Zeitzeugen berichten

Erich Biersack Verwaltungsangestellter (Penzberger Bergwerk)

Themen

Bergbau

Zeiträume

Bayern in der Bundesrepublik (1949 - 1989)

Signatur
zz-0681.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Erich Biersack über die Auswirkungen der Altstadtsanierung in Penzberg in den 1970er Jahren.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview mit Erich Biersack, geführt am 30.03.2000 im Rahmen des Projekts Bergbau in Penzberg, über Penzberg im "Dritten Reich", die "Penzberger Mordnacht" 1945, den wirtschaftlichen Neubeginn nach Ende des Zweiten Weltkriegs, den Niedergang des Bergbaus in den 1960er Jahren und die neuen Arbeitsbedingungen nach der Grubenschließung bei MAN.

Biogramm

1919 in Penzberg geboren, Verwundung 1944 im Zweiten Weltkrieg, Augenzeuge der "Penzberger Mordnacht" am 28.4.1945, nach dem Krieg Arbeit in der Bergwerksverwaltung, Grubenschließung 1966, in den 1970er Jahren Mitarbeiter im Wienerwald-Konzern.

Inhalte

Elternhaus: Vater Soldat im Ersten Weltkrieg, verwundet in Frankreich, musikalisch, Trompete, Mutter: Garten und Haushalt, Großeltern, Ziegen, Eigenwirtschaft, Kartoffeln, Kraut, Bienen, Hühner, Vater SPD-Mitglied, Betriebsrat, Stadtrat, korrekter Mann, SPD-Bürgermeister Hans Rummer - Politische Verhältnisse in den 1930er Jahren, "NS-Machtergreifung" (Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933), Penzberger Kommunisten im Konzentrationslager Dachau interniert, Pfarrer Pfeiler, politische Einstellung der Nachbarschaft, Haus im Vorort Heinz, Nachbarort Reindl, linke Einstellung vieler Leute, rote Fahne auf dem Maibaum, Internationale auf dem Grammophon, Waffenlager 1933 - Schulzeit: 1933 aus der Volksschule entlassen, Internat in München "Passionisten", humanistisches Gymnasium in Pasing, Klassensprecher, Pendeln von Penzberg nach Pasing, Mittlere Reife, 1934 Vater gestorben, Akkordeon, Klosterinternat, Sport:Fußball, Rugby, Tennis, Studierzimmer, Klavier, Pater Walter, wieder zu Hause gewohnt, durch Erbschaft weiterhin Schulbesuch möglich, Vesper an Eisenbahnarbeiter verkauft, 1935/36 Hitlerjugend (HJ) - Lehrzeit ab 1938, Gewerbe- und Landwirtschaftsbank, Kleinbank, Genossenschaftsbank, Kassenwart bei der HJ, Bürgermeister Bogner holte Leute aus KZ Dachau heraus 1936-38, Schwiegervater baute Siedlerhaus - 1940 eingerückt zur Wehrmacht, Garmisch, Gebirgsjäger - Bergtour, Zugspitze - Kriegseinsatz in Jugoslawien und Russland, verwundet, eineinviertel Jahre im Lazarett, 1943 in die Heimat entlassen, Arbeit bei der Volksbank in Penzberg bis Spätsommer 1943, dann in München Bank für Haus- und Grundbesitz bis 1945, Treffen von Reithofer, Boos, Onkel Franz und Cousin, "Penzberger Mordnacht" am 28.4.1945, Freiheitsaktion Bayern, Rupprecht Gerngross, Verhinderung der Sprengung des Bergwerks, Bürgermeister für abgesetzt erklärt, Wehrmachts-Landser, Aktentasche mit Pistole und Munition, Polizisten Lahner und Prosinksi, SS, Reithofer versteckte sich, Onkel Franz nachts erhängt - Kinder in Russland - Einmarsch der Amerikaner in Penzberg am 1.5.1945, Panzer, Fahrrad - Nazi: Zöberlein, Wehrwolfeinheit (Werwolf), Oberst Ohm, Hinrichtungen, Onkel aufgehängt, Zusammensetzung der Penzberger Bevölkerung - Zwangsmitgliedschaft bei der HJ - Produktionsbedingungen im Bergwerk: französische und russische Kriegsgefangene, Städtepartnerschaft mit Langon, Lebensmittel für Russen, nach Kriegsende weitergearbeitet, Koreakrise 1950/53, Kurzzeitbeschäftigungen: Einkäufer in einer Holzwarenfabrikation, wochenweise beim Arbeitsamt, Gründungsmitglied der Volkshochschule - Entnazifizierung, Gruppe II: Belasteter, Spruchkammer in Weilheim, Jugendamnestie - Arbeit im Bergwerk: 1947 Stelle in der Verwaltung, Personalchef Gallwitzer, Materialverwaltung - Siedlerwohnungen: 1870 Werkshäuser, Italiener, Siedlerhäuser 1948/49/50, Wohnungsgesellschaft für die bayerischen Kohlenbergwerke Penzberg, Hausham, Peißenberg und Peiting, Beispiel für den Siedlungsbau für Bergleute 1960, Wandel des Verhältnisses Verwaltung/Bergarbeiter, Finanzierung Hausbau, Eigenleistung - Heimatvertriebene in Penzberg: Ungarndeutsche, schon immer Zuwanderung aus verschiedenen Regionen, zuerst Oberschlesier, zuerst im Lager untergebracht, kleiner Luftangrif 1944, Einweisungen - Amerikaner in Lenggries, Freundin bei Erding hatte Amerikaner, Schlägerei - Absatzschwierigkeiten der Kohle: Penzberger Kohle nur mit Heizwert von 5.000 Wärmeeinheiten, Oberkohle AG, Hibernia, Deputat, IG Bergbau, Koreakrise, Absatzprobleme, Halden, Kraftwerk, Versetzung in die Hauptverwaltung, Wirtschaftsminister Otto Schedl, MAN-Ansiedlung - Arbeitsbedingungen in der Grube, Modernisierungen der 1950er Jahre, Betriebsingenieur Balthasar - Strukturwandel, Bürgermeister und MdL Prandl, MAN, Gründstücksverkäufe, Proteste gegen die Schließung des Bergwerks, Stellenabbau, Schließung 1966, Knappenzeit, politischer Einfluss, MAN: Omnibus- und LkW-Bau, Arbeit in der Zentralverwaltung ab 1965: Grundstückssachen, Franz Josef Strauß, Jahn - Neue Arbeitsbedingungen: Fließbandarbeit, IG Metall - Verhältnis zum Umland, Kontrast zur bäuerlichen Landbevölkerung, Verhältnis zu den anderen Bergbauorten, Verhältnis zu Oberingenieur Balthasar - Veränderung der Mentalität, weniger Zusammenhalt durch die Streuung, Traditionspflege: Knappen-Verein, Museum, Boehringer, Roche - Verbesserung der Infrastruktur in Penzberg, Stadtrat - Altstadtsanierung, Wasserversorgung, Heizungen, Strukturwandel, Boehringer, Gymnasium, Realschule, Alte Penzberger.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
2:30 h
Aufnahmedatum:
30.03.2000
Sprache:
deutsch