Zeitzeugen berichten

Ladislaus Deutsch KZ-Überlebender, Zwangsarbeiter

Themen

Deportationen

Holocaust / Shoah

Nachkriegsprozesse

Zeiträume

NS-Diktatur und Zweiter Weltkrieg (1933 - 1945)

Bayern in der Bundesrepublik (1949 - 1989)

Signatur
zz-0524
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Jahr
1944, 1963

Im hier gezeigten Ausschnitt spricht Ladislaus Deutsch von seiner Deportation ins KZ Auschwitz (21.06.1944), der Begegnung seines Bruders mit Dr. Capesius und vom Auschwitz-Prozess 1963.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Ladislaus Deutsch vom 08.10.1998.

Biogramm

Ladislaus Deutsch wurde 1926 in Klausenburg/Siebenbürgen geboren, verlebte dort seine Jugendzeit und wurde am 07.06.1944 in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Nach vier Tagen wurde er als Hilfsarbeiter ins KZ-Dachau, Außenlager Kaufering III überstellt, wo er als Zwangsarbeiter eingesetzt wurde und an Flecktyphus erkrankte. Gegen Kriegsende wurde er ins KZ Dachau überstellt, wo er die Befreiung durch die Alliierten erlebte. Zur medizinischen Genesung war er zunächst im Displaced-Person-UNRRA-Sanatorium in Gauting untergebracht, bis er im Mai 1946 nach Klausenburg zurückkehrte, um dort Chemie zu studieren. Er versuchte 1948 aus Rumänien auszureisen und wurde an der Grenze verhaftet. Er wurde zu drei Jahren Zwangsarbeit verurteilt, aber nach zwei Wochen freigesprochen. Nach dem weiteren Studium in Bukarest war Deutsch im Zentrallaboratorium der rumänischen Armee beschäftigt. Er heiratete zweimal und reiste 1974 mit einem Touristenpass nach Hamburg aus.

GND: 1071363255

Inhalte

Jugendzeit in Klausenburg/Siebenbürgen (Cluj-Napoca) – 1942 Jüdisches Gymnasium in Klausenburg – Zweiter Weltkrieg: Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Klausenburg im März 1944 – Ghetto Klausenburg (Ziegelfabrik) Mai 1944 – Zwangsarbeit, Gestapo – Deportation ins KZ Auschwitz-Birkenau 07.06.1944 – Ankunft an der Rampe in Auschwitz – Rolle des Dr. Capesius – Mitte Juni 1944: Überstellung ins KZ-Dachau, Außenlager Kaufering III – Arbeitskommando „Moll-Nachtschicht“: Bunkerbauarbeiten, Baufirma Moll, Baufirma Philipp Holzmann – Organisation Todt, SS-Wache – „Vernichtungsbauten, Kaltes Krematorium“ – „Muselmänner“ – Strafen – Tagesablauf, Lagererlebnisse – Unterbringung – Arbeitsunfähigkeit November/Dezember 1944 – Krankenlager Kaufering IV: Flecktyphusepidemie, Quarantänelager – Reaktionen der Bevölkerung Kaufering – Evakuierung des Lagers, Todesmärsche, Zugtransport ins KZ Dachau: Fliegerangriff – Verwundung – Befreiung des KZ 29.04.1945 – belgisches Rot-Kreuz-Lazarett in Dachau – TBC-Krankheit – Displaced-Person-UNRRA-Sanatorium Gauting (United Nations Relief and Rehabilitation Administration) Sommer 1945-April 1946 – Immatrikulation an der Universität München Medizin/Philosophie: Wintersemester 1945/46 – Kriegsende – Psychologische Langzeitfolgen der Haftzeit – Rückkehr und Chemie-Studium in Klausenburg – Ausreiseversuch, Verhaftung und Verurteilung – Studium in Bukarest bis 1950 – Zentrallaboratorium der rumänischen Armee – Auschwitz-Prozess Frankfurt 1962/63 – 1974 Ausreise nach Hamburg mit Touristenpass.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
1:30 h
Aufnahmedatum:
08.10.1998
Sprache:
deutsch