Zeitzeugen berichten

KZ Dachau Sylvester Kukula // KZ-Überlebender, Zwangsarbeiter

Signatur: zz-0940.01
Copyright: Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)

Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview mit Sylvester Kukula, geführt am 02.05.1998, über den Einmarsch deutscher Truppen nach Polen 1939, die Verhaftung und Deportation ins Konzentrationslager Dachau, die Qualen medizinischer Experimente, den Einsatz als Zwangsarbeiter in einem SS-Baukommando an der Westfront, die Befreiung 1945 in Österreich, die Rückkehr nach Polen und sein Leben als Kriegsinvalider.

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Sylvester Kukula, wie er als Zwangsarbeiter in einer Gärtnerei in der Nähe des KZ Dachau von einem deutschen Gärtner heimlich mit Essen versorgt wurde.

Biogramm

Sylvester Kukula wurde am 17. Dezember 1922 in Ostrow bei Poznan geboren. Im Mai 1940 wurde er in das KZ Dachau deportiert, dort medizinischen Experimenten des Prof. Schilling unterzogen. Im März 1943 kam er auf die von Deutschen besetzte Kanalinsel Alderney. Nach der Invasion wurde Kukula über Dresden nach Steyr gebracht und erlebte dort am 5. Mai 1945 die Befreiung.
GND:

Inhalt

1922 geboren, Kreis Ostrow, Eltern: Bauern, Volksschule, Gymnasium, deutscher Einmarsch 1939, Schließung sämtlicher Schulen, Kirchen und Kultureinrichtungen, Privatklassen organisiert bis März 1940, Befehl zum Abgeben aller Bücher, 24.4.1940 Verhaftung durch Gestapo, Verhör, Durchgangslager, 24.5.1940 Transport von Lodz ins Konzentrationslager Dachau, Ankunft am 26.5.1940, Quarantäne Block 13, Rauchen abgewöhnt, Arbeitsblock 10, Blockältester Hugo Gutmann, verschiedene Kommandos, Plantage, Garagenbau, Dezember 1940 Erkrankung an Gelbsucht, Revier, Schonungsdienst, Lagergärtnerei, Frühjahr 1941 Zwangsarbeit in der Gärtnerei Nützel in München-Ludwigsfeld, gute Versorgung durch Herrn Nützel, mit Auto vom Lager abgeholt, Juni 1942 Kontrolle im Lager, Aspirintabletten bei K. gefunden, Revier: Malariastation, Versuche an Menschen von Prof. Schilling, Injektion, Fieber, Notizen über Krankheitsverlauf, Tote auf der Malariastation, Lagerkommandantenwechsel, Ziehl, Weiss, Hofmann, Lagerschreiber Julius Schätzle, 22.9.1942 Transport ins KZ Sachsenhausen, Appell, Außenkommando, neu eingekleidet, Lederschuhe statt Holzschuhe, 1.000 Häftlinge nach Düsseldorf gebracht, 500 davon nach Duisburg, Luftangriffe, Kommando 1. SS-Baubrigade, Hauptsturmführer Listl, Obersturmbannführer Klebeck, bis Ende Februar 1943 in Düsseldorf, Zug nach Frankreich, St. Maló, Schiff nach Alderney, besetzte Kanalinsel, Wind und Regen, nach der Invasion der Alliierten zurück nach St. Maló gebracht, 6 Wochen im Zug, Dijon, Cottrick/Belgien, Ypern, Lager in einer Schule, Stellungen für V1 gebaut, Vormarsch der Briten, polnische Armee, Panzerdivision, General Maczek, Evakuierung über Holland nach Deutschland, Solstedt im Harz, Kali Bergwerk, Magazin für SS gebaut, näher rückende Front, zu Fuß nach Sangerhausen, mit dem Zug über Halle, Leipzig, Berlin bis Wittenberge, zurück über Berlin, Dresden, zerstörte Stadt, Tschechien, Linz, Steyr, 5.5.1945 Befreiung durch die Amerikaner, Aufteilung zwischen Amerikanern und Russen, Arbeit für die Russen, Demontage der Steyr-Werke, mit Transport nach Polen über Ungarn, Veszprém, September 1945 Heimkehr zu Mutter und Schwester – Situation in Dachau Schläge, Henschel, Gutmann, Lagerältester Georg Scherer, Kapp, Scherer bewahrte K. vor Transport, 1965 wieder getroffen, Nationen meist unter sich, Deutsche, Tschechen, Polen, Russen, polnische Pfarrer, Informationen über Kriegsverlauf, Radio am Appellplatz, auf Alderney BBC gehört - Steyr: Verschleppte des Warschauer Aufstandes, Mädchen kennengelernt, zu Hause von September bis Dezember im Krankenhaus, Januar 1946 geheiratet, Schule beendet, Abitur, Studium, nicht abgeschlossen wegen Krankheit, Bürobeamter bis Dezember 1980, Pension als Kriegsinvalide, Kopfschmerzen als Folge der Haft, viele Schläge auf den Kopf - Verhaftung 1939, hauptsächlich junge Leute, Schüler, Studenten, Lehrer, Intelligenz, Deportationen in Konzentrationslager, Oktober 1941 Pfarrer im Warthegau verhaftet, deutsche Angst vor polnischem Aufstand, Umsiedlungen ins Generalgouvernement, Warschauer Aufstand, Aufstand im Warschauer Ghetto, Bruder seit September 1939 in Deutschland als Zwangsarbeiter, Ungewissheit über die Deportierten, Verhaftungen aufgrund von Listen des Kreisleiters, Entschädigung vom internationalen Roten Kreuz 15.000 D-Mark für Malariaversuche, von deutscher und polnischer Regierung 3.000 D-Mark.    

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
0:30 h
Aufnahmedatum:
02. Mai 1998
Sprache:
deutsch