Zeitzeugen berichten

Prof. Schalom Ben Chorin Schriftsteller, Religionswissenschaftler, Emigrant

Themen

Glaube, Religionen und kirchliches Leben

Jüdisches Leben

Zeiträume

Weimarer Republik (1919 - 1933)

Signatur
zz-0306.04
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg [WRNE]

Im hier gezeigten Ausschnitt spricht Prof. Schalom Ben Chorin über die drei unterschiedlich manifestierten Synagogen, die sich vor 1933 in München befanden (zentral-liberale, orthodoxe und ostjüdische Gemeinde).

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview mit Prof. Schalom Ben Chorin über Geschichte und Kultur der Juden in Bayern, im Rahmen des Projekts Jüdische Zeitzeugen, aufgenommen in Jerusalem am 05.11.1987.

Biogramm

Schalom Ben-Chorin ("Friede Sohn der Freiheit") kam am 20.7.1913 als Fritz Rosenthal zur Welt und wuchs in einer gebildeten jüdischen Kaufmannsfamilie auf. Er studierte in München Germanistik und Religionswissenschaft, verließ 1935 das Deutsche Reich, übersiedelte nach Jerusalem und nahm den Namen "Ben-Chorin" an, unter dem er in München bereits als Autor von Lyrik und Essays bekannt geworden war. In Jerusalem arbeitete er zunächst als Journalist und Schriftsteller. 1958 gründete er dort die erste reformierte Gemeinde und Synagoge (Har El) und damit die israelische Reformbewegung. 1956 kam Ben-Chorin zu Vorträgen und Gastvorlesungen erstmals wieder nach Deutschland. 1975 lehrte er als Gastprofessor an der Universität Tübingen, 1980 an der LMU München, dann an der theologischen Hochschule der Dormitio Abtei in Jerusalem. 1961 war er Mitbegründer der "Arbeitsgemeinschaft Juden und Christen" beim Evangelischen Kirchentag. Schalom Ben-Chorins schriftstellerisches Werk umfasste Lyrik, Essays und Prosa. Am 7.5.1999 verstarb Schalom Ben-Chorin.

GND: 116050489

Inhalte

Geschichtsbewusstsein – Deutsch-Jüdische Geschichte – Zerstörung des Tempels in Jerusalem 70 n.Chr. – Antisemitismus – Sonderrolle Bayerns: jüdische Offiziere im Kaiserreich – "Drittes Reich" und Nationalsozialismus – Situation der Juden in Bayern und in München – Verband der bayerischen israelitischen Kultusgemeinden: Bräuche und Riten – Synagogen in München: zentrale-liberale Synagoge in der Herzog-Max-Straße, streng orthodoxe Ohil-Jakob-Synagoge in der Herzog-Rudolf-Straße, ostjüdische Synagoge in der Reichenbachstraße – Zerstörung der Hauptsynagoge in der Herzog-Max-Straße vor "Reichskristallnacht" (Reichspogromnacht)  9.11.1938 – Kindheit in Planegg bei München: Katholizismus, Frömmigkeit, Wallfahrtsort St. Maria Eich – St. Anna-Schule: Anfeindungen der Mitschüler im Alter von 10 Jahren – Studium der Religionswissenschaft – Schriftsteller – Israelitisches Geschichtsbewusstsein – Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem – Israelitisches Deutschlandbild, kulturelle Beziehungen – Nationalsozialismus: kirchliche und deutsch-nationale Tradition – Bundesrepublik Deutschland: demokratischer Neubeginn – Adolf Eichmann-Prozess 1960 – Kunststadt München.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
0:30 h
Aufnahmedatum:
05.11.1987
Sprache:
deutsch