Zeitzeugen berichten

Karl Kunkel Kaplan, KZ-Überlebender

Themen

Glaube, Religionen und kirchliches Leben

KZ Dachau

Zeiträume

NS-Diktatur und Zweiter Weltkrieg (1933 - 1945)

Signatur
zz-1044.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)

Im hier gezeigten Ausschnitt spricht Karl Kunkel über seine Haft im KZ Dachau.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview mit Karl Kunkel, geführt am 19.04.1999, über seine Herkunft aus Ostpreußen, das Theologiestudium, die Tätigkeit als Kaplan in Königsberg, seine Verhaftung 1944 und die Internierung in den Konzentrationslagern Ravensbrück und Dachau und die Befreiung durch die Amerikaner 1945.

Biogramm

1913 in Seeburg/Ostpreußen geboren, Theologiestudium in Tübingen und München, 1938 Priesterweihe, Kaplan in Alleinstein und Königsberg, Standortpfarrer, Juli 1944 von der Gestapo verhaftet und in den Konzentrationslagern Ravensbrück und Dachau interniert, am 4.5.1945 von den Amerikanern in Südtirol befreit, seit Juli 1945 Spiritual im Dominikanerinnenkloster Schlehdorf, seit 1950 Rektor des Boschöflichen Konikts in Bensheim, seit 1956 Pfarrer in Mainz, 1979 Ruhestand, Geistlicher Rat. Karl Kunkel starb am 30. Januar 2012 in Bensheim.

GND: 189483598

Inhalte

1913 im Ermland/Ostpreußen geboren, katholischer Landesteil, Abitur in Braunsberg, Gymnasium Hosianum, Priesterseminar in Braunsberg, Theologiestudium in Tübingen und München, 1938 Priesterweihe im Dom von Frauenburg (Frombork), Kaplan in Allenstein (Olsztyn), Versetzung nach Königsberg (Kaliningrad), Kaplan an der Propsteikirche und Standortpfarrer im Wehrkreis, Jugendarbeit, Sonntagsgottesdienste, Lazarettbesuche, Hinrichtungen von Deserteuren, Guillotine im Hauptgefängnis, immer mehr Hinrichtungen, anfangs noch Erschießungen im Quedinauer Forst, Gebet und Sakramente für Verurteilte, Gnadenschuss durch jungen Leutnant, 1944 Näherrücken der Ostfront, Urlaub bei der Mutter in Seeburg (Jeziorany), Ostpreußen eingeschlossen, Gauleiter Koch, Evakuierung über die Ostsee, kaum Wissen über Judenverfolgung, Verhaftung durch Gestapo, Hausdurchsuchung, Feldpost, Sonett von Reinhold Schneider, Gefängnis in Königsberg, Besuch von Probst Meier, Katholischer Gefängnisseelsorger, viele verurteilte Polen, keine Ahnung von Haftgründen, Konzentrationslager Ravensbrück, Häftlingsbau, Untersuchungshäftlinge der SD-Sicherheitsdienstschule in Drögen, Verhöre in Drögen, Gesang im Gefängnis "Die Gedanken sind frei", erkennungsdienstliche Erfassung, Verhör, Akte mit dem Namen Emil Piepke, ehemaliger Kommilitone in Braunsberg, Schriftsteller, Verdacht: Kontakt zu katholischen Kreisen im Ausland, Alt-Reichskanzler Joseph Wirth, Verleger Günther Wasmuth, katholische Jugendarbeit, Hoffnung auf Freilassung, zwischenzeitlich Attentat vom 20.7.1944, Nachtverhör, Schläge, Schikanen, blaues Auge, geplatztes Trommelfell, Hofgang, Sippenhäftlinge: Gräfin Gisela von Pletenberg, Isa Vermehren, Piepke auch inhaftiert, Verständigung durch Essensluke, Herbst/Winter/Weihnachten in Ravensbrück, Mitternachtsmesse, mit der Zeit Status eines Sonderhäftlings, bessere Verpflegung, Pakete von der Mutter, Verhältnis zu den Wachen, Auflösung von Drögen Januar/Februar 1945, Oberkommissar Lange, Abtransport der Sonderhäftlinge, Piepke nach Sachsenhausen, Todesmarsch, starb ein Jahr nach Befreiung an TBC - mit dem Zug unter Bewachung nach Berlin gebracht, Anhalter Bahnhof, Bekannte aus Allenstein steckten K. ein Schinkenbrot zu, Weiterfahrt, zerstörte Brücke bei Landsberg, weiter mit Bus und Pendlerzug, Hauptbahnhof in München, Dachauer Bahnhof, Rasur auf der Bahnhofstoilette, Wächter war als Russland-Deutscher eingezogen zur SS, Einlieferung ins KZ Dachau, Behandlung als "Sonderhäftling", Kommandanturarrest "Bunker", Zellenbau, gefangener SS-Offizier, Zelle 15, Lichtschalter, Tee und Brot, Kontakte zu Sonderhäftlingen: Geistliche: Prälat und Domkapitular Johannes Neuhäusler, Martin Niemöller, Abt Korbinian von Metten, Prälat Höck, General Sante Garibaldi, Heilige Kommunion, Luftalarm, Splittergraben im Hof, Georg Elser besonders gut behandelt, Werkstatt, Hinrichtungsbefehl für Elser, Dr. Rohde hatte Sender in der Zelle, nach Ostern in Gemeinschaftszelle mit anderen Priestern gelegt, Niemöller, Neuhäusler, Bischof von Clermont-Ferrand Gabriel Piguet, Bewegungsfreiheit im Zellentrakt, Liegestühle im Hof, Messe gefeiert, Priestergewänder, Kapelle, Rotwein, Général Delestraint, Garibaldi, Colonello Ferrero, Teilnahme an katholischer Messe, Niemöller hielt evangelischen Gottesdienst für Sonderhäftlinge, Beginn der Ökumene im Widerstand, immer mehr Sonderhäftlinge aus anderen Lagern, Lagerbordell wurde zum Trakt für Sonderhäftlinge umfunktioniert, 144 Sonderhäftlinge, Leon Blum, Schuschnigg, Oberbürgermeister von Wien Schmitz, Prinz Xaver von Bourbon, Prinz Philip von Hessen, Alpenfestung, Abtransport mit Bussen, München, Kufstein, Innsbruck, Gefangenlager, schlechte Verpflegung, Brenner, Bus blieb liegen, Pustertal/Südtirol, Niederndorf, Villa Bassa, Hotel am Pragser Wildsee, Unterkunft beim Pfarrer, Angehörige der Familie Stauffenbergs, Pfarrer Brunner, Kommandoleiter Stiller, SS, Gottesdienst in der Pfarrkirche für die Sonderhäftlinge, Hjalmar Schacht, Fritz Thyssen, Generaloberst Halder, Oberst von Bonin, Polizeigeneral Wolff, näherrückende Front, Schutz der Wehrmacht, General Vietinghoff, Kompanie Gebirgsjäger zum Schutz abgestellt, Befreiung durch Amerikaner, gute Behandlung der Wehrmacht, Versorgung durch die Amerikaner, Lazarett im Schnee, Dusche, Generator, mit Jeeps nach Italien gebracht, Lager in Verona, mit dem Flugzeug nach Neapel gebracht, Blick auf Rom und Monte Cassino, Kasernierung in Hotel, mit dem Schiff nach Capri, Prinz Philip von Hessen: Schwiegersohn des italienischen Königs, Anacapri, Hotel Eden Paradiso, Verhöre durch CIA, Scotland Yard, Gefangene aussortiert, politische Gefangene blieben auf Capri, Pass, Bewegungsfreiheit auf der Insel, zusammen mit Prälat Neuhäusler Audienz bei Papst Pius XII., Bericht über Dachau, Papstansprache vom 2.6.1945, Rosenkranz und Segen erhalten, schöne Wochen auf Capri, Gottesdienste, mit dem Flugzeug nach Paris gebracht, mit dem Flugzeug nach Deutschland gebracht, Frankfurt am Main, mit dem Truck nach München, Unterbringung bei Rechtsanwalt Josef Müller "Ochsensepp", vier Jahre im Dominikanerkloster in Schlehdorf - Gen. Delestraint nicht mit nach Südtirol, Nachricht über Kalfaktor "Kohlenklau" Wiesentheiner von dessen Hinrichtung, Bischof Gabriel - Verhaftung in Ostpreußen bewahrt vor schlimmerem Schicksal, Todesgefahr in der Haft, Kraft durch den Glauben, Graf Plettenberg, Gottesdienst in Niederndorf - Lagerbeschreibung des Kommandanturarrests im "Bunker" des KZ Dachau, Zellen, Kapelle, Mahlzeiten, Vorhof, Austausch von Botschaften - SS-Mann aus Ostpreußen schrieb ihn später wegen "Persilscheins" an.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
1:30 h
Aufnahmedatum:
19.04.1999
Sprache:
deutsch