Zeitzeugen berichten

Marlene Böck Lehrerin, Dolmetscherin

Themen

Kriegsende 1945

Zeiträume

NS-Diktatur und Zweiter Weltkrieg (1933 - 1945)

Signatur
zz-0201.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Jahr
1945

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Marlene Böck vom Kriegsende in Sulzbach-Rosenberg.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview mit Marlene Böck (geb. M. Dudek) über ihre Flucht aus Schlesien 1945 nach Bayern, das Kriegsende in Sulzbach-Rosenberg, ihre Tätigkeit als Dolmetscherin für die US-Militärregierung und ihren Aufenthalt in den USA, geführt am 29.4.1995.

Biogramm

In Oppeln/Oberschlesien geboren, Ausbildung in Breslau, 1945 Flucht nach Sulzbach-Rosenberg, Arbeit als Dolmetscherin und Englischlehrerin für die amerikanische Militärregierung, Studium in Regensburg, 1949 Stipendium für North Dakota, 1950 Rückkehr nach Deutschland.

Inhalte

Ausbildung in einer Chemieschule in Breslau, chemisch-technische Assistentin, Arbeit in der nahrungsmitteltechnischen Untersuchungsstelle des Wehrkreises VIII, in Oppeln geboren, mit der Schwester zusammen in Breslau in Untermiete, Vater dienstverpflichtet zur Artillerie bei Sprottau, Flüchtlingstrecks aus dem Osten, 20./21.1.1945 zur Mutter nach Oppeln gefahren, alle Kaninchen und Hühner geschlachtet als Verpflegung, Wertgegenstände im Keller vergraben, Gepäck auf dem Schlitten, keine Züge mehr, flüchtende Russen der Wlassow-Armee, Panjewagen, Russen nehmen sie mit, Flüchtlingstrom, PKW, Breslau, Zug nach Glogau, Kälte, Zug nach Sprottau, Vater hat Quartier besorgt, Cousine in Sulzbach-Rosenberg, drei Unteroffiziere kennen gelernt, Waffentransport nach Norden, Leutnant Braun, Güterbahnhof, Waffenauto hergerichtet, Ofen, Versorgung bei der NSV, Güterbahnhof Halle, weiter mit dem Zug Hof, Weiden, Schwandorf, Tieffliegerangriffe, Sulzbach-Rosenberg-Hütte, Haus der Cousine bis unters Dach voll mit schlesischer Verwandtschaft, bei Arbeiter der Maxhütte untergebracht, Mandelentzündung, Behördengänge, Flüchtlinge der ersten Stunde, Lebensmittelmarken - Situation der später Vertriebenen - Mutter stirbt, Verständigung des Vaters, Vater schafft es zur Beerdigung, von Weiden zurück nach Delitzsch, zwölf Jahre nicht wieder gesehen, Vater ging zurück nach Oppeln, erneut geheiratet, 1957 aus Polen ausgereist - selbst In München Studium angeschlossen, Studienrätin, Heirat - Einmarsch der Amerikaner am 22. April 1945 in Sulzbach-Rosenberg, Artilleriefeuer, keine Verteidigung, Einquartierung von Amerikanern, Konserven, Unterkunft bei anderem Arbeiter, strammer Nazi - Jammern der Verwandtschaft, Kleider aus Kissenbezügen genäht - in Breslau Abitur im Abendkurs, Lateinunterricht 1943 - Tiefflieger, Maxhütte - erste Kontakte zu Amerikanern, Schulenglisch, Gespräche - Versorgungsprobleme, Lebensmittelmarken, Übersetzung für Molkereibesitzer Langl, Angebot für die amerikanische Militärregierung zu dolmetschen, Kleid für Bäuerin genäht, Rock aus Armbinden, keine Nachrichten vom Bruder und Vater, Englisch-Unterricht, Café Kern, in Sulzbach: Mann aus dem gefängnis "heruasgeredet", Hiltl, Vorladung zur Militärregierung, Arbeit angenommen, zwei Soldaten haben Reh gejagt, Frau Winkler - Schachspiel mit holländischem Dolmetscher George Wifles, Studium in Regensburg, Unterkunft bei den Schulschwestern am Kornmarkt, Lebensfreude, unzerstörte Stadt, Lebensmittelmarken, Tauschhandel, Skifahren am Arber, Tanzen in der Jahn-Turnhalle, im Stadtamhof, Fürstenhof, Karmelitenhof, Dörnberg-Palais, Tanzschiff auf der Donau, Exkursionen, Stadtführungen organisiert, nach 4 Semestern Wechsel notwendig, Bewerbung für Studienplatz in den USA, Währungsreform 20.4.1948, Arbeit bei der Militärregierung, Zuzugsgenehmigung, Untermiete bei jüdischem Hauptmieter, Zusage des State-Teachers-College in Dickinson/North Dacota, Schiff von Bremerhaven, Dependence-Boot, weitere Studenten an Bord, Voith, Ignaz Kiechle, Besuch bei Dietrich von Hildebrand in New York, Fordham-University, Überfluss - Dickinson: eisige Dekanin, verschulter Betrieb - Amerikanische Mentalität: Arbeit, keine politischen Diskussionen, Pat Mikel, Besuch in Washington, Besuch auf Ranch in Kalifornien, Schuldgefühl, Arbeit in der College-Küche, in der Bibliothek - Heimweh, Pakete nach Hause, Fett aus der Küche, Einladung der Brieffreundin Mrs. Delnor nach San Francisco, mit dem Greyhound nach Kalifornien, Leiter des deutsch-amerikanischen Clubs, Jenny-Lind-Konzert, Professor Bergsträsser, Familie Brand, Einladung nach Palo Alto, Stanford University, Vermitteln College-Wechsel, Seaton-Hill-College in Pittsburgh, 1.1.1950, Probleme mit der Meldebehörde - politische Stimmung der McCarthy-Ära, Zeitungsinterview, Rede von Otto von Habsburg, aufgeheizte Atmosphäre, "Schwarze Schulen", Rassentrennung, Bürgerrechtsbewegung, Heinz Jahn "Négritude" - Oberflächlichkeit, Wegwerfgesellschaft - Rückkehr nach Deutschland 1950, andere Sicht der Dinge als vorher, Niederlage oder Befreiung?, Verhältnis der Deutschen zur NS-Diktatur, Kriegsverbrechen.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
2:30 h
Aufnahmedatum:
29.04.1995
Sprache:
deutsch