Zeitzeugen berichten

Renate Weigl

Themen

Innerdeutsche Grenze / "Eiserner Vorhang"

Signatur
zz-1530.02
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Renate Weigl über ihren Urlaub in der DDR, die Wahrnehmung der ostdeutschen Grenzsoldaten und die Situation ihrer Verwandten in der DDR (1970).

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Thematisches Zeitzeugen-Interview mit Renate Weigl, aufgenommen am 25.11.2013 in Hermannsreuth, über die besondere Lage des elterlichen Bauernhofs unmittelbar an der Grenze zur CSSR, den Grenzvorfall vom 2.8.1965, die Folgen der Grenzöffnung 1989/90 und die besondere Mentalität der Oberpfälzer.

Biogramm

Renate Weigl wurde 1956 geboren und wuchs auf dem Bauernhof ihrer Eltern in Hermannsreuth in der Oberpfalz auf. Die Hofstelle lag direkt an der bayerisch-tschechischen Grenze und hatte aufgrund eines Gewohnheitsrechtes, das noch vor dem Ersten Weltkrieg vereinbart worden war, ein kleines Grundstück auf tschechischem Grund. Am 2.8.1965 kam es zu einem Zwischenfall, als Renate Weigls zweijähriger Bruder Josef auf tschechisches Gebiet lief und die betreuende Bekannte ihm nachlief. Tschechische Grenzer gaben einen Warnschuss ab, beide kehrten aber wohlbehalten zurück. Eine Zusammenfassung des Vorfalls finden Sie hier: http://www.hermannsreuth.de/johannes-dill/

Inhalte

Geboren 1956 in Hermannsreuth – Tod des Vaters 2000 – schon früh Mitarbeit auf dem elterlichen Bauernhof – besondere Lage des Hofs direkt an der deutsch-tschechischen Grenze – Teilstück des Hofs auf tschechischem Gebiet gelegen (Misthaufen und Klohäusl) – kein richtiges Bewusstsein für die Grenze – tschechische Grenzpatrouillen – Kontrollen amerikanischer Soldaten und des Bundesgrenzschutzes (BGS) – Gefühl der Sicherheit – Grenzvorfall am 2.8.1965 – Besuch von Bekannten – Aufsicht über den zweijährigen Bruder durch eine Bekannte – Bub entwischte der Bekannten und lief auf tschechisches Gebiet – Warnschüsse der tschechischen Grenzsoldaten – Vorfall hatte Konsequenzen – Besuch einer tschechischen Delegation – Verbot der Nutzung des Grundstücks auf tschechischem Boden – Misthaufen musste entfernt werden – Gesuch an Landrat Otto Freundl – zusätzliche Arbeit und Platzprobleme durch Verlegung des Misthaufens in das Hofinnere – Belästigung  durch zahllose Besuche und Berichte von Journalisten, viele Details frei erfunden – große Aufregung im Dorf – Schwächeanfälle des Vaters – Versuch einer Lösung der Situation durch eine bayerisch-tschechische Kommission im November 1966 – Erlaubnis den Misthaufen wieder an den alten Platz zu verlegen – Einzäunung erforderlich und Zahlung einer Pacht – damals gutes Verhältnis zu den Tschechen – „Prager Frühling“ 1968 – kein offizieller Grenzübergang in Hermannsreuth – Fall des Eisernen Vorhangs 1989/90 – veränderte Sicherheitslage durch Reduzierung der Polizei- und Zollkontrollen – seitdem eher schwieriges Verhältnis zu den Tschechen – Besuch der DDR 1983 – Kinderhorte in der DDR – Hermannsreuth als Zonenrandgebiet – Vernachlässigung durch die Staatsregierung – Tourismus – Oberpfälzer Mentalität – Zukunftserwartungen für Hermannsreuth.

Daten

Art:
Thematisches Zeitzeugeninterview
Dauer:
0:40 h
Aufnahmedatum:
25.11.2013
Sprache:
deutsch