Zeitzeugen berichten

Ludwig Steinherr Unternehmensberater

Themen

Kindheiten in Bayern

Kriegsende 1945

Zweiter Weltkrieg

Zeiträume

NS-Diktatur und Zweiter Weltkrieg (1933 - 1945)

Signatur
zz-1501.07
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Jahr
1945

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Ludwig Steinherr darüber, wie er als Kind die Zeit unmittelbar vor Ende des Zweiten Weltkriegs in Bamberg erlebte - über die Wirkung der Nachrichten von der Invasion der Alliierten in der Normandie und der deutschen Ardennen-Offensive 1944, das Ausbleiben der "Wunderwaffen" sowie die Aufstellung des Volkssturms 1945.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Ludwig Steinherr, aufgenommen am 10.05.2013 in München, über seine Jugenderlebnisse während des "Dritten Reichs" und des Zweiten Weltkriegs, das Kriegsende 1945, die Nachkriegszeit, seine Arbeit für das Rationalisierungskuratorium der deutschen Wirtschaft (RKW), die deutsche Wiedervereinigung 1989/90 und sein Bild von Bayern.

Biogramm

Ludwig Steinherr wurde 1932 in Kingenbrunn im Bayerischen Wald geboren und erlebte seine Kindheit in Regensburg, Zeyern, Ebrach, Bamberg, Ettal und Augsburg. Nach dem Krieg studierte er Betriebswirtschaftslehre und arbeitete seit 1963 beim Rationalisierungskuratorium der deutschen Wirtschaft (RKW) zunächst als Öffentlichkeitsreferent und ab 1981 als Geschäftsführer des Verbandes in Bayern. Innerhalb seiner Tätigkeitsbereiche lernte Ludwig Steinherr den Strukturwandel in Bayern vom Agrar- zum Industriestaat im Bereich des Mittelstandes kennen. Das RKW begleitete diese Entwicklung und versuchte den Unternehmen mit vielfältigen Beratungsangeboten neue betriebswirtschaftliche Erkenntnisse zu vermitteln.

GND: 1067474242

Inhalte

Vater Forstbeamter – geboren in Klingenbrunn 1932 – Vater trat 1943 aus der SA aus – hoher Stellenwert des Militärischen in der Jugend ("Soldateles" gespielt) – 1938 Umzug nach Ebrach – erstes Auto der Familie – Besuch der Volksschule – Vater nach Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939 als Forstbeamter sofort nach Polen versetzt – 1942 Aufnahme ins Jungvolk – kaum Indoktrination – schwere Erkrankung – Besuch des Gymnasiums in Bamberg – Internat Aufseesianum – Tieffliegerangriffe – Arbeit im Volkssturm – Einzug der Amerikaner in Ebrach – Wissen über Judenverfolgung in der Bevölkerung – Besuch der Schule in Ettal – ungenügende Ernährung – Enkel von Richard Strauss als Klassenkamerad – Umzug nach Augsburg, Besuch der Schule der Benediktiner von St. Stephan – Währungsreform 1948 – Studium der Betriebswirtschaftslehre in München – Arbeit bei den Bayerischen Wasserwerken – 1963 Wechsel zum Rationalisierungskuratorium der deutschen Wirtschaft (RKW) – Geschichte des RKW: starke Verbindung zu Siemens, Auflösung 1945, Neuorganisation aus dem Verein zur Förderung der Wirtschaftlichkeit, breite Basis für Kooperation von Gewerkschaften bis zum Staat – erste Tätigkeit als Öffentlichkeitsreferent – Initiativen der Rationalisierung – in den 1960er-Jahren vor allem Arbeitsteilung – Kalkulation und Kostenrechnung – Beratung der Unternehmen bei der Anwerbung von "Gastarbeitern" – Organisation der Besuche japanischer Studiengruppen – Einführung der Elektronischen Datenverarbeitung – Themenverschiebung in den 1970er-Jahren – Großraumbüros – veränderte Führung von Unternehmen, kooperativer Führungsstil, Teamarbeit – Gleitzeit – 1981 Aufstieg zum Geschäftsführer des RKW – Funktionswertanalyse und Gemeinkostenanalyse – Rationalisierung wurde zum Negativbegriff – Scheitern von Unternehmen durch falsches internationales Engagement – Entwicklung der Unternehmensberatung – Beratung von Ost-Unternehmen nach der Wende 1989/90 – zu Beginn schlechte Vorbereitung, Beratung nur zur Übernahme westlicher Methoden – Entwicklung der Branchen im Mittelstand – Ansprechpartner in der Politik, vor allem in den bayerischen Staatsministerien – Vermittlung zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, Kontakt zu den Universitäten – Tätigkeit für das Telekolleg, Moderation von Sendungen – Unternehmensethik in den 1990er-Jahren – Erforderlichkeit von Mindestlöhnen – Frauenquote – Familienunternehmen – Beginn der Atomkraft – Zeit der "68er" – Bild von Bayern und bayerische Mentalität – Änderungen in Bayern durch den Strukturwandel.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview
Dauer:
2:30 h
Aufnahmedatum:
10.05.2013
Sprache:
deutsch