Zeitzeugen berichten

Ferdinand Berger KZ-Überlebender

Themen

KZ Dachau

Zeiträume

NS-Diktatur und Zweiter Weltkrieg (1933 - 1945)

Signatur
zz-0475.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Jahr
1942

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Ferdinand Berger von den unterschiedlichen Strafen im Konzentrationslager Dachau (um 1942). Neben Strafexerzieren, Strafe stehen und Doppelschlägen aufs Gesäß war in Dachau das Pfahlhängen eine besonders perfide Art der Peinigung der Häftlinge.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview mit Ferdinand Berger, geführt am 25.10.1997 über seine Jugend, die Teilnahme am spanischen Bürgerkrieg, seine Verhaftung durch die Gestapo, seine Internierung in den Konzentrationslagern Dachau und Flossenbürg sowie seine Befreiung.

Biogramm

Ferdinand Berger wurde 1917 in Graz geboren. Er schloss sich der Sozialistischen Partei an und ging 1937 nach Spanien, um auf der Seite der Internationalen Brigaden am Bürgerkrieg teilzunehmen. Später wurde er vom französischen Militär zum Arbeitseinsatz an der französisch- belgischen Grenze eingezogen. Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht im Mai 1940 wurde er von der Geheimen Feldpolizei interniert. Wegen seines Spanieneinsatzes wurde Berger von der Gestapo nach Österreich gebracht und von dort nach Verhören im Januar 1941 in das KZ Dachau deportierte. Als Blockschreiber hatte Berger eine relativ privilegierte Stellung im KZ, die er dazu nutzte, Ausschreitungen gegenüber russischen Häftlingen zu unterbinden. Im Sommer 1944 wurde er in das KZ Flossenbürg überstellt. Dort erlebte er die Befreiung.

Inhalte

Elternhaus und Jugendzeit: am 27.11.1917 in Graz geboren, Vater starb 1918, von Großmutter aufgezogen, 1936 Wunsch nach Spanien zu gehen, freiwillige Meldung zum Bundesheer, aus politischen Gründen abgelehnt, Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei, Teilnahme an den Februarkämpfen 1934, 1937 über Paris nach Spanien gefahren - als Interbrigadist in Spanien: Flakbatterie bei Valencia, Februar/März 1938, Barcelona, Mont Gujo, italienische Bombenflugzeuge, Teruel, faschistische Offensive, Durchbruch der Faschisten an den Ebro, Teilung, Übergabe der Batterie an Spanier, in kleinem Dorf einquartiert, im Januar in Valencia eingeschifft nach Barcelona, Interbrigadisten, Marsch an die französische Grenze, in Frankreich Waffen abgegeben, Lager am Strand, Ceciprienne, knapp zwei Jahre in Gurse - Meldung auf der Kommandantur, mit dem Zug an die belgisch-französische Grenze gebracht, Le Nouvians, Bau von Panzerabwehrgräben, Rückzug, keine Verpflegung, Garde mobil floh, in Dörfern versorgt, Compiègne, in Kaserne gemeldet, unterwegs mit dem Lastwagen, Durchfall, in Paris auf Sportplatz einquartiert, Luftangriffe auf Automobilwerke Citroen und Renault, mit dem Zug nach Vannes/Bretagne, Barackenlager, Käse vom Güterzug gestohlen, deutsche Besatzung, Arbeit für die Deutschen, Waggons entladen, Lager von Soldaten bewacht - Wehrmachtslager: Geheime Feldpolizei, Namensliste aussortiert, Soldat steckte ihnen Fleischkonserven zu, Mitte Mai 1940, Lastwagen, Gefängnis, Entkleidung, Tätlichkeit gegen Wächter, 4 Tage Dunkelhaft, mit dem Bus nach Paris gebracht, Gefängnis Santé, Max Umschweif, Wanzen, Hirsl Hirzenberger, General in der Zelle, Abtransport nach Trier mit dem Bus, mit dem Zug bis Frankfurt, Gefängnis, Gitterkäfige, über München nach Wien gebracht, KZ-Häftling aus Dachau, in Wien: Elisabethenpromenade, Transport nach Graz, Landgericht, Untersuchungsrichter, Überstellung zur Gestapo - Gestapo-Haft in Österreich, Großmutter, Oberkommissar Stelzl, Verhöre, von Mithäftling bestohlen, Januar 1941 Abtransport, in München von der SS übernommen - Deportation ins KZ Dachau, Ankunft, Fotografie, Ausziehen, Duschen, Häftlingskleidung, Straßenbau, "SS-Kammer", Kleiderkammer, Blockschreiber im Russenblock, Schlafen im Wohnraum, Türenschlagen beim Gang aufs Klo, Fenster, Blockältester Mejansarian, Prügel eingestellt, Block ging auf Transport, Karteikarten, Küchenblock Anfang 1944, Essen für andere gestohlen, Anordnung zur Überstellung, Fliegeralarm, Transport, Zivilisten, Fluchtpläne aufgegeben - Überstellung ins KZ Flossenbürg, Lagerkommandant Koegel - Arbeit im Autopark des KZ, Reinigung des Holzvergaserkessels, Kartoffeln auf dem Laster, Magazin, April 1945, deutsche Häftlinge in SS-Blöcke eingeteilt, Ausbildung mit Panzerfaust, zurück ins Magazin versetzt, Damenwäsche aus Auschwitz - Evakuierung und Befreiung, Erschossene im Wald, Eickhändel, Fahrt im Lastwagen, kaputte Bremse, Amerikaner, polnische Division - Strafen in Dachau: Strafexerzieren, Strafe stehen vor dem Jourhaus, Stockschläge, Pfahlhängen - Erschießung von russischen Kriegsgefangenen, Lagerarzt SS-Sturmführer Sigmund Rascher, Unterwasserversuche, Essen in Dachau, Steckrüben (Dorschen), Theater - Lagerbordell in Dachau, Ehrenbunker, Unterschiede Dachau/Flossenbürg, Probleme mit Blockältestem - SS-Hauptscharführer 1950 wiedergetroffen - Franz Freihart, das Ende des Lagers, Tote der Todesmärsche - Spätfolgen des Lageraufenthalts.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
2:30 h
Aufnahmedatum:
25.10.1997
Sprache:
deutsch