Zeitzeugen berichten

Hans Landauer KZ-Überlebender

Themen

KZ Dachau

Zeiträume

NS-Diktatur und Zweiter Weltkrieg (1933 - 1945)

Signatur
zz-0436.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Jahr
1941

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Hans Landauer von seiner Einlieferung ins KZ Dachau 1941.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview mit Hans Landauer (Österreich), geführt am 03.05.1997 in München, über seine linkspolitischen Aktivitäten, seine Teilnahme am spanischen Bürgerkrieg auf Seiten der Republik, seine Haft und das Leben im Konzentrationslager Dachau, seine Beamtentätigkeit nach 1945.

Biogramm

Hans Landauer, Jahrgang 1921, entstammt einer Arbeiterfamilie aus Oberwaltersdorf. Beide Großväter waren sozialdemokratische Bürgermeister, Landauer selbst war seit Februar 1934 in den Nachfolgeorganisationen der sozialdemokratischen Jugendbewegung (Rote Falken, Sozialistische Arbeiterjugend) tätig. Aufgrund einer List gelangte er trotz seiner Jugend am 19. Juni 1937 unter dem Mädchennamen seiner Mutter – Operschall – nach Spanien zu den Internationalen Brigaden. Nach dem Ende des Spanischen Bürgerkrieges folgten Internierung in Frankreich und die Rückkehr nach Österreich, wo er an seinem 20. Geburtstag wegen Verdachts des Hochverrats verhaftet und in das KZ Dachau eingeliefert wurde. Nach der Befreiung 1945 war er in der Sicherheitsdirektion für das Bundesland Niederösterreich tätig, nach 1948 in der Polizeidirektion in Wien. Hans Landauer starb am 19. Juli 2014 in Oberwaltersdorf.

GND: 124214894

Inhalte

1921 in Oberwaltersdorf/Niederösterreich geboren, beide Großväter sozialdemokratische Bürgermeister, politisch geprägte, sozialdemokratische Familie, Arbeiterbauernbund, Abschaffung der Demokratie durch Dollfuß, Jungfalken, Rote Falken, 1934 drei Pfeile, Aufkleber, politische Tätigkeit, unbekannte Besucher beim Großvater, Pakete transportiert, illegale Zeitungen: "Arbeiterzeitung", "Rote Fahne", "Schutzbündler", 1935 Mechanische Weberei A. Rudolf, Blattbindergehilfe, Spenglerei, illegale Gewerkschaft, Wahlsieg der Volksfront in Spanien am 11.2.1936, 17.7.1936 Franco-Putsch, Freiwillige auf Seiten der Regierungsmilizen, Frühsommer 1937 als 16jähriger, besitzlos nach Spanien gefahren, Tabor, zwei weitere Freunde aus dem Nachbarort, nur L. hatte einen Reisepass, Anlaufstelle Paris, Café Grissand, Monsieur Max, Mädchenname der Mutter Operschall, Ausbildungslager in Madrieras/Spanien, Gründung des Österreichischen Bataillons 12.2.1934, Maschinengewehrkompanie, deutscher Kommandant Harry Helfeld, Mai 1938 Spezialbataillon der 35. Division, Verwundung, Typhus, Niederlage der Republik 1939, Flucht nach Frankreich, Internierung an der Mittelmeerküste, katastrophale Bedingungen, camps d'accueil, Cencipre, Agiles-sur-mer, Bacarés, Hunger, Plakat mit Bombern und Hitler bei der Ankunft in Spanien, Festung Figueras, 1939 Beginn des Zweiten Weltkriegs, immer noch interniert, Arbeitskompanien, hinter der Maginotlinie, Befehl Himmlers zur Internierung der "Rotspanienkämpfer", Spanier nach Mauthausen gebracht, Kämpfer der Internationalen Brigaden nach Dachau, "Gesicht zur Heimat"-Aufruf der Kommunistischen Parteien Österreichs und Deutschlands, Heimkehr, deutsch-französischer Waffenstillstand in Compiégne, §19 Auslieferung der angeforderten deutschen Staatsangehörigen, Pétain, Kund-Kommission, Gefängnis von Toulon, Entlassen, mit dem Zug nach Paris, Rückwandererschein, 28.11.1940 Geheime Feldpolizei, Gefängnis Santé in Paris, Gefängnis in Trier, über Würzburg nach Wien zur Gestapo gebracht, Wäsche von der Mutter bekommen, Nachricht auf Handtuch, Schutzhaftbefehl: Dachau, 5.6.1941 Abfahrt in Wien Westbahnhof, 6.6.1941 Ankunft in München, Schupo (Schutzpolizei), SS, Mannschaftstransportwägen, Ankunft in Dachau: Jourhaus, Lieder, Arbeitskommandos, SS-Blockführer mit drei Spitznamen: "Tom Mix", "Max Schmeling", "Knochenbrecher", Hundeführer erkennt Schulfreund beim ersten Appell, Fotografie, Nadel im Sitz, geschoren worden, Desinfektion, Exerzieren auf dem Appellplatz, Italico Bravin, Lagerführer Zill, Lagerältester Karl Kapp, Politische Häftlinge in Dachau, Konservative, Sozialdemokraten, Kommunisten, österreichische Konservative in der Plantage, Pfarrer: Viegel, Gorbach, Oberst Adam, dt. und öster. Sozialdemokraten: Krankenrevier, Kapos, Blockälteste, "rote Kapos von Buchenwald", relativ gute Arbeitsbedingungen in Dachau, Arbeitskommando Gleisumbau, Reichsbahnbeamter, guter Kapo Franz Domandl, KBD-Kommandanturbereich Dachau, Rohrmattenfabrik, Eimer mit Wasser und Brot, Porzellanmanufaktur, Frau Himmler, Prof. Kerner, Ziegelarbeiter Karl Sodan holt Spanienkämpfer in die Manufaktur, Porzellankommando 1, Kohletransport, Moorexpreß, Herr Hein sucht Zeichner, Mukow, Altendorfer, Arbeit in der Kunstformerei, Katalog der Porzellanmanufaktur, Kaufmännischer Direktor Tippel, durch Arbeit vor Transport geschützt, Selektionen, Invalidentransporte nach Hartheim, Pfarrer, Heinrich Grünanger, Richard Holleiß, Todesurkunden in Dachau ausgestellt, Blöcke, Lagerführer Redwitz, Häftlinge als Bombenentschärfer nach Luftangriffen, Verhältnis zu den Pfarrern, Pater Richard, Familie Gampenrieder, Wandel des Lagers, Massenankunft von Polen, Tschechen, Russen, Italiener, Franzosen, Spanier, Arbeitslager, Messerschmitt, Heinkel, Außenlager, Schlafplätze in der Manufaktur, "Präzifix", Bibliothek, Viktor Matejka, Kurt Schumacher, Buchbinderei, Theateraufführungen: Erwin Geschonnek, Viktor Matejka, Bruno Furch, Gustav Eberle, Fußballspiele, Musik, Bordell, Informationen über den Kriegsverlauf, Radioapparat in der SS-Führerküche, Karli Horak, geheimer Empfänger, Philips-Empfänger von Prof. Kerner in der Porzellanmanufaktur, Widerstand, Sabotage, Zeitungen "Das Reich", 29.4.1945 im Revier versteckt, Amerikaner, Jeeps, Gaskammer in Dachau: Chef der Lagerfeuerwehr Gustav Eberle, Baracke X-Krematorium, Vorbereitungen aber keine Massenvernichtung in Dachau, Leichenberge bei der Befreiung, Strafen wegen falschem Grüßen, Enttarnung unter falschem Namen zurückgekehrter Spanienkämpfer, Liste in Paris, Ludwig Beer ermordet, medizinische Versuche: Hans Queck, "Ahnenerbe"-Versuchsstation, Karl Barle, Meerwasserversuche, Unterkühlung, Lagerarzt Dr. Sigmund Rascher, Isolation wegen Flecktyphusepidemie, Angst vor Todesmarsch, Erschießungen von SS-Leuten bei der Befreiung, Dachauer Bevölkerung, Lebensweg nach der Befreiung: Sprachen, Arbeit als Textilarbeiter, Kriminalbeamter, Sicherheitssektion für Niederösterreich, erster Fall: Judenmassaker in der Schliefau bei Landeck, Polizeidirektion in Wien, Verhalten der Roten Armee in Österreich, Einsatzgruppen der Wehrmacht, durch Mitgliedschaft in der Vereinigten Sozialistischen Jugend seit 1937 automatisch Mitglied der Kommunistischen Partei (KP), bis 1948 Parteiaustritt, Innenministerium, Abteilung II/C Sekretär bei Minister Zettl, österreichischer Beamter beim Polizeikontingent der Vereinten Nationen (UNO) auf Zypern, Stellungnahme gegen Neonazis, Sicherheitsbeamter in der Botschaft in Beirut, Dienstführender der Hotelkontrolle in Wien, Staatsbesuche: Chrustchow, Kennedy, Tito, span. König Juan Carlos, Prof. Steiner, Mitarbeit im Dokumentationsarchiv, Spanienkämpferarchiv.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
1:30 h
Aufnahmedatum:
03.05.1997
Sprache:
deutsch