Zeitzeugen berichten

Josef Schwindl Landwirt

Themen

Kriegsende 1945

Zeiträume

NS-Diktatur und Zweiter Weltkrieg (1933 - 1945)

Signatur
zz-1730.02
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Jahr
1945

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Josef Schwindl über die Ankunft der Amerikaner in Viehhausen bei Kriegsende 1945, deren Verhalten im Ort und den Widerstand Regensburgs gegen die US-Truppen.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Thematisches Zeitzeugeninterview mit Josef Schwindl, aufgenommen am 01.10.2016 in Viehhausen, über seine Kindheit und Schulzeit, den Kontakt mit den sowjetischen Kriegsgefangenen im Ort, die Bombenangriffe auf Regensburg während des Zweiten Weltkriegs, die Ankunft und das Verhalten der Amerikaner bei Kriegsende 1945, seinen beruflichen Werdegang, die Wirtschaftlichkeit des Bauernhofs, die Ernährungslage während und nach dem Krieg, den wirtschaftlichen Aufschwung nach der Währungsreform vom 20.06.1948, den Zerstörungsgrad Regensburgs nach dem Krieg und die Entwicklung des Tourismus in Bayern.

Biogramm

Josef Schwindl wurde 1937 geboren und lebte in Viehhausen (Kreis Sinzing) auf einem Bauernhof. Er erlebte gegen Kriegsende 1945, wie sowjetische Kriegsgefangene mehrere Tage in den Ort kamen und dort lagerten. Josef Schwindl konnte mit ihnen Kontakt aufnehmen und tauschte von den Russen geschnitzte Holzfiguren gegen Kartoffeln ein. Als die Russen weitergezogen waren, marschierten bald die US-Soldaten in den Ort ein. Nach dem Krieg besuchte Josef Schwindl die Landwirtschaftsschule in Regensburg und übernahm 1966 den elterlichen Hof.

Inhalte

Geboren 1937 – Vater Landwirt – Mithilfe auf dem elterlichen Hof als Kind – Einschulung 1943 – Schulzeit: „In der Früh schon „Heil Hitler!“ – Kriegsspiele als Kind – Distanzierte Eltern-Kind-Beziehung – Einquartierung von sowjetischen Kriegsgefangenen in „Nachbars Scheune“ im April 1945 – Tauschgeschäft mit sowjetischen Kriegsgefangenen (Schnitzereien gegen Kartoffeln) – Ankunft der sowjetischen  Kriegsgefangenen – Lebensumstände der Kriegsgefangenen im Ort (Aufenthalt 8-10 Tage) – Kontakt der Kinder mit den Kriegsgefangenen – Abmarsch der Kriegsgefangenen – Kleidung und Verfassung der Kriegsgefangenen – Eltern-Kind-Beziehung zur damaligen Zeit – Ernährung der Gefangenen im Ort – Schnitzereien der Kriegsgefangenen – Stibitzen der Kartoffeln für die Gefangenen – Bewegungsfreiheit der Gefangenen – Zubereitung der Kartoffeln durch die Gefangenen – Verständigung mit den Gefangenen – Aufenthaltsdauer der Gefangenen (ca. 10 Tage) – Beschreibung einer Schnitzerei der Kriegsgefangenen – Schnitzwerkzeug: primitivste Mittel – Tauschwert der Schnitzereien – Stellenwert der Schnitzereien als Kind – Spielzeugmangel – Bombardierung von Regensburg – Bombenangriff am 17.08.1943 auf Regensburg – Tiefflieger am Ende des Zweiten Weltkriegs – Rücksichtlose Angriffe der Tiefflieger – Ankunft der Amerikaner im Dorf – Verhalten der Kinder im Vergleich zum Verhalten der Eltern gegenüber den Amerikanern – Verhalten der US-Soldaten im Ort – Ängste der Eltern – Besuch der Landwirtschaftsschule in Regensburg nach Kriegsende – Übernahme des elterlichen Hofs 1966 – Keine Flurbereinigung in Viehhausen – Wirtschaftlichkeit des Bauernhofs – Damaliger Viehbestand – „Schwarzschlachtungen“ bei Nacht – Ernährungslage während des Kriegs – Einstellung der Lehrer zum Nationalsozialismus – Wiedereinstellung belasteter Lehrer – Tägliche Gottesdienstbesuche als Kind – Einmarsch der Amerikaner zum Kriegsende – Hausdurchsuchung durch Amerikaner – Hissen der weißen Fahne – Verhalten der Amerikaner im Ort („die haben uns zugewunken, das war ja das Überraschende“) – Neuheit: Schokolade und Kekse – Evakuierung des Dorfes – Widerstand Regensburgs gegen die Amerikaner – Hausdurchsuchung durch die Amerikaner – Angst der Bewohner vor den Amerikanern – Errichtung von Panzersperren am Ortseingang – Drohung der Amerikaner zur Räumung der Panzersperren – Flucht bewaffneter NS-Soldaten vor den Amerikanern in die Wälder – Informationsmöglichkeiten im Dorf (Volksempfänger) – Umgang mit belasteten Lehrkräften nach dem Krieg – Unregelmäßiger Schulunterricht gegen Ende des Kriegs und in der unmittelbaren Nachkriegszeit – Sammlung und Spiel mit Munition aus dem Wald als Kind nach dem Krieg – Versorgungssituation in der Nachkriegszeit – ‚Hamsterfahrten‘ der Stadtbewohner aufs Land nach dem Krieg – Brand auf dem Hof im Jahre 1945 – Mehllieferung aus Eilsbrunn (Brotmangel) – Entstehung von Freundschaften zwischen Stadt- und Landbewohnern in der Nachkriegszeit durch Ernährungslage – Problematische Ernährungslage bis zur Währungsreform 1948 – Aufschwung nach der Währungsreform am 20.06.1948 – Startkapital zur Währungsreform – Erster Traktorkauf 1951 – Motorisierung der Landwirtschaft – Einnahmequelle: Waldarbeit – Finanzierung der Anschaffungen – Aufschwung Mitte bis Ende der 1950er-Jahre – Erster Autokauf (Zulassung 03.10.1958) – Erste Autofahrten in die Stadt – Erste Urlaubsaufenthalte in Österreich, der Schweiz und in Oberbayern – Zerstörungsgrad Regensburgs – Messerschmitt-Werke in Regensburg – Sprengung von Brücken in Regensburg – Entwicklung des Tourismus in Regensburg – Persönliches Bild von Bayern – Beliebte Ausflugsziele in Bayern – Entwicklung des Tourismus in Bayern – Bayerns Landschaft – Kritik am Flächenverbrauch in Bayern – Beliebtheit der Deutschen im deutschsprachigen Ausland – ‚Deutschenfeindlichkeit‘ aufgrund der Verbrechen während der NS-Zeit – Persönliche Meinung zum Umgang mit Flüchtlingen und Asylbewerbern heute.

Daten

Art:
Thematisches Zeitzeugeninterview
Dauer:
0:45 h
Aufnahmedatum:
01.10.2016
Sprache:
deutsch