Zeitzeugen berichten

Peter Krier Ehem. geschäftsführender Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Banater Schwaben; aus Rumänien stammender Bundesbürger

Themen

Flucht und Vertreibung

Zeiträume

NS-Diktatur und Zweiter Weltkrieg (1933 - 1945)

Signatur
zz-1989.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Jahr
1944

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Peter Krier über die Flucht seiner Familie aus ihrem Banater Heimatdorf vor den heranrückenden sowjetischen Truppen im Jahr 1944, seine Erlebnisse während eines Bombenangriffs auf Wien sowie über die halbjährige Einquartierung in einem fremden Dorf.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Peter Krier, aufgenommen am 22.10.2019 in München, über seine Kindheit in einer rumäniendeutschen Gemeinde im Banat, die Flucht seiner Familie in den Westen am Ende des Zweiten Weltkriegs, die Rückkehr in sein Heimatdorf nach Kriegsende, die Unterdrückung der Deutschstämmigen durch die rumänischen Behörden, die Aussiedlung mit seiner Familie nach Schweinfurt, die Integration in die bayerische Gesellschaft, das Verhältnis zur einheimischen Bevölkerung und  sein Engagement für andere rumäniendeutsche Aussiedler innerhalb der Landsmannschaft.

Biogramm

Peter Krier wurde 1935 im Banat geboren. Im Herbst 1944 musste die Familie vor dem Heranrücken der Roten Armee nach Österreich flüchten und kehrte dann wieder in die Heimat zurück. 1949 kam der Vater aus der Gefangenschaft. Peter Krier besuchte eine technische Mittelschule, durfte aber später nicht studieren. Der Familie gelang es schließlich durch Freikauf durch die Bundesrepublik Deutschland 1970 nach Deutschland überzusiedeln. In Schweinfurt fand sie ein neues Zuhause. Peter Krier arbeitete in der Kugellagerfabrik „Kugelfischer“, seine Frau konnte bei „Fichtel und Sachs“ unterkommen. Beide Kinder konnten studieren, die Tochter wurde Ärztin, der Sohn Gymnasiallehrer. Mittlerweile gehören fünf Enkelkinder zur Familie. Für sein ehrenamtliches Engagement in zahlreichen gemeinnützigen Organisationen und Verbänden (etwa als geschäftsführender Bundesvorsitzender in der Landsmannschaft der Banater Schwaben) wurde Peter Krier 2002 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

GND: 1107967309

Inhalte

Geboren 1935 – Kindheit in dem deutschen Dorf Billed im Banat (Rumänien) – Alltägliche Verwendung der deutschen Sprache – Einzug sowjetischer Soldaten in das Heimatdorf 1944 – Kämpfe zwischen deutschen und russischen Truppen – Flucht der Familie nach Westen – Vorläufige Ankunft in Wien – Trennung von der Mutter während eines Bombenangriffs auf Wien – Weiterfahrt mit dem Zug nach Hollabrunn – Wiedersehen mit der Mutter – Rückweg in die Heimat nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs – Inhaftierung in einem Lager hinter der rumänischen Grenze – Freilassung und Fußmarsch bis in das Heimatdorf 1946 – Zwangsenteignung der Familie – Aufnahme durch Verwandte – Unterdrückung der Rumäniendeutschen nach Kriegsende – Ausbildung zum Fachschullehrer – Kontakte der Familie nach Deutschland – Wunsch als Deutsche unter Deutschen zu leben – Wiederholte Versuche, eine Ausreisegenehmigung nach Deutschland zu erhalten – Vorstellungen von Deutschland und Bayern vor der Umsiedlung – Ablauf der Umsiedlung 1970 – Ankunft in Nürnberg – Umzug nach Schweinfurt aus Mangel an Wohnraum – Situation im Aufnahmelager Schweinfurt – Suche nach Arbeit – Bau eines Eigenheims bis 1975 – Finanzierung des Eigenheims – Anfängliche Schwierigkeiten im Umgang mit den Einheimischen – Vorbehalte gegen die Herkunft aus Rumänien unter den Kollegen – Fleiß als Schlüssel für die Gewinnung von Anerkennung innerhalb des Betriebes – Aufgabenbereiche während der Beschäftigung bei der Firma Kugelfischer in Schweinfurt – Berufliche Tätigkeit der Ehefrau – Lebensweg der Kinder – Reaktion auf die Heirat der Kinder mit Einheimischen – Interesse der Ehepartner der Kinder an der Herkunft der Rumäniendeutschen – Soziale Kälte innerhalb der deutschen Gesellschaft – Rückhalt durch die Familie in der Heimat – Hilfe durch die Familie beim Bau des eigenen Hauses – Kontakte zu den Kindern – Selbstwahrnehmung als Deutscher zur Zeit der Umsiedlung – Besonders schätzenswerte Aspekte Bayerns – Sehnsucht nach der zwischenmenschlichen Nähe in der alten Heimat – Engagement in der Landsmannschaft – Hilfestellung für Aussiedler aus dem Banat bei der Integration nach Bayern – Funktion der Landsmannschaft als Anlaufstelle bei sozialen Problemen und als Sprachrohr der Rumäniendeutschen – Aufgaben der Betreuer in den Wohnheimen und Auffanglagern – Initiativen für die Zusammenführung von Familien – Freikauf von Rumäniendeutschen durch die Bundesrepublik Deutschland – Bedeutung der ungebrochenen Verbundenheit mit der deutschen Minderheit im Banat – Soziales Engagement in den Banater Gemeinden – Politische Heimat in Bayern – Persönliche Meinung zur Einwanderungspolitik der Bundesrepublik Deutschland – Persönliche Bedeutung der Religion – Unterdrückung der Kirchen in Rumänien nach Ende des Zweiten Weltkriegs – Verbesserung der Lebensumstände der Rumäniendeutschen nach der Aufnahme von diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und Rumänien 1967 – Wahrnehmung der Tätigkeit der rumänischen Geheimpolizei – Hauptgründe für die Entscheidung vieler Rumäniendeutscher auszusiedeln – Ansätze zur Verbesserung der Eingliederung der Rumäniendeutschen – Persönliche Verwurzelung in der neuen Heimat.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview
Dauer:
1, 5 h
Aufnahmedatum:
22.10.2019
Sprache:
deutsch