Zeitzeugen berichten

Ekaterina Davydenkova KZ-Überlebende, Zwangsarbeiterin, Bauingenieurin

Themen

Holocaust / Shoah

Zeiträume

NS-Diktatur und Zweiter Weltkrieg (1933 - 1945)

Signatur
zz-0943
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Jahr
1944

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Ekaterina Davydenkova von der Ankunft im KZ Auschwitz im April 1944.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview mit Ekaterina Davydenkova, aufgezeichnet 1999 in Flossenbürg, über ihre Verschleppung aus Russland, ihre Internierung im KZ Auschwitz, im KZ Flossenbürg, im Außenlager Mittweida, ihre Befreiung und die fehlende Anerkennung für ehemalige KZ-Häftlinge in der Sowjetunion.

Biogramm

Ekaterina Davydenkova wurde 1926 in in Jarcevo (Jartsewo), im Smolensk (Russland) geboren. Als die deutschen Streitkräfte im Jahr 1942 den Angriff auf die Sovjetunion begannen, musste sie zusammen mit ihren Landsleuten im Wald Zuflucht suchen. Die Flüchtlingsgruppe organisierte sich und schloss sich mit einer Partisanengruppe zusammen, die Angriffe auf deutsche Truppen durchführte. Ekaterina Davydenkova fungierte dabei als Verbindungsfrau. Im Dezember 1943 wurde sie verhaftet und in Borissowskijj interniert. Dort litt sie an Typhus und lag zeitweise im Koma. Im April 1944 wurde sie zusammen mit anderen Gefangenen nach Auschwitz deportiert und dort zur Zwangsarbeit herangezogen. Ende 1944 wurde sie mit dem Zug in das KZ Floßenbürg und anschließend zur Zwangsarbeit ins Außenlager nach Mittweida überstellt. Nach dem Endes des Zweiten Weltkrieges konnte Ekaterina Davydenkova in ihre russische Heimat zurückkehren und arbeitete als Bauingenieurin.

Inhalte

Jartsewo-Region, Frontlinie, Dorf abgebrannt, in den Wald geflohen, einer Partisanentruppe angeschlossen, Richtung Weißrussland, Verbindungsfrau, keine Teilnahme an Kämpfen - geboren 1926 in Jarcevo, Smolensk-Gebiet - Verhaftet am 25.12.1943, Borissowskij-Gefängnis 2-3 Monate, Folter, anderes Gefängnis, viele Gefangene, schlechte sanitäre und hygienische Bedingungen, Typhusinfektion, Koma, Gefängniskrankenhaus, Läuse, Haare geschoren, Minsk, Gefängnis in der Schirokaja-Straße, April 1944 Transport nach Westen, in Warschau an Zug mit ungarischen Juden gehängt, KZ Auschwitz, Leichen vor den Krematorien, Warten, Entkleidung, Dusche, Sauna, Nummern eintätowiert, Barracke 18 und 19, Frauenlager B1, Einteilung zu einer Arbeitsgruppe, Lagerkommandantin Maria Mendels, Kapitän Mokrus, Zwangsarbeit, Lehmabbau, Schäferhunde, Appell auf den Knien, Krematorien, Selektionen, Situation in Auschwitz, Gruppe von Offizieren suchte Arbeiter für Deutschland, mit dem Zug nach Dresden, medizinische Untersuchung, Quarantäne im KZ Flossenbürg wegen TBC, zur Zwangsarbeit nach Mittweida überstellt, Fabriklager, Steine geklopft, bessere Umstände als in Flossenbürg, Sanitätsstelle, Zähne plombiert, Stanzwerk, kein Gehalt, keine Entschädigung erhalten - April 1945 in Zug gesetzt Richtung Tschechien, Prag mit Leichen aus dem Zug ausgeladen, versteckt in der Wohnung von Maria Kodrunowa, Prager Aufstand, Rest des Transports von Truppen des Generals Wlassow befreit, 08./09.5.1945 Einmarsch der Roten Armee in Prag, 18.05.1945 auf der Fahrt zu einem Warenlager von versprengten SS-Soldaten beschossen - Rückkehr nach Russland - Mit Rostislaw dem Sohn von Maria Kodrunowa durch Prag spaziert, Fahrt über Ostrau nach Smolensk, Versuch Papiere zu bekommen, alles zerstört, Jartsewo, Grab der Eltern - Technische Berufsschule in Moskau, Mann studierte in Leningrad, Scheidung, da sich Mann für Karriere entschied, Probleme wegen der Zeit im KZ, als "Volksverräter" diffamiert, Arbeit als Bauingenieurin, unter Chrustschow Besserung des Status ehemaliger KZ-Häftlinge, Situation der Überlebenden.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
1:00 h
Aufnahmedatum:
26.06.1999
Sprache:
russisch