Zeitzeugen berichten

Jürgen Schwesig Kriegsflüchtling, Bürokauffmann

Themen

Flucht und Vertreibung

Zeiträume

Nachkriegszeit (1945 - 1949)

Signatur
zz-1518.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Reiner Holzemer)
Jahr
1945

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Jürgen Schwesig über seine Ankunft als Flüchtling in Pfakofen bei Regensburg und das Leben in Roding.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Thematisches Zeitzeugeninterview mit Jürgen Schwesig, aufgenommen am 16.04.2013 in Regensburg, über die Flucht aus Ostpreußen, Vorbehalte gegen Flüchtlinge in Bayern, den Einmarsch der Amerikaner 1945 und den Lebensalltag auf einem Bauernhof.

Biogramm

Jürgen Schwesig wurde 1939 in Allenstein im ehemaligen Ostpreußen geboren. Sein Vater war Beamter und wurde im Ersten Weltkrieg verletzt. Die Mutter war Landwirtstochter. Im Jahr 1945 flüchtete die Familie vor den Russen und kam über Umwege nach Pfakofen, weil dort eine Cousine seiner Mutter lebte. Er wohnte in einem Kramerladen im örtlichen Schulgebäude. In Pfakofen erlebte er 1945 auch den Einmarsch der Amerikaner. Als ein allein stehender Bauer eine Haushälterin suchte, zog Schwesig mit seiner Mutter in den Nachbarort Roding. Er besuchte die Schule in Pfakofen und machte in Langward eine kaufmännische Ausbildung bei der BayWa. Er heiratete und arbeitete in einem Betrieb im Büro. Seit 2002 ist er im Ruhestand.

Inhalte

Geboren 1939 – Flucht aus Ostpreußen vor der Front – Bombardierung und Tieffliegerbeschuss – Flucht mit einem Schlitten – mehrere Monate auf der Flucht – Flüchtlingstreck – Tod des Vaters 1940 aufgrund einer Verletzung aus dem Ersten Weltkrieg – Unterkunft in Pfakofen bei einer Cousine der Mutter – mehrere Umzüge – Unterkunft bei einem Bauern – Erlernen des bayerischen Dialekts – Geschenke der Amerikaner – Lebensmittelmarken – Beschlagnahmung aller Butterfässer – Bau eines provisorischen Butterfasses – Arbeit in der Landwirtschaft – Besuch der Handelsschule in Regensburg – Lehre zum Bürokaufmann bei der BayWa – Vorbehalte gegen Flüchtlinge vor allem bei den Erwachsenen – friedlicher Einmarsch der Amerikaner 1945 – erste Coca Cola – Beobachten von amerikanischen Militärübungen – Verständigung mit Handzeichen – Schulspeisung der Amerikaner – französische Kriegsgefangene auf dem Hof des Großvaters – gute Behandlung – Versorgung mit Lebensmitteln auf dem Bauernhof kein Problem – Schwarzschlachtungen – Zigaretten als Tauschware – keine Ausgangssperre – gute Integration der Mutter – Eigentumswohnung in Regensburg – zuerst Ablehnung der Rente aufgrund der NSDAP-Mitgliedschaft des Mannes – keine großen Vorbehalte gegen Flüchtlinge – gefürchtete US-Militärpolizei – kaum Kontakt mit Amerikanern.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview
Dauer:
0:31 h
Aufnahmedatum:
16.04.2013
Sprache:
deutsch