Zeitzeugen berichten

Gustav Walter Bergarbeiter, Betriebsführer (Bergwerk Penzberg)

Themen

Bergbau

Zeiträume

Bayern in der Bundesrepublik (1949 - 1989)

Signatur
zz-0693
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Jahr
1966

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Gustav Walter über die technischen Schwierigkeiten bei der Stilllegung der Grube Penzberg.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview mit Gustav Walter, geführt am 26.2.2000 in Penzberg, über seine Herkunft aus dem Sudetenland, seine Internierung im Lager Falkenau, seine Ausweisung aus der Tschechoslowakei, den Neuanfang in Füssen und seinen beruflichen Aufstieg im Penzberger Bergwerk.

Biogramm

Gustav Walter wurde 1911 im Sudetenland geboren und ging dort in einem kleinen Dorf in eine einklassige Volksschule. Er besuchte zunächst in Gerkau und daraufhin in Komotau die Bürgerschule. Da er als Sudetendeutscher keine Arbeit als Lehrer fand, ging er zum Bergbau. Nach der Offiziersschule arbeitete er bis Kriegsende als Grubensteiger in Lanz, wo er heiratete und 1938 sein Sohn geboren wurde. Nach dem Einmarsch der amerikanischen Truppen wurde er ins Internierungslager Falkenau deportiert, von wo er 1946 entlassen und aus der Tschechoslowakei nach Bayern ausgewiesen wurde. Er versuchte zunächst in Füssen Fuß zu fassen und fand schließlich im Bergwerk in Penzberg Anstellung. Er stieg bis zum Betriebsleiter unter Tage auf, bis die Grube 1966 geschlossen wurde. 1952-1957 war er 1. Vorsitzender des FC Penzberg, der 1955 den Aufstieg in die II. Division (2. Oberliga) schaffte.

Inhalte

Herkunft, Elternhaus, Ausbildung – Arbeit im Bergwerk Seestadtl - Bergschule in Dux – Militärdienst, Offiziersschule – Dr. Seebohm Bergwerksdirektor von Königswerth – Grubensteiger in Lanz – Hochzeit – Geburt des Sohnes 1938 – Einmarsch von Spezialeinheiten – Deportation in ehemaliges Lazarett für russische Kriegsgefange – Haberspirker Häftlinge, besondere Repressionen durch die Tschechen – Rückkehr nach Hause – Ausweisung, Transport nach Bayern über Hof und Augsburg nach Füssen – Aufnahme, Leben in Buching – Ablehnung durch die Bevölkerung – Arbeitssuche in Oberbayern – Penzberg – Wiedersehen mit Reserveoffizier Balthasar im Bergwerk Penzberg – Unterkunft im ehemaligen Kriegsgefangenenlager – Bergarbeiter-Schwerstarbeiter-Karte – Familienunterstützung mit Fahrrad aus dem Nonnenwald – keinerlei Unterstützung von öffentlicher Seite – erste Wohnung in Penzberg übers Bergwerk erhalten – Lagergemeinschaft, Nationalitäten – Beschreibung des Bergbaus in Penzberg – Kohle für die Bundesbahn – Arbeitstag – Hibernia – Kohlekraftwerksbau – Franz Josef Strauß – Wirtschaftsminister Otto Schedl – zweites Standbein MAN – Schließung der Gruben Penzberg und Hausham 1966 – Einstellung des Kraftwerksbaus – Berufsberatung MAN / Neuanfang – Karriere beim Bergbau: Hauer, Steiger, Betriebsführer – Entwicklung des Bergbaus – Unfälle – Betriebsplan – Organisation der Grube – Ober-Tage-Bereich, Werkschule, Ausbildungsmöglichkeiten – Schwankungen der Zahl der Bergleute, Ab- und Zuwanderung, Struktur – Kameradschaft, Vorurteile – Siedlungshäuser – Anfangszeit mit Familie in Füssen – Korea-Krise 1950 – Kohle und Bahn – Kohle und Heizöl – Schließung der Oberkohle 1957 – Sabotage durch die DDR, kommunistische Unterwanderung im Betrieb – SPD in Penzberg – Lastenausgleich 1952 – Maschinenfabrik Deckel – Wohnungsverbesserung, Bürgermeister Wessner – Umstellung von Bergbau auf MAN – Rückgewinnungsarbeiten bis 1967 – bergmännische Traditionen – Landsmannschaften – Verhältnis zu Generaldirektor Dr. Wannenecker, Hausham – Modernisierung, Wirtschaftsaufschwung Penzberg – Mitbestimmung in der Grube – Einfluss, politische Agitation der DDR – Selbstauflösung der Gefangenenlager – Bedingungen für Siedlungshaus, Flüchtlingsaufnahme – heutige Ablehnung in der ehemaligen Heimat – Benes-Dekrete – Vertreibung – 1.700 Leute im Lager Falkenau – negativer erster Kontakt zur bayerischen Bevölkerung – Ausmaß der Grube Penzberg – im Liegen verrichtete Arbeit – unterschiedliche Arbeitsweise zu Lanz.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
2:00 h
Aufnahmedatum:
26.02.2000
Sprache:
deutsch