Zeitzeugen berichten

KZ Dachau Edmond Falkuss // KZ-Überlebender

Signatur: zz-0937.01
Copyright: Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)

Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview mit Edmond Falkuss (Frankreich), geführt am 11.10.2000.

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Edmond Falkuss von den Bomardierungen des Rüstungsbetriebs der Firma Messerschmitt durch die amerikanische Luftwaffe im März 1944.

Biogramm

1917 geboren, 1935 nach der Saarabstimmung nach Frankreich ausgewandert, französischer Staatsbürger, deutsche Kriegsgefangenschaft 1940, 1942 im Konzentrationslager Dachau interniert, 1943 in den Außenlagern Haunstetten und Pfersee, Befreiung auf dem Todesmarsch 1945.
GND:

Inhalt

Leben in Frankreich bis 1939/40: nach der Saarabstimmung 1935 vom Saarland nach Frankreich ausgewandert, Vater: Bergbeamter, frankophil, Völkerbund, Tours, "refugiés sarreroires", "apatrides"=staatenlos, Arbeit bei einer Lebensmittelfirma, Inventur in Filialen, Tourraine, 1937 französische Wehrpflicht, im Anschluss Staatsangehöriger, allerdings Kriegsausbruch, Front, Mai 1940, deutsche Kriegsgefangenschaft und immer noch nicht frz. Staatsangehöriger, falschen Namen angegeben, Arbeit bei einem Bauern Nahe Bremervörde, Eltern in Frankreich von der Gestapo verhaftet, dadurch wussten die Deutschen Bescheid - Verhaftung im Kriegsgefangenenlager: Transport ins Militärgefängnis Berlin-Moabit, Untersuchungsrichter, Offizialverteidiger, Verhandlung, Freispruch, von der Gestapo verhaftet, Angebot zur Waffen-SS zu gehen abgelehnt - Einlieferung ins KZ Dachau am 10.10.1942, Vater war schon in Dachau, Unterschiede der Konzentrationslager, Barackenbau, Vater besorgt zusätzliche Suppenrationen, Arbeit in der Schreibstube, Eingangsbuch, viele Saarländer in der Häftlingsverwaltung, "Kartoffel-Keller-Kommando", Zahnärzte verstecken Brote, politische Abteilung: Kriminalsekretär Kick - Überstellung nach Haunstetten: Lagerschreiber, Messerschmittfabrik, Lagerkommandant: SS-Sturmführer, Luftangriffe, nachts Briten, tagsüber Amerikaner - Arbeit bei Messerschmitt: Lagerältester, Lagerschreiber, Arbeitseinsatz, als Lagerschreiber verantwortlich für Statistik, Korrespondenz, täglich 6 km von Haunstetten zur Fabrik, Kontakte zu den Zivilisten in der Messerschmitt-Verwaltung, Luftangriffe, Splittergräben gaben ungenügend Schutz, März 1944 amerikanische Großangriffe, Erfassung der Toten, neue Splittergräben in größerem Abstand zu den Werken, wilde Flucht, nach dem Angriff kamen alle wieder, keine Lebensmittel, nur vier waren geflohen, gefasst und erhängt - Bestrafung: Henker aus Dachau angereist, das ganze Lager musste antreten, SS-Mann Georg Jung aus dem Elsass, Vorgang der Hinrichtungen, Me 262, Me 110, anständige zivile Arbeitskräfte - Zerstörung des Lagers am 13.4.1944, alle Baracken zerstört, notdürftige Unterbringung der Internierten auf dem Luftwaffenstützpunkt Gablingen, auch dieser wurde bombardiert - Häftlingszeit im Lager Pfersee: Tunnel entdeckt, Fluchtwege, Bewaffnung von Häftlingen, Kapos, Stubenälteste, Marschkolonne Richtung Süden, Erschöpfte wurden zurückgelassen, Dorfpfarrer, Bauern um Essen angfleht, Brot - Befreiung, Amerikaner, auf Essensrationen gestürzt, Schwabmünchen, Franzosen holten Staatsangehörige mit Bussen - Rückkehr nach Frankreich, Strassburg, Paris - Heimkehr, 1950 nach Paris gezogen, Radio Luxemburg, Saarbrücken - Direktor Braun von Messerschmitt.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
1:30 h
Aufnahmedatum:
11. Okt 2000
Sprache:
deutsch