Zeitzeugen berichten

Hans-Joachim Pfau Schreinermeister; Heimatvertriebener aus Westpreußen

Themen

Bayernbilder

Handwerk

Zeiträume

Bayern in der Bundesrepublik (1949 - 1989)

Signatur
zz-1985.03
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Jahr
1958

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Hans-Joachim Pfau über sein Bild von Bayern vor dem ersten Besuch, seine Entscheidung dauerhaft in Bayern zu bleiben, seine Weiterbildung zum Tischlermeister sowie über die Eröffnung seiner eigenen Schreinerei in München.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Hans-Joachim Pfau, aufgenommen am 10.11.2019 in Bad Berneck, über seine Kindheit im westpreußischen Elbing, die Flucht seiner Familie nach Danzig während des Zweiten Weltkriegs, die Zeit nach der Rückkehr nach Elbing, die Ausweisung aus Polen, die Ankunft in Ost-Deutschland, seine Wanderjahre durch die Bundesrepublik, sein Engagement im sogenannten Pangritzer Club sowie über seine Kontakte in die alte Heimat.

Biogramm

Hans-Joachim Pfau wurde 1935 geboren und verbrachte seine Kindheit in Elbing im damaligen Westpreußen. Im Januar 1945 rückten dort die sowjetischen Truppen ein und seine Mutter floh mit ihm zuerst nach Danzig, kehrte aber dann wieder in das völlig zerstörte Elbing zurück. Dort lebte die Familie zwei Jahre in unter sowjetischer Willkürherrschaft. 1947 erfolgte die Ausweisung nach Deutschland und Hans-Joachim Pfau kam mit seiner Mutter nach Moritzburg. In Bad Hersfeld kam es dann zum Wiedersehen mit dem Vater, der dort eine Arbeit gefunden hatte. Anfang der 1960er-Jahre lernte Hans-Joachim Pfau seine Frau kennen, die aus Bad Berneck im Fichtelgebirge stammte. In München baute er sich mit einer Schreinerei dann eine berufliche Existenz auf. Daneben engagierte er sich in verschiedenen Vereinen der Ost- und Westpreußen. Schließlich bekam er wieder Kontakt zu seiner Heimatstadt Elbing im heutigen Polen und trat aufgrund seiner Heimatforschung in regen Austausch mit den dortigen Behörden.

Inhalte

Geboren 1935 – Kindheit im westpreußischen Elbing – Einmarsch der Roten Armee während des Zweiten Weltkriegs – Flucht der Familie nach Danzig – Einquartierung bei einer Danziger Familie – Besatzung Danzigs durch sowjetische Streitkräfte – Erzwungener Einsatz bei der Trümmerbeseitigung in der Innenstadt – Versuch nach Elbing zurückzukehren – Erneuter Arbeitszwang durch sowjetische Soldaten – Ankunft in Elbing – Ausweisung der Familie aus Polen 1947 – Transport in ein sowjetisches Lager in Moritzburg – Plünderungen in Elbing – Situation der Familie während der sowjetischen Besatzung Elbings – Wellen der Ausweisung von Deutschen aus Polen – Aufnahmeprozedur im Lager Moritzburg – Einschulung in Zeitz – Entlassung des Vaters aus der Kriegsgefangenschaft – Reise zum Vater nach Bad Hersfeld – Vorurteile der Einheimischen gegenüber den Geflüchteten – Ausbildung zum Tischler – Umzug nach Frankfurt am Main – Wanderschaft durch die Bundesrepublik mit Freunden zur Arbeitssuche – Erstmaliger Aufenthalt in München 1958 – Bild von Bayern vor dem ersten Besuch – Erste Begegnung mit der späteren Ehefrau in München – Prüfung zum Tischlermeister – Eröffnung einer selbstständigen Schreinerwerkstatt in München – Tätigkeit als ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht München – Aufbau einer Sammlung mit Objekten aus der alten Heimat – Engagement im sogenannten Pangritz Club – Schwierigkeiten während des Integrationsprozesses – Begegnung mit den bayerischen Gebräuchen und Traditionen – Kultureller Austausch unter den Heimatvertriebenen – Wahl zum ersten Vorsitzenden des Pangritzer Clubs – Vortragstätigkeit in verschiedenen bayerischen Ortschaften über das Leben der Ost- und Westpreußen – Publikationen mehrerer numismatischer Fachbücher – Forschungen über den Elbinger Maler Harry Schulz – Diskussionsthemen innerhalb der Heimatvereine – Reaktion der Vertriebenen auf die sogenannte Verzichtspolitik der Regierung unter Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) – Erneuerung des Kontakts in die alte Heimat – Besuche in Elbing – Bau und Ausstellung eines Modells der Stadt Elbing – Veränderte Wahrnehmung der geflüchteten Preußen in Polen – Charakteristika der früheren Heimat – Liebgewonnene Aspekte der bayerischen Heimat.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview
Dauer:
1 h
Aufnahmedatum:
10.11.2019
Sprache:
deutsch