Zeitzeugen berichten

André Delpech Widerstandskämpfer, KZ-Überlebender, Zwangsarbeiter, Generalleutnant

Themen

KZ Dachau

Zeiträume

NS-Diktatur und Zweiter Weltkrieg (1933 - 1945)

Signatur
zz-0801
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Jahr
1944

André Delpech, ehemaliger Vorsitzender des Comité International de Dachau, spricht über die Stimmung und den Ausbruch der Seuche Dysenterie während seiner Zeit im Konzentrationslager Dachau (um 1944).

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit André Delpech (Frankreich), geführt am 10.12.2002 über seine Tätigkeit als Widerstandskämpfer der Résistance, seine Verhaftung und Internierung im Konzentrationslager Dachau, die Zwangsarbeit in einem Kalksteinbruch im Neckartal, seine Flucht und das Kriegsende 1945, die Rückkehr nach Frankreich sowie seine Laufbahn in der französischen Armee.

Biogramm

André Delpech wurde 1924 in Origny-Sainte-Benoîte (Nordfrankreich) 1924 geboren. Sein Vater war Bahnhofvorsteher, seine Mutter Lehrerin. Mit dem Beginn der deutschen Besatzung Frankreich engagierte er sich im Widerstandsnetzwerk AS Verny. 1944 wurde er von der Gestapo verhaftet und im Konzentrationslager Dachau inhaftiert. Nach der Befreiung durch amerikanische Streitkräfte am 5. April 1945 kehrte er nach Frankreich zurück und schlug eine militärische Laufbahn ein, die er als Generalleutnant beendete. 1991 wurde er zum Präsidenten der französischen Lagergemeinschaft des Konzentrationslagers Dachau gewählt. Im selben Jahr wurde er auch zum Präsident des Internationalen Dachau Komitees (CID) gewählt, woran sich im Jahr 2005 eine Ehrenpräsidentschaft anschloss. André Delpech starb 2012 im Departement Dordogne.

GND: 1060141957

Inhalte

Général de corps d'armée (Generalleutnant) der französischen Armee, ehemaliger Internierter des Konzentrationslagers Dachau, Präsident des Internationalen Komitees des ehemaligen KZ Dachau, nicht besetztes Frankreich, Marschall Pétain, Lycée des Cahors, 11.11.1942 Rugbymeisterschaften der Universitäten in Aurillac, Landung der Alliierten in Nordafrika, deutsche Besetzung des "Freien Frankreich", Bus mit Holzkohlevergaser, in einer Kurve im Massif Central deutsche Truppen mit Motorrädern gesehen, Entschluss zum aktiven Widerstand, Denunziationen durch Klassenkameraden, Verhör durch Gestapo, Ausweis: nicht erforderlich für den Arbeitsdienst, Bewegungsfreiheit, Nachrichtenübermittlung für die Résistance, viele Frauen in der Résistance - Verhaftung in Cahors, Transport nach Toulouse, Gefängnis Saint-Michel, singende Frauen, Marseillaise, keine Toilette, Nachrichten über den Kriegsverlauf, Mutter brachte Wäsche ins Gefängnis, Deportation nach Compiègne, 5 Tage, überfüllte Viehwaggons, im Wechsel sitzen und stehen, Camp de Royallieu, Sonne, gute Verhältnisse, wenig zu Essen, 02.07.1944 Abtransport, 100 Leute pro Waggon, österreichische Feldjäger, 2.300 gingen auf den Transport, bei der Ankunft in Dachau wurden 963 Tote registriert, hinten im Waggon ein Eimer als Toilette, bei Reims, badende Kinder, Durst, Bedingungen des Transports, Tote im Waggon, Luft, in Saarbourg Suppe vom Roten Kreuz, 4 Tage unterwegs - Ankunft am Dachauer Bahnhof, brüllende SS-Männer mit Hunden, Tote wurden aus den Zügen geworfen, Arbeiter am Vorortzug, Abmarsch in Kolonne, "Arbeit macht frei", Appellplatz - falsche Namen im Archiv, Schutz der Familien, Bsp. Général de Hauteclocque=Leclerc, Zamesnick, was die Archive nicht erzählen - Block 23, 1.000 Personen pro Block, Quarantäne, Transport zur Zwangsarbeit, Personenzug, dritte Klasse, wunderbar geschlafen, Dorf im Neckartal, kleines Lager, Baracke 5, Kalksteinbruch, Mercedes, Tagesablauf, Betonsäcke 50kg, Lastkähne auf dem Neckar, Zementrutschen, Blasen, Ruhrepidemie, Warten an der Toilette, Schlägerei mit einem Polen, Arbeit in Moosbach, Lieutenant Brunet, Hinrichtung, Neckarems, Neckarsteinach, Briten bombardierten Bahnstrecke, Fußmarsch, Blasen (Phlegmon) an den Füßen, Kameraden nahmen ihn in die Mitte, im Schnee liegen geblieben, in Baracke gebracht, Revier, Kameraden zu Fuß nach Dachau, wegen lahmen Fußes im Zug, vier Tage an einem Bahnhof, trinken am Fluss, Löwenzahn zu essen, 45kg, Flucht über die Eisenbahnbrücke, im Haus der Brückenwärterin versteckt, alte Dame, Flucht, Junge an Apfelbaum erhängt, Schild: "Zum Tode verurteilt, weil er sein Korps 48 Stunden zu früh verließ", Dorf mit Panzern, Amerikaner, Zigarette vom amerikanischen Kommandeur, Befreiung der anderen Gefangenen auf dem Bahnhof - Résistance-Gruppe aus Cahors, Grund für das Überleben, Zusammenhalt, 1. französische Armee, LKW-Transport GMC, Benzintransporter für die Panzer, schwarze Fahrer, wilde Fahrt, amerikanische Papiere, Speyer, Unterkunft und Verpflegung, Strasbourg, im Schwimmbad untergebracht, Quarantäne, Angst vor Typhus, Saint-Dié/Vogesen, Rückweg nach Chaors, über Lyon, Toulouse, über ein Jahr keine Nachricht von den Eltern, Erholungszentrum in den Pyrenäen, nur noch 45kg Körpergewicht, Militärakademie Saint-Cyr - Verständnis des Soldatenberufs, Algerien, humanitäre Hilfe, Bosnien, Libanon, Rastatt, Co-Präsident des deutsch-französischen Kreises, Edmund Stoiber, Erinnerung.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
2:00 h
Aufnahmedatum:
01.12.2002
Sprache:
französisch