diesen an die Rote Armee übergeben, Informationen über den Kriegsverlauf, Todesangst, Bombenangriff auf den Evakuierungstransport, Erschießungen wegen Brotdiebstahls - im Lager zu zweit auf einer Pritsche geschlafen, keine Bettwäsche, Appelle, marschieren, Monotonie - Befreiung durch Wlassow-Soldaten, erneut von SS aufgegriffen und hin- und hergefahren, Flucht, von Tschechen aufgenommen, Essen, Baden, Bett, Kleidung von Wlassow-Soldaten bekommen, Villa, Klosterschwestern, von den Tschechen gut behandelt, In Polen in Katowice aus dem Zug geworfen, nach dem Krieg in ZÄ…bkowice Å›lÄ…skie niedergelassen, 70km von Breslau (Wroclaw) entfernt, unbefriedigende Ehe, Mann studiert, Z. Kind und Arbeit, 2 Frühgeburten, kaum Rentenansprüche, belastete Psyche, Lage Polens zwischen Deutschland und Russland, russische Lager - Bestrafungen, Ratten, keine Waschmöglichkeiten, Läuse, am Ende: Chaos im Lager, Lager Mittweida: Marusia, alte, abgemagerte Frau tanzt in zu großen Stiefeln für einen Teller Suppe, brutale Blockälteste.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
1:10 h
Aufnahmedatum:
25.06.1999
Sprache:
polnisch