Zeitzeugen berichten

Elisabeth Pustet 1989-1998 Geschäftsführerin des Pustet Verlags

Themen

Glaube, Religionen und kirchliches Leben

Unternehmen aus Bayern

Verlagswesen

Zeiträume

Bayern im 19. Jahrhundert (1800 - 1899)

Signatur
zz-1504.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Jahr
1845

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Elisabeth Pustet über die Geschichte des Pustet-Verlags ab 1845 und die besonderen Erfolge des hauseigenen Theologieprogramms.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Elisabeth Pustet, aufgenommen am 06.07.2013 in Regensburg, über ihre Tätigkeit als Verlegerin, die Situation des Verlags in der Nachkriegszeit, die Bedeutung Joseph Kardinal Ratzingers für den Verlag, das Wesen eines Familienunternehmens und die besondere Rolle als Frau in einer Führungsposition.

Biogramm

Elisabeth Pustet wuchs im österreichischen Mühlviertel auf, wo sie 1945 das Kriegsende erlebte. Nach dem Besuch des Gymnasiums der Englischen Fräulein in Regensburg war sie als Lehrerin tätig. 1958 heiratete sie Friedrich Pustet, der in der 5. Generation den Pustet Verlag leitete. Durch ihn lernte sie die Verlagsstruktur kennen und war ab 1975 als Mitarbeiterin im Bereich Lizenzvereinbarungen sowie als Korrektorin tätig. Nach dem Tod ihres Mannes 1989 war sie bis 1998 Geschäftsführerin des Unternehmens.

GND: 139777865

Inhalte

Anfänge des Unternehmens – Konzession zum Verlagsbuchhandel in Passau 1820 an Friedrich Pustet – Umzug nach Regensburg – gute Entwicklung des Verlages – leistungsfähiger technischer Betrieb in den 1840er-Jahren – theologisch-religiöse Ausrichtung – Anliegen des Regensburger Bischofs 1845: Erstellung eines römischen Messbuchs (Missale Romanum) – 1849 erstes Pustet-Missale kein Erfolg – 1856 verbesserte Version – Besuch des Sohnes in Rom, Treffen mit dem Papst – in der Folge weltweiter Erfolg – Preise auf Weltausstellungen – Druckprivileg für die Choralbücher für 30 Jahre – Monopolist seit 1890 – theologisches Programm blieb durch die Generationen erhalten – Entwicklung des so genannten Pustet-Römisch – 30 Jahre Zusammenarbeit mit Karl May – nur geringere Auswirkungen der Wirtschaftskrise ab 1920 – zunächst kaum Einschränkungen im „Dritten Reich“, dann zunehmend Repressionen und Verweigerung von Druckbewilligungen – erzwungener Druck von Hitlers „Mein Kampf“ – nach Kriegsende 1945 deshalb Einschränkungen durch die amerikanische Besatzungsmacht – Produktion unter anderem Namen (Gregorius-Verlag) – Wiederherstellung des alten Namens 1948 – Wiederaufnahme der Auslandsbeziehungen – Anstieg der Produktion – neues Betriebsgelände 1956/57 – Abriss und Neubau des Pustet-Baus in der Gesandtenstraße ab 1957 – Verlegung der technischen Produktion aus der Innenstadt – Neuregelung der Gottesdienstsprache im II. Vatikanischen Konzil – Verlust der Monopolstellung für katholische Liturgie – Übernahme von Druckaufträgen für andere Verlage – Erweiterung des Sortiments auf Geschichts- und Kunstbücher – Ausweitung des Buchhandels durch neue Filialen – Arrangement mit anderen Verlagen für liturgische Bücher in Verlegergemeinschaften – Privataudienz bei Papst Johannes XXIII. – Druck von Werken Joseph Ratzingers – Besonderheiten eines Familienbetriebs – gutes Arrangement mit Betriebsräten und Gewerkschaften – Entscheidungswege im Betrieb – Besonderheiten als Frau in leitender Funktion – Liturgie und Theologie als führende Programmbereiche des Verlages – Entscheidungsprozesse zum Druck einzelner Werke – marktpolitische Überlegungen – religiöse Motive und politische Aktionen Friedrich Pustet I.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview
Dauer:
1 h
Aufnahmedatum:
06.07.2013
Sprache:
deutsch