Zeitzeugen berichten

Jüdisches Leben Dr. Susanne Eisenberg-Bach // Romanistin, Buchhändlerin, Emigrantin

Signatur: zz-0417.04
Copyright: Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg [WRNE]

Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview mit Dr. Susanne Eisenberg-Bach im Rahmen des Projekts Geschichte und Kultur der Juden in Bayern - Jüdische Zeitzeugen, aufgenommen in München am 19.5.1987.

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Susanne Eisenberg-Bach von der 1940 erfolgten Überstellung deutscher Jüdinnen in das Lager Gurs.

Biogramm

Susanne Eisenberg-Bach wurde 1909 in München geboren. Nach ihrem Romanistik-Studium ging  sie 1933 nach Paris, wo sie als Buchhändlerin und Hauslehrerin tätig war. Nach dem deutschen Angriff auf Frankreich wurde sie in Südfrankreich interniert. 1941 gelang ihr die Emigration nach Brasilien, wo sie heiratete und eine Buchhandlung gründete. 1983 kehrte sie nach München zurück.
GND: 12269886X

Inhalt

Vater: Leiter der Kunstkupferdruckerei Heinrich Wetteroth – Mutter: Malerin – Jugend in München – Welfen-Gymnasium München: einzige Jüdin – Romanistik-Studium in München: Promotion 1932 – NS-Studentenschaften – NS-"Machtergreifung" am 30.1.1933 (Machtübernahme durch die Nationalsozialisten) – NS-Boykott-Aufruf gegen Juden am 1.4.1933 – Emigration nach Paris am 1.10.1933 – Arbeit in Romanistischer wissenschaftlicher Buchhandlung – deutsches Generalkonsulat: deutscher Pass ohne `J´ (Juden-Vermerk): Verlängerung – Reisen nach Deutschland: Bedrückende Atmosphäre, NS-Plakate in München – Romanistenkongress in Nizza – Aufenthalt in Florenz 1936: Abessinien-Krieg – Hauslehrerin auf einem Gut in Frankreich 1938: Gutsherr französischer Nationalsozialist – Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 – Ausbruch des Zweiten Weltkriegs: Angst, Hektik der Bevölkerung in Paris – Internierung der deutschen Männer in Frankreich – Arbeit als Übersetzerin, Radioabhörerin in französischem Ministerium – Internierung der deutschen Frauen in Paris im Mai 1940 – Internierungslager in den Pyrenäen: Situation im Lager – Befreiung am 12.7.1940 – Arbeit in altem Ministerium in Vichy – Aufenthalt in Marseilles: Visum für Brasilien – spanisches Passagierschiff – Ankunft in Brasilien am 11.5.1941 – Heirat – Gründung einer Buchhandlung 1954 – Brasilianische Staatsbürgerschaft – Plan: Antiquariat in München 1969/70: bürokratische Hindernisse, Ausbürgerungsurkunde des Vaters – Rückkehr nach Rio 1970: Tod der Tochter – Rückkehr nach München 1983 – Brasilianische und Deutsche Staatsbürgerschaft. Beschriebene Personen: Prof. Hans Nawiasky, Universität München – Karl Zerbe – Benito Mussolini – Alexander Roda Roda – Rudolf Hess – Prinzessin Hildegard von Bayern – Prinzessin Pilar von Bayern.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
0:30 h
Aufnahmedatum:
19. Mai 1987
Sprache:
deutsch