Zeitzeugen berichten

Willy Sel KZ-Überlebender

Themen

KZ Dachau

Zeiträume

NS-Diktatur und Zweiter Weltkrieg (1933 - 1945)

Signatur
zz-0481.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Jahr
1942

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Willy Sel von seiner Ankunft 1942 im KZ Sachsenhausen (Oranienburg) und von den Verhaltensregeln im Lager.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview mit Willy Sel, geführt am 05.05.1997, über die Verhaftung und Internierung in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Natzweiler, die Deportierung nach Dachau, die Zeit im Außenlager Allach und die Befreiung und Heimkehr 1945.

Biogramm

Willy Sel wurde 1921 in Mechelen/Belgien geboren und beteiligte sich nach dem Einmarsch der deutschen Truppen 1940 in der königlichen Widerstandsgruppe. 1941 wurde er verhaftet, verhört, gefoltert und in Lübeck und Essen inhaftiert. Vom Reichskriegsgericht wurde er wegen Hochverrats verurteilt und 1943 in den Konzentrationslagern Sachsenhausen und Natzweiler-Struthof interniert. 1944 wurde er nach Dachau überführt, wo es ihm unter falscher Identität gelang, im Außenlager Allach zu arbeiten und so dem Tod knapp zu entkommen.

Inhalte

Vater war Kriegsteilnehmer 1914-18, schwer verletzt, Hass gegen die Deutschen, Tante bandelt mit Deutschem an, Onkel lässt sich nach der Rückkehr scheiden und geht in die Fremdenlegion - Pfadfinder, Tante verheiratet mit dem Deutschen Rudolf Kregel, Urlaub in Belgien am Meer, Kinder Hansi und Maria Kregel, Urlaub in Osnabrück und Lehrte, Hansi in der HJ, Prügel, 10.05.1940 Mobilmachung in Belgien, belgische Jugend sollte sich in Ypern und später in Südfrankreich melden, auf dem Weg nach Portugal von der spanischen Guardia Civil verhaftet worden, zurück nach Toulouse geschickt, Verhaftung durch Gestapo, Lager in Compiégne, nach Belgien zurückgeschickt, Meldung bei der Ortskommandantur, studentische Widerstandsgruppe, Nationale Königliche Bewegung, Sabotage und Bombenanschläge geplant, Sabotage an Flugzeugwerk, Lageplan von Flakgeschützen erstellt und an die Engländer weitergegeben, Bomben gebaut, Tote und Verletzte durch Fehlzündung, Verrat durch Spitzel, Verhaftung am 27.08.1941, Strafanstalt Antwerpen, Della Faillelaan, Gestapo, S. D., Folter, Backenzähne, Transport nach Lübeck, Ankunft am 06.01.1942 in Lübeck-Lauerhof, Besenkampf, Briefverbot, Nacht- und Nebel-Häftlinge, NN, Luftangriff auf Lübeck, Arbeit in Munitionsfabrik, Sabotage, Bestrafung, Bunker, nach Essen verlegt, Einzelhaft, Gamaschen genäht, SS-Polizeibaracke im Margarethental, Überführung nach Hamburg-Altona, Wolfenbüttel, Alexanderplatz in Berlin, Reichskriegsgericht, Anklage wegen Spionage, Sabotage, Hochverrat, KZ Sachsenhausen-Oranienburg, Otto Preuß, in der Mitte der Kolonne halten, Gefahr von Schikanen geringer, sadistische SS, "Dicke Luft", Kommando in Vilicka/Polen für zwei Wochen, Desinfektionskommando in Ravensbrück, falsche Meldung beim Wiegen, Bestrafung, 25 Schläge auf den hintern, in Sachsenhausen, Klinker Speer, Fußball gespielt, Hunger, Gesang und Pianospiel, SS hört auch zu, an Eltern von Polen und Spanier Bicente Hernandez schreiben lassen, Streit um Paket, Transport in das Konzentrationslager (KZ)Natzweiler-Struthof, Steinbruchkommando, SS-Mann sucht Dolmetscher, Kommando in Erzingen, 200 Franzosen, Belgier und Holländer, SS-Mann vom Balkan, Schlag mit dem Gewehrkolben, Sturz zwischen Holzbalken, Wagen fährt in den Stapel, schwere Verletzungen, Brüche, Dachau, Revier 3, 26./28.9.1944, Dr. Bienka, verhindert Transport nach Hartheim, Lagerexpress Moor, Moorexpress, Essen und Tote im Lager transportiert, Lagerläufer Erie Brahan, Warnung vor Hinrichtung, Nummer mit totem Polen getauscht, Typhusepidemie, Krematorien überlastet, Leichenberge, Leszek Molinsky, Zettel für Freund in Schreibstube in Allach, Lagerführer Jarolin, Nowak, Lagerläufer, Fahrten mit Toten nach Dachau zum Krematorium, 28.4.1945 am Holztor aufgehalten - Lager Allach, Arbeitslager für die Rüstungsindustrie, Junkers Moosach, BMW, Aufräumarbeiten in München und Dachau, am Bahnhof von Dachau, Anhänger mit Rot-Kreuz-Paketen, Nationalitäten, Russen, Polen, Sudetendeutsche, Belgier, Schreibstube, Vorbereitung des Abtransports von Russen, belgischer Rechtsanwalt Bob Claasens, Josef Semjonow, Jaques Broussons, in der Nachtschicht die Liste vernichtet, Aufteilung der Blöcke in Dachau, Lagerbordell, Wege im KZ eingeschränkt durch die Anzahl der Toten, mangelhafte Verpflegung, Verbrennung von Münchner und Dachauer Bürgern im Krematorium, anderer Rauch, Bau der Gaskammer 1944, Sabotage im Rohrsystem, Hinrichtungen deswegen, Galgen vor der Baracke X, Hinrichtung in Sachsenhausen miterlebt, belgische Gruppe in Allach, 119 Leute, sadistische SS-Leute, Hunde, Flecktyphusepidemie 1944/45, Muselmänner, Desinfektionskommandos, Läuse, Flöhe, Pfarrer Roth, medizinische Versuche im Block 5, Malariaversuche, Phlegmone, Information über den Kriegsverlauf durch Außenkommandos, Geschützfeuer, Angst vor Liquidierung des Lagers, Internationales Häftlingskomittee, Kapo Morgenstern vom Krematorium, versteckt, Schüsse, Waggons mit Leichen, Befreiung durch die Amerikaner, geweint vor Glück, Erschießung von SS-Leuten, Blockältesten, Kapos, Überversorgung mit Essen, Tote wegen geplatzten Mägen - Prügel wegen "falscher" Meldung, SS-Mann bestimmt "wer tot ist",  30.04.1945, Feldlazarett, Versorgung, Amerikaner wollen S. nach Polen schicken, nach Belgien zurückgekehrt, Wut gegen Kollaborateure, Ungläubigkeit über das Erlebte, Invaliditätszulage, Kampf für die Erinnerung, Einsatz für Frieden, Völkerrecht und Demokratie, Jugend erreichen.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
1:30 h
Aufnahmedatum:
05.05.1997
Sprache:
deutsch