Zeitzeugen berichten

Rudolf Klaffenböck Kabarettist, Fotograf und Filmemacher

Themen

Glaube, Religionen und kirchliches Leben

Kultur und Kulturschaffende in Bayern

Zeiträume

Bayern in der Bundesrepublik (1949 - 1989)

Signatur
zz-1636.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Jahr
1981

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Rudolf Klaffenböck über seine Arbeitsweise als Kabarettist und das Kabarettprogramm „Passauer Pfarrfamilienabend“ aus dem Jahr 1981.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Rudolf Klaffenböck, aufgenommen am 01.12.2015 in Passau, über seine Jugendzeit und Ausbildung, seine Tätigkeit als Kabarettist, Fotograf und Filmemacher, sein Projekt „GRENZgehen“, das Hochwasser in Passau 2013 und den Umgang mit Flüchtlingen seit 2015.

Biogramm

Rudolf Klaffenböck wurde 1952 in Passau geboren und war nach seinem Grafik-Studium an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in München als Grafik-Designer in München tätig. In der Gründungszeit des Passauer Scharfrichterhauses arbeitete er zuerst als Filmvorführer. Von 1981 bis 2005 gestaltete Rudolf Klaffenböck als Kabarettist mehrere Solo-Kabarettprogramme, u.a. „Passauer Pfarrfamilienabend“ (1981), „Bayern-Express“ (1984) und „GRENZgehen“ (1997). Rudolf Klaffenböck ist auch als Fotograf tätig und hat zahlreiche Ausstellungen gestaltet, insbesondere in Passau, wo er auch die Geschichte der Nibelungenhalle dokumentiert hat. 2007 wurde Klaffenböck mit dem „Kulturpreis der Dr. Franz und Astrid Ritter-Stiftung für Bildende Kunst“ ausgezeichnet. 2016 erhielt er für seine Fotostrecke "Auf engstem Raum", die Innenräume von Schleuserfahrzeugen zum Thema hatte, die Goldmedaille beim deutschen Medienpreis LeadAwards in der Kategorie Architektur- und Still-Life-Fotografie des Jahres.

Inhalte

Geboren 1952 – Kindheit in der Großfamilie in Passau – Katholischer Kindergarten ‚Marienheim‘ in Passau – Haushälterin als Art ‚Mutterersatz‘ – Mitglied bei den Pfadfindern – 1958-1962 Besuch der Volksschule St. Nikola in Passau – 1962-1971 Besuch des humanistischen Gymnasiums Leopoldinum in Passau – Problemfach: Mathematik – 1971 Wechsel auf das Gymnasium in Pfarrkirchen – Absolvierung der Fachoberschule in Pfarrkirchen im sozialen Zweig bis 1972 – Aufnahmeprüfung für die Fachhochschule für Grafikdesign in München – Mitglied im Sportverein TV Passau – 1965 erste Fotografien vom Hochwasser in Passau – Herkunft des Vaters aus Österreich, Heirat der Eltern 1942 in Passau – Österreichische Staatsbürgerschaft – Abschluss des Studiums 1976 – Tätigkeit im Grafikstudio – 1977 Mitarbeit bei der Eröffnung des Scharfrichterhauses (Kleinkunst- und Musikbühne) in Passau – Kontakte zu Edgar Liegl und Walter Landshuter (Gründer des Schafrichterhauses) – Politische Atmosphäre in Passau in den 1970er-Jahren – Hintergrund Kabarettprogramm „Passauer Pfarrfamilienabend“ – Berichterstattung der Passauer Neuen Presse über das Stück „Himmelskonferenz“ 1975 und das Scharfrichterhaus – Kabarettprogramm „Passauer Pfarrfamilienabend“ – Art und Weise der Darstellung: „realsatirisches Kabarett“ – Themenspektrum und Darstellung: Katholische Kirche, Singen des Wiener Lieds über die Sehnsucht nach einer Frau als Jugendkaplan verkleidet, Verbrennen einer Ausgabe der Passauer Neuen Presse auf der Bühne, Vortrag des lateinischen Confiteor (Stufengebet), Zusammenfalten eines zerlegbaren Kreuzes zu einem Panzer (Zusammenführung von Bundeswehr und Katholizismus) – Kurzfilmpreis für Film über Passauer Fronleichnamsprozession 1980 – Gründung des Scharfrichterhauses und Eröffnung am 11.03.1977 – Proteste aus der Bevölkerung gegen die Gründung des Scharfrichterhauses – Zunehmende Akzeptanz bei den CSU-Stadträten – Besitzerwechsel Ende der 1990er-Jahre an Matthias Ziegler – Konsequenzen aus dem Hochwasser 2013 – Publikum des Scharfrichterhauses – Werbemaßnahmen des Schafrichterhauses – Berichterstattung der Presse über das Schafrichterhaus – Charakterisierung eines Passauer Bürgers – Charakterisierung des Niederbayern – Zum niederbayerischen Dialekt – Unterscheidung zwischen waidlerischem Dialekt (Gegend: Waldkirchen, Altreichenau, Reutmühle) und niederbayerischem Dialekt – Vom zunehmenden Dialektverlust – Passionsspiele in Oberammergau 1984 – Auftritt als vermeintlicher Messias bei den Passionsspielen in Oberammergau – Treffen mit Franz Josef Strauß, Lothar Späth und dem Bürgermeister von Oberammergau als verkleideter Jesus – Abführung durch die Polizei in Oberammergau – Reaktionen auf den Auftritt als vermeintlicher Messias – Übernahme des Filmmaterials des Auftrittes in Oberammergau bei Hofer Filmtagen, als Vorfilm des Kinofilms ‚Stammheim‘ und im Programm „Bayern Express“ – Hintergrund des Projekts „GRENZgehen“ (Wanderung entlang der österreichischen Staatsgrenze zu Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Slowenien) – Programm zur ersten Wandertour im Rahmen des Projekts „GRENZgehen“ im Herbst 1994 – Weitere zwei Wandertouren im Herbst 1994 und im Frühjahr 1996 (insgesamt ca. 1350 km) – Arbeitsweise als Künstler – Hintergrund der Aktion ‚Holzscheitel-Madonna‘ (‚Pribramer Madonna‘) im Winter 1986/87 – Erfahrungen während der Wanderung von Dorf zu Dorf mit Leiterwagen und ‚Holzscheitel-Madonna‘ – Die Bedeutung des Wirtshauses als Kommunikationszentrum – Fotografische Dokumentation im Rahmen der Europäischen Wochen in Passau: „Stage and Backstage“ – Geschichte zur Entstehung der Nibelungenhalle in Passau 1934/35 – Verwendung und Bedeutung der Nibelungenhalle in Passau in den 1960/1970er-Jahren – Traditionelles Aschermittwochstreffen der CSU in der Nibelungenhalle 1975 – Besonderheit der früheren Nibelungenhalle im Vergleich zur Dreiländerhalle heute – Geschichte der rechtsextremen Partei DVU (Deutsche Volksunion) und deren Bezug zu Passau – Nutzung der Nibelungenhalle durch die DVU – Berichterstattung in der Passauer Neuen Presse über Versammlungen der DVU – Bedeutung des Projekts „GRENZgehen“  – Beobachtungen zum Tourismus in Passau – Hochwasser in Passau im Juni 2013 – Fotografische Dokumentation des Hochwassers in Passau – Persönliche Betroffenheit vom Hochwasser – Umgang mit Trinkwasserknappheit – Zusammenhalt der Passauer Bevölkerung beim Hochwasser 2013 – Folgen des Hochwassers 2013 bis heute – Kommentar zum Besuch der Bundeskanzlerin Angela Merkel und des Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer zur Hochwasservisite – Kommentar zum Besuch des Kanzleramtsministers Peter Altmaier in Passau bzgl. der Flüchtlingssituation im Herbst 2015 – Erfahrungsbericht zum Umgang mit Flüchtlingen an der Grenze bei Passau – Persönliche Meinung zur Forderung einer ‚Flüchtlingsobergrenze‘ in Deutschland – Passau als Verteilungsort (Sudetendeutsche Flüchtlinge nach 1945, DDR-Flüchtlinge 1989, Balkanroute heute) – Erfahrungen als Fotograf bei der Dokumentation der momentanen Flüchtlingssituation – Zur ‚Aufnahmebereitschaft‘ von Flüchtlingen in der EU (Europäische Union) – Die Tätigkeit als Künstler – Wandel in der Kabarett-Kunst.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview
Dauer:
1:30 h
Aufnahmedatum:
01.12.2015
Sprache:
deutsch